Raus in die Stadtnatur

Die wilde Seite von Marienfelde

Björn Lindner (oben) leitet die Naturschutzstation in Marienfelde. Er ist auch Bieberfänger und Keilerkenner.  Der Ranger schwärmt von der Flora und  Fauna im Süden der Großstadt: „Ein Ausflug zu uns lohnt sich“

Björn Lindner (oben) leitet die Naturschutzstation in Marienfelde. Er ist auch Bieberfänger und Keilerkenner. Der Ranger schwärmt von der Flora und Fauna im Süden der Großstadt: „Ein Ausflug zu uns lohnt sich“

Foto: Anikka Bauer

Im NaturPark Marienfelde erzählen Parkranger von seltenen Kröten und einzigartigen Pflanzen. Und, dass dies einmal eine Müllkippe war.

Berlin. Der Schwalbenschwanz ist an diesem heißen Sommertag der Star. „Da ist er“, juchzt Björn Lindner, Naturranger der Naturschutzstation Marienfelde. Er zeigt ins Blätterwerk, vor dem ein Schmetterling flattert. „Setz dich nieder, wir brauchen schöne Bilder für die Öffentlichkeit“, scherzt der Ranger. Tatsächlich – der Falter lässt sich nach einigen tänzelnden Kreisen in der Luft über dem Kopf der Fotografin sanft auf einem Blatt nieder. Entfaltet die prachtvollen Flügel, schmiegt sich ans Baumblatt, verweilt in aller Ruhe, lässt sich ganz entspannt für uns ablichten.

Es ist, als hätte der Schmetterling geahnt, dass man in der Mitte Berlins, bei den Stadtmarketingexperten, den Plan gefasst hat, Touristen auch in die Außenbezirke zu locken. Der Süden Berlins ist ein wunderbares Beispiel dafür, dass nicht nur die innerstädtischen Bezirke etwas zu bieten haben.

In Marienfelde ist es die heimische Flora und Fauna, die überrascht und manchen gar entzückt. Wer kennt schon Kammmolch, Knoblauchkröte, Blutströpfchen oder Mäuseschwänzchen? Selbst die Kenner des schönen Stücks Mauerradweg entlang der Marienfelder Feldmark ahnen kaum, durch welche kulturhistorisch wie ökologisch wertvolle Fläche sie radeln.

Die meisten staunen über den scharfkantigen Übergang von Stadt zu Land an der Grenze zwischen Berlin und Brandenburg. Auf der einen Seite Urbanität, auf der anderen Wald und Feld – fast wie in einem Kinderbuch gemalt.

Aus dem märkischen Sand ragt plötzlich ein Miniberg

Ob Einheimische oder Touristen – es lohnt sich für jeden, den Mauerradweg zu verlassen und das Gelände im Süden der Stadt zu Fuß zu erkunden. Das ist möglich auf kurzen Spazier- und längeren Wanderwegen sowie auf einer kleinen Erhebung. Naturranger Lindner erklärt, warum aus dem märkischen Sand plötzlich ein Miniberg ragt. Es ist ein Werk von Menschenhand, eine schnöde Müllkippe.

Auf einer alten Hausmülldeponie entwickelt sich seit den 80er-Jahren der Freizeitpark Marienfelde, der heutige NaturschutzPark Marienfelde. „Seit 2007 wurden wertvolle Biotope geschützt und entwickelt“, sagt Lindner. „Wir haben Gewässer, Feldgehölze und Wiesenfläche – das ist genau der landschaftliche Mix, der Pflanzen und Tieren eine hohe Artenvielfalt erst ermöglicht. Deshalb lohnt sich der Ausflug zu uns.“ Auch um seltene, gefährdete und streng geschützte Tierarten wie etwa die Zauneidechse zu beobachten. Die Ex-Müllkippe biete auch zahlreichen seltenen Insekten- und Vogelarten einen Lebensraum. Unten, am Fuß der Erhebung, befindet sich die Naturschutzstation Marienfelde. „Als ich hier anfing, dachte ich, ich bleibe ein halbes Jahr“, erzählt Lindner. „Das ist nun elf Jahre her, und mir gefällt es immer noch super.“

In Zusammenarbeit mit der Unteren Naturschutzbehörde und der Stiftung Naturschutz gab es damals erste Natur- und Landschaftspflegemaßnahmen. Artenmonitoring, Biotop-Pflege und Besucherinformation gehörten von Anfang an zu den Aufgaben. Nach und nach wurde die Naturschutzstation aufgebaut, ein Grünes Klassenzimmer eingerichtet, ein Besucherleitsystem für den artenreichen NaturschutzPark erarbeitet. Die Trägerschaft gemeinsam mit dem Nabu Berlin ging Anfang 2016 an die Naturwacht Berlin, einem vor drei Jahren gegründeten gemeinnützigen Verein.

Zwei Keiler im Tempelhofer Swimmingpool

„Wir sehen unsere Hauptaufgabe darin, Natur- und Landschaftspflege zu betreiben und die Öffentlichkeit dafür zu sensibilisieren, wie wichtig Natur, Grünflächen, die heimischen Pflanzen und Tiere für uns alle sind. Deshalb haben wir umfangreiche Angebote für Kitas und Schulen, die sehr gut ankommen“, sagt Nathalie Bunke. Die Diplom-Ingenieurin leitet zusammen mit Lindner die Naturschutzstation.

Bunke kümmert sich vor allem um Natur- und Umweltbildungsangebote für Kinder, Jugendliche und Erwachsene, Lindners Job ist das Artenmonitoring. Wobei der Tag für sie nicht genug Stunden haben kann, beide packen überall mit an, ein klares Jobprofil sieht anders aus. Lindner etwa ist auch Biberfänger, Keilerkenner und natürlich Ranger.

Das heißt, er hat rund um die Uhr Bereitschaftsdienst und wird stadtweit von Polizei, Feuerwehr und Bauleuten gerufen, wenn seine Expertise gebraucht wird: So wie kürzlich, als zwei Keiler in einem Tempelhofer Swimmingpool Abkühlung suchten und sich allzunah in eine Wohnsiedlung wagten. Oder wenn bei Bauprojekten unverhofft möglicherweise streng geschützte Arten begutachtet werden müssen.

Neben der Naturschutzstation Marienfelde, die sich auf einem etwa ein Hektar großen Gelände befindet, betreut die Naturwacht Berlin e.V. auch Flächen im angrenzenden NaturschutzPark Marienfelde sowie Teile der Marienfelder Feldmark, ein etwa zehn Hektar großes Gebiet. Der Naturschutzpark wie auch die angrenzende Feldmark bieten am Rand der Großstadt so gut wie alles, was das Herz des Naturliebhabers begehrt: Auf Feldern werden Rüben für den Zoo und den Tierpark angebaut. Es gibt Getreide, und dieser Tage wird Heu gemacht. Im Landschaftsschutzgebiet „Wäldchen am Königsgraben“ darf sich der Wald wieder ursprünglich entwickeln. „Der besondere Schutz gilt heute einem artenreichen Mischwaldbestand“, erklärt Lindner. „Baumarten sind hauptsächlich Eichen und Kiefern.“

Die Wiesen und Ackerflächen sind Revier der Feldlerchen, sie tragen ihren Gesang im Singflug vor. Trillernd und zirpend markieren sie ihr Revier. Dabei beherrschen die circa 16 Zentimeter langen Vögel auch die hohe Kunst der Imitation: Sie tun so, als wären sie Turmfalken. Der echte Turmfalke hat die Mariendorfer Dorfkirche für sich und seine Brut entdeckt. In schöner Eintracht mit Fledermäusen residieren die Tiere in der ältesten Dorfkirche Berlins.

Die mittelalterliche Feldsteinkirche empfehlen Lindner und Bunke den Besuchern, die eine Einkehrmöglichkeit suchen. „Denn mit Speis und Trank können wir hier in der Naturschutzstation und auch in der angrenzenden Feldmark nicht dienen“, sagt Linder. „Wollen wir auch nicht. Fressmeilen gibt es in Berlin schon genug.“

Nathalie Bunke empfiehlt einen traditionellen Picknickkorb. „Dabei sollte das Augenmerk auf Müllvermeidung liegen“. Ob Touristen oder Hauptstädter – willkommen sind alle, die Lust auf Entschleunigung haben: „Bei uns gibt es Natur pur. Sie ist die Bühne. Hier gibt es kein Spektakel, aber Erfrischung für Geist und Seele, die Muße, dem Flug des Schmetterlings hinterherzuschauen oder dem Wind zu lauschen“, so die Naturschützer.

