Berliner helfen

Berufsorientierung im Fitness-Studio

Wie man Sport zum Beruf machen kann: Jugendliche Sprachschüler aus der „Gelben Villa“ zu Besuch bei FitX in Schöneberg.

Sprachschüler aus der „Gelben Villa“ im Fitnesstudio FitX.

Sprachschüler aus der „Gelben Villa“ im Fitnesstudio FitX.

Foto: Sergej Glanze

Berlin. In den Ferien die Deutschkenntnisse verbessern - dazu haben sich die Jungen und Mädchen entschlossen, die in der „Gelben Villa“ in Kreuzberg in den Herbstferien den Sprachförderunterricht besucht haben. In der vom Senat finanzierten Ferienschule geht es aber nicht nur um die deutsche Sprache, sondern auch um eine Berufsorientierung für die Jugendlichen aus Syrien, Afghanistan, dem Irak und Griechenland.

„Wir freuen uns deshalb immer, wenn uns Firmen Einblicke in ihren Berufsalltag geben“, sagt Katrin McIntosh, Leiterin der Ferienschule in der „Gelben Villa“, einem Kreativ- und Bildungszentrum für Kinder und Jugendliche. In der letzten Ferienwoche stand deshalb für die Sprachschüler ein Besuch bei „FitX“ in Schöneberg auf dem Programm.

Berufliche Möglichkeiten entdecken

Die Fitnesskette hatte die 14- bis 17-jährigen Jugendlichen eingeladen, um zu zeigen, welche beruflichen Möglichkeiten ein Fitnessstudio bietet. „Bei uns werden nicht nur Trainer gebraucht, sondern auch IT-Fachleute die zum Beispiel Apps entwickeln, Rezeptionisten und kaufmännische Mitarbeiter“, erläutert Andrea Okoe, die ursprünglich Reiseverkehrskauffrau gelernt und sich von der Fitnesstrainerin zur Leiterin des Studios in Schöneberg hochgearbeitet hat.

Besonders beeindruckt sind die Sprachschüler von ihrem Kollegen und Trainer Sergey. Mit viele Einfühlungsvermögen und noch mehr Spaß motiviert er die jungen Besucher zu Steps, Sprüngen und Bewegungen im Takt der Musik. „Das macht Spaß!“, ruft ein Mädchen begeistert.

„Sport macht glücklich“, bestätigt Mathilde Lossin, die Leiterin des Glücks-Workshops in der „Gelben Villa“, die kleine Truppe begleitet und bei den Übungen mitmacht.

Trainer Sergey kommt aus Russland

Trainer Sergey spricht mit hörbarem Akzent, er ist ausgebildeter Tänzer und 1996 mit seiner Compagnie aus Russland nach Deutschland gekommen. „Dann habe ich ein Engagement in Berlin bekommen und bin geblieben“, erzählt der 45-Jährige. Sieben Jahre lang hat er im Deutschen Fernsehballett getanzt, bis er sich entschloss, Trainer zu werden und die entsprechenden Lizenzen zu erwerben.

„Beim Sport geht es ums Durchhalten, man muss sich durchbeißen, darf nicht aufgeben“, erklärt er den Sprachschülern. Und dass sein Deutsch anfangs auch nicht besonders gut war. Heute leitet er gemeinsam mit Kollegin Andrea das Studio in Schöneberg. „Es kommt immer auf einen selbst an, was man aus seinem Leben macht“, erklärt er den Jungen und Mädchen.

Die staunen beim Rundgang durch das Studio über die muskelbepackten Männer und die vielen Geräte. Im Pausenraum der Trainer erklärt Studioleiterin Andrea Okoe die Ausbildung zum Fitnesskaufmann oder zur Fitnesskauffrau. Voraussetzung ist die Volljährigkeit, die Ausbildung dauert drei Jahre mit Berufsschule, der Abschluss wird von der IHK anerkannt.

Fitnesskette sucht Nachwuchs

Vermittelt werden Kenntnisse in Anatomie, Ernährung und das kaufmännische Grundwissen. „Was man daraus macht, liegt bei jedem selbst. Wir suchen immer Nachwuchs“, sagt Andrea Okoe.

Die Fitnesskette FitX beschäftigt deutschlandweit 2000 Mitarbeiter und betreibt Studios in Essen, Hamburg, Düsseldorf, München und Berlin. Gute Englischkenntnisse oder generell Fremdsprachen sind von Vorteil. „Bei uns trainieren Menschen aus allen Ländern“, sagt die Studioleiterin.