FUNKE-Spendenaktion

Berliner spenden für Flutopfer

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Petra Götze
Frank Becker und Klaus-Dieter Hielscher (v. l.) vor der Villa der Odd Fellow Loge.

Frank Becker und Klaus-Dieter Hielscher (v. l.) vor der Villa der Odd Fellow Loge.

Foto: Joerg Krauthoefer / FUNKE Foto Services

Die Odd Fellow Loge im Grunewald unterstützt die Spendenaktion der Funke Mediengruppe für die Flutopfer mit 25.000 Euro.

Es sind verstörende Bilder, die Klaus Hielscher auf seinem Handy zeigt: brauner Schlamm, der sich in Badezimmer und Schlafzimmer ergießt und alles unbewohnbar macht. „Und wenn der trocknet, ist der wie Beton“, sagt der Hochmeister der Odd Fellow Loge in Berlin-Grunewald. Ein Logenbruder aus Ahrweiler hat ihm die Fotos geschickt, einer der vom Hochwasser am schlimmsten zerstörten Orte. „Es ist etwas ganz anderes, ob man die Bilder nur im Fernsehen sieht, oder persönlich mit den Betroffenen spricht“, sagt Klaus Hielscher.

Das englische „Odd Fellow“ bedeutet übersetzt „merkwürdige Gesellen“, doch so merkwürdig sind die Gesellen gar nicht. Die Geschichte der Odd Fellow Loge begann vor 200 Jahren mit dem Engländer Thomas Wildey, der als Handwerker nach Amerika auswanderte und in Baltimore per Zeitungsanzeige nach Gleichgesinnten suchte. Unter den armen Einwanderern herrschte viel Elend, sie schlossen sich in der Loge zusammen, um sich gegenseitig zu helfen. Und das ist bis heute so geblieben. 180 Logenmitglieder gibt es in Berlin, deutschlandweit sind es etwa 700.

Über vier Millionen Euro sind schon zusammengekommen

„Ein Logenbruder in Bad Neuenahr hat noch immer keinen Strom und kein Trinkwasser“, berichtet Klaus Hielscher. Ein anderer ist ertrunken. „Er hat noch versucht, sein Auto aus der Tiefgarage zu retten“, erzählt Dr. Klaus Becker, Schatzmeister der Odd Fellows in Deutschland. Gemeinsam haben die Logenmitglieder in Berlin beschlossen, den am schlimmsten von der Hochwasser-Katastrophe betroffenen Menschen im Westen Deutschlands zu helfen: 25.000 Euro spendet die Berliner Odd Fellow Loge für die große Spendenaktion der Caritas und der Funke Mediengruppe, zu der auch die Berliner Morgenpost gehört.

Alle Regionalzeitungen der Funke Mediengruppe rufen zu Spenden für die Fluthilfe auf, die über die Caritas schnell und unbürokratisch an die Betroffenen ausgezahlt werden. „Die eingehenden Spenden fließen direkt an die lokalen Caritas-Einrichtungen und Ortsverbände in den am schwersten betroffenen Katastrophengebieten“, berichtet Jan Jessen, Ressort-Leiter Politik bei der „NRZ,“ die große Regionalzeitung im Westen Nordrhein-Westfalens.

Spenden werden zielgenau verteilt

„Die Sozialdienste vor Ort kennen den Bedarf und die Notlage der Menschen“, sagt er. Heinz-Josef Kessmann, Sprecher der Diözesan-Caritasdirektoren in NRW, betont gegenüber der NRZ, dass die Hilfen „umgehend und zielgenau, aber sehr sorgfältig an Bedürftige und Notleidende“ weitergeleitet werden. Bis zu 1000 Euro würden unbürokratisch sofort ausgezahlt, größere Summe gegen Vorlage der Rechnung und nach Prüfung der Vermögensverhältnisse. Mehr als vier Millionen Euro sind bei der Funke-Spendenaktion bisher zusammengekommen, 500.000 Euro sind allein in der Eiffel als Soforthilfe an Betroffene direkt ausgezahlt worden

Neben der akuten Hilfe in der andauernden Notlage werden die Spenden auch für den Wiederaufbau und die Sanierung der zerstörten Häuser gebraucht. „Bei den staatlichen Hilfen ist immer ein Eigenanteil Bedingung. Den können viele aber gar nicht aufbringen, da sie keinen entsprechenden Versicherungsschutz hatten“, sagt Jan Jessen.

Der Wiederaufbau auch der zerstörten Infrastruktur wird Jahre dauern, ist Klaus Hielscher sicher. Seine Loge will weitere 10.000 Euro für die direkte Auszahlung durch Logenmitglieder in den betroffenen Orten zur Verfügung stellen und die Mitglieder auch zu weiteren Spenden aufrufen. Ganz wichtig ist der Loge auch die Hilfe für die Helfer. „Ehrenamtliche zum Beispiel vom Technischen Hilfswerk sehen ja auch nicht jeden Tag Leichen. Das muss man ja auch verarbeiten“, sagt Hielscher. Insgesamt stellen die deutschen Odd Fellow Logen 100.000 Euro für die Opfer der Hochwasser-Katastrophe zur Verfügung. Getreu ihrem Motto: Freundschaft, Liebe und Wahrheit verpflichten sich die „Odd Fellows“ zu gegenseitiger Unterstützung und der Hilfe für Mitmenschen in Not.

Spendenaktion der Funke Mediengruppe

Bereits mehr als 10.000 Menschen haben sich an der Spendenaktion für die Opfer der Flutkatastrophe beteiligt, die die Funke Mediengruppe zusammen mit der Caritas ins Leben gerufen hat. Zusammen mit den Spenden der Brost-Stiftung, der RAG-Stiftung und der Funke Mediengruppe sind so schon mehr als vier Millionen Euro gesammelt worden. Die Spenden werden über die Caritas und andere lokale Vereine vor Ort den Betroffenen direkt und schnellstmöglich zur Verfügung gestellt. Wer spenden möchte:

Caritas

IBAN: DE88 6602 0500 0202 0202 02,

Verwendungszweck: Funke hilft - CY00899