Das Verhältnis von Stadtmenschen zur Natur

Beide hoffen zudem, dass Besucher auch über das Verhältnis von uns Stadtmenschen zur Natur nachdenken. Wollen wir Ackerrandstreifen erhalten, die eine Vielfalt auf landwirtschaftlichen Nutzflächen ermöglichen? Sind wir bereit, eine Randbreite von mindestens fünf Metern von Pestiziden und Düngern frei zu halten? Denn das hat große ökologische Bedeutung und ermöglicht es, seltenen Arten wie etwa dem Mäuseschwänzchen, ein Hahnenfußgewächs, sich wieder zu entwickeln.

In aseptischen Gärten, in denen der Rasen mit der Nagelschere getrimmt und jedem vermeintlichen Unkraut zu Leibe gerückt wird, tut sich nicht viel. „Wir brauchen Mut zur Wildnis“, ermuntert Naturranger Lindner und zeigt auf die Wilde Möhre, die auf der ehemaligen Hausmülldeponie wächst und gedeiht. Eine Pflanze, die vor allem Raupen schmeckt und damit nötig für die Existenz der Schmetterlinge ist. Ihre Population nämlich nimmt ab. Warum verschwinden die Schmetterlinge? „Unter anderem, weil der Einsatz von Herbiziden Wildkräuter vernichtet“, antwortet Lindner. „So bekommen Raupen nichts zu futtern.“

Noch leben circa 110 Tagfalter- und mehr als 800 Nachtfalterarten in Berlin und Brandenburg. Damit der Moosgrüne Eulenspinner, das Weißfleckwidderchen und der Brombeerzipfelfalter auch noch von zukünftigen Generationen bewundert werden können, lohnt sich ein Umdenken und die Akzeptanz von wildwucherndem Grünzeug. Zudem bekommen sie auch Unterstützung durch Menschen, die sich engagieren. Auf der Naturschutzstation Marienfelde ist gerade das neue Schmetterlingshaus eröffnet worden. Ungefähr 1000 Tagpfauenaugen leben dort. 500 Raupen, angehende Schmetterlinge mit dem schönen Namen Kleiner Fuchs, mampfen sich mit Appetit durch ein Brennnesselbeet. In einigen Wochen werden sich die grünen wulstigen Tiere verpuppen, um als Flugwesen zu schlüpfen. Fast 40 heimische Schmetterlingsarten leben von der Brennnessel, sagt Nathalie Bunke.

Lindner indes erklärt, dass sich Schmetterlinge in ihrem Farbspektrum der Stadt anpassen. Das Zusammenspiel von Mensch und Tier in der artenreichsten und grünsten Stadt Europas fasziniert Lindner. Amseln, Kohlmeisen und Nachtigallen strapazieren ihre Kehlen mehr, um dem Stadtlärm zu trotzen. Eine Studie der niederländischen Universität Leiden wertete Gesangsfrequenzen von Stadt- und Land-Kohlmeisen aus. Das Ergebnis: Städtische Kohlmeisen singen durchschnittlich 200 Hertz höher als Landvögel, um im Stadtlärm gehört zu werden. Auch die Nachtigallen übertönen mit bis zu 14 Dezibel ihre ländlichen Artgenossen.

Egon Weiß kommt regelmäßig in den Naturschutzpark, um dem Stadtlärm zu entfliehen, die Schmetterlinge zu bewundern und um den Weitblick auf die Stadt zu genießen. In Süddeutschland, „auf dem Dorf“ geboren, lebt er seit mehr als 50 Jahren in Marienfelde. „Hier im Grünen fühlen meine Frau und ich uns wohl“, erzählt Weiß und erklärt, was man vom sogenannten Alpengipfel alles entdecken kann: „Östlich die Müggelberge, westlich den Schäferberg in Wannsee und natürlich den Fernsehturm und das Zoofenster. Es ist ein beeindruckender Panoramablick.“

Für Besucher

Adresse: Naturschutzstation Marienfelde, Naturwacht Berlin e.V., Diedersdorfer Weg 3-5, Marienfelde, naturwachtberlin.de, Tel. 75 77 47 66.

