Berliner helfen

Durchhalten und den Krebs besiegen

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Petra Götze
Krebspatientin Luise (11) mit ihren Eltern Dragan und Katharina Grimm in der Kinderonkologie des Helios Klinikums Berlin-Buch.

Krebspatientin Luise (11) mit ihren Eltern Dragan und Katharina Grimm in der Kinderonkologie des Helios Klinikums Berlin-Buch.

Foto: Sergej Glanze / FUNKE Foto Services

Auf der Kinderonkologie im Helios Klinikum Berlin-Buch müssen kleine Patienten monatelange Chemotherapien durchstehen.

Das Schlimmste hat Luise überstanden: Am 9. November vergangenen Jahres wurde bei der Elfjährigen akute Leukämie diagnostiziert. Seit dem Ende der Sommerferien kann sie wieder zur Schule gehen. „Ich habe mich sehr darauf gefreut, meine Freundinnen wiederzusehen“, sagt Luise.

Den ersten und schwersten Teil der Therapie gegen den Blutkrebs hat sie hinter sich. Neun Monate lang - sofort nach der Diagnose - ist sie auf der Kinderkrebsstation im Klinikum Buch mit Chemotherapie behandelt worden. Die erfolgt über einen sogenannten Hickmann-Katheter, der den krebskranken Kindern gelegt wird und so lange am Körper bleibt, bis die Intensivtherapie beendet ist. „Eine sehr gute Erfindung. Das Kind muss nicht bei jeder Medikamentengabe oder zum Blut abnehmen neu gestochen werden“, sagt Patrick Hundsdörfer, Chefarzt der Kinder- und Jugendmedizin am Helios-Klinikum Buch und Spezialist für Kinderonkologie.

Luises Katheter konnte Mitte August entfernt werden. „Ich habe aber Fotos gemacht, die will ich in der Klasse zeigen“, sagt Luise.

Jedes Jahr beginnen 80 Kinder eine Krebs-Therapie

Ihren Eltern, Katharina und Dragan Grimm aus Friedrichshagen, ist die Erleichterung anzumerken. „Die Diagnose war ein Schicksalsschlag für uns“, sagt die Mutter von Luise. Die 39-Jährige hat bis zu Luises Erkrankung in einer Kita gearbeitet und will nun wieder anfangen, wenn die Genesung ihrer Tochter weiter gut verläuft. Für den zweiten Teil der Therapie muss Luise noch 15 Monate lang Chemo-Tabletten schlucken, um Rückfälle zu vermeiden und auch die letzte Krebszelle zu „killen“, wie ihr Arzt sagt. Alle zwei Wochen muss sie zur Blutbild-Kontrolle.

Jedes Jahr beginnen etwa 80 Kinder mit Krebs ihre Behandlung in der Kinderonkologie in Buch. 19 Betten stehen auf der dortigen Kinderonkologischen Station, dazu kommt die ambulante Behandlung in der Tagesklinik. „Für die Familien ist die Diagnose immer ein Schock. Für uns ist es ein lösbares medizinisches Problem“, sagt der Leiter der Kinderonkologie, Patrick Hundsdörfer. Allerdings müssen die kleinen Patienten und ihre Eltern lange durchhalten.

Besonders der intensive erste Teil mit monatelangem stationärem Aufenthalt ist für viele belastend. „Luise ist hier sehr liebevoll betreut worden und auch für uns war immer jemand erreichbar. Wir wurden mit allen Sorgen ernst genommen“, sagt Katharina Grimm.

Während ihrer Zeit im Krankenhaus bekam Luise Einzel- und Online-Schulunterricht. Wenn ihre Blutwerte gut waren, durfte sie sich auch mit ihrer besten Freundin Rieke treffen, natürlich nur mit Maske. „So lange das alles draußen stattfindet, machen wir Ärzte uns da weniger Sorgen als die Eltern“, sagt Dr. Hundsdörfer. Doch bei jedem Fieber, jedem kleinen Anzeichen eines Infektes werden die Kinder sofort wieder stationär aufgenommen.

Spenden ermöglichen Spaß und Ablenkung auf der Kinderkrebsstation

Um den kleinen Patienten die Angst zu nehmen und die Langeweile zu vertreiben, kommen regelmäßig Klinik-Clowns zur Visite, werden Ferienfreizeiten unter medizinischer Aufsicht organisiert oder prominente Köche kochen gemeinsam mit Kindern auf der Station.„Das fiel mit Corona aber weg“, bedauert Chefarzt Hundsdörfer. Nun ist aber vieles wieder möglich. Für solche Aktivitäten, die Ablenkung und Freude auf die Kinderkrebsstation bringen, werden Spenden gebraucht.Bei der großen Charity Gala „Stars in Concert“ des Vereins Kinder in Gefahr am 12. September 2022 im Estrel Festival Center geht die Hälfte des Erlöses an den Verein „Icke in Buch“ zugunsten der Kinderonkologie. Luise, ihre Eltern, die große Schwester Emma und ihr Arzt Patrick Hundsdörfer werden als Ehrengäste dabei sein.

Charity-Gala am 12. September 2022

Im Estrel-Festival Center, Sonnenallee 225, 12059 Berlin, findet am 12. September 2022 um 19.30 Uhr die Charity-Show „Elvis - Das Musical“ statt. (Einlass 18:30 Uhr). Veranstaltet wird die Gala, mit der krebskranke und gesundheitlich beeinträchtige Kinder unterstützt werden, vom Verein Kinder in Gefahr. Kartenbestellungen per E-Mail an: