Nachbarn

Millionen für Neubaugebiete

Babelsberg Nachbarn sind Plattenbau-Viertel wie Stern, Drewitz und Schlaatz. Doch hier gibt es nicht die bekannte hässliche Platte. Die Viertel wurden gut saniert. Bürgerinitiativen setzen sich für den Erhalt und Ausbau sozialer Projekte ein.

Foto: Marion Hunger

Südöstlich sowie westlich von Babelsberg beginnen die Potsdamer Plattenbaugebiete. Oder, wie viele ihrer Bewohner sie selbst bezeichnen, die Neubaugebiete: der Schlaatz etwa und die Waldstadt. Stern, Drewitz und Kirchsteigfeld werden immer öfter in einem Zug genannt. Obwohl alle Wohngebiete ihren speziellen Charakter haben und ein eigenes Lebensgefühl vermitteln, gibt es etliche Gemeinsamkeiten: Von typischer Plattenbau-Tristesse kann keine Rede sein. Potsdam hat in die Sanierung seiner Neubaugebiete seit der Wende viele Millionen Euro investiert. Daher gibt es auch so gut wie keinen Wohnungsleerstand.

2005 startete der sogenannte Masterplan Stern–Drewitz–Kirchsteigfeld. Ziel ist, dass die drei Stadtteile besser zusammenwachsen. Probleme existieren aber auch: Immer mehr Läden in den Stadtteilzentren stehen leer. Fast überall haben sich Bürgerinitiativen organisiert. Sie erinnern die Verwaltung daran, wo Missstände bestehen, und fordern Lösungen. Erhalt und Ausbau sozialer Angebote im Kinder-, Jugend- und Seniorenbereich sind Dauerthemen.

Stern und Drewitz entstanden, mit Ausnahme des Dorfkerns Alt-Drewitz, größtenteils in den Siebziger- und Achtzigerjahren. Besonders beliebt ist die Waldstadt mit ihrem Grün. Das Kirchsteigfeld dagegen wurde erst 1994 von einem internationalen Architektenteam realisiert – nicht als Platte, sondern mit vielen Variationen. Die Architekten haben versucht, moderne, traditionelle und futuristische Formen zu vereinen. Ob dies gelungen ist, darüber gehen die Meinungen weit auseinander.

Der dörfliche Ortsteil Groß Glienicke am Glienicker See ist zwar kein direkter Nachbar von Babelsberg – doch mit der „Filmstadt“ eint ihn die Geschichte. Auch Groß Glienicke war Grenzregion zu Berlin und völlig abgeschirmt. Nach dem Mauerfall erlebte das Dorf einen Zuzugsboom. Viele Neu-Bewohner stammen aus den alten Bundesländern und Berlin. 2003 wurde Groß Glienicke zunächst gegen seinen Willen Potsdam zugeschlagen. Doch die Dörfler sicherten sich einen vorteilhaften Eingemeindungsvertrag. Von der finanziellen Förderung profitiert der Ortsteil noch heute. Trotz mancher Konflikte über die Zukunft des einstigen Dorfes wachsen Ost und West, Stadt und Land zusammen.