Öffnungszeiten: Wochentags 9-17 Uhr, Schulklassen und Gruppen nur mit Anmeldung, sonnabends 10-18 Uhr, sonn- und feiertags 12-16 Uhr.

Bürozeiten: Dienstag bis Freitag 14 bis 17 Uhr.

Anfahrt: Zu empfehlen ist die Anreise mit dem Fahrrad und in der S2 Schichauweg, denn von dort sind es 2,5 Kilometer bis zum Diedersdorfer Weg. Wer zu Fuß gehen möchte, sollte eine gute halbe Stunden einplanen. Oder mit der S2 von der Buckower Chaussee und weiter mit dem Bus M 11 bis zur Bushaltestelle Nahmitzer Damm fahren. Auf dem Mauerradweg ist es der Streckenabschnitt von Schönefeld nach Lichtenrade: berlin.de/mauer/mauerweg/suedroute/schoenefeld-lichtenrade/

Erholsame Natur und spannende Historie in Spandau erleben

Der westlichste und älteste Bezirk Berlins bietet Gewässer und viel Grün, aber auch Industriekultur und jede Menge Geschichtliches. Eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten ist die Zitadelle Spandau, ein Festungsbau der Renaissancezeit. Dorthin kommen aber nicht nur Touristen oder Musikliebhaber, die eines der zahlreichen Open-Air-Konzerte besuchen, sondern jährlich auch rund 10.000 Fledermäuse für ihren Winterschlaf.

Zweite Festung im Bezirk: das etwas versteckte Fort Hahneberg in Staaken, das in diesem Jahr sein 130-jähriges Bestehen feiert. Die sechseckige Anlage ist in den Berg versenkt, sodass sie schon aus geringer Entfernung kaum noch zu erkennen ist. In dem Fort wurden übrigens Szenen von Quentin Tarantinos Film „Inglourious Basterds“ gedreht. Historisch ist auch die Altstadt. Mit dem Kolkviertel finden Besucher dort das älteste Siedlungsgebiet Spandaus. Beim Spaziergang durch die schmalen Gassen kommt man vorbei an einem Stück der früheren Stadtmauer. Wen es aufs Wasser zieht, der kann durch Klein-Venedig paddeln. Dahinter verbirgt sich ein romantisches Viertel im Gebiet Tiefwerder mit kleinen Kanälen und weitläufigen Wiesenlandschaften. Einen Bootsverleih gibt es auch: über die Heerstraße stadtauswärts rechts in den Brandensteinweg fahren. Am Ende der Straße befindet sich ein Bootsladen.

Um die vielfältigen Attraktionen besser zu vermarkten, arbeitet der Bezirk zurzeit mit einer Agentur an einem Tourismuskonzept, das eine einheitliche Marke für ganz Spandau auszeichnen soll. Alle Informationen zu den Attraktionen in den Berliner Bezirken gibt es gebündelt in der Smartphone-App „Going Local Berlin“ oder unter: www.visitberlin.de/berlins-bezirke-kieze

Forscher und seltene Tiere in Reinickendorf kennenlernen

Mehr Touristen nach Reinickendorf zu locken, soll unter anderem mit zwei neuen Projekten geschafft werden. Das eine befasst sich mit den Humboldts und soll die Geschichte der Brüder in Reinickendorf bekannt und erlebbar machen. Das Projekt „Hinter der Fassade“ hat das Ziel, die wirtschaftshistorische Vergangenheit des Bezirks darzustellen. Aber auch unabhängig davon hat Reinickendorf Touristen – ob Naturmensch oder Architekturliebhaber – einiges zu bieten.

Da ist das Tegeler Fließ, das als eine der schönsten Landschaften Berlins gilt und sich vom Ortsteil Lübars bis zum Tegeler See erstreckt. Ausflügler können bei einer Tour über die Wanderwege seltene Pflanzen oder Tiere beobachten, wie die vom Aussterben bedrohte Glattnatter. In den Sommermonaten begegnen Besucher mit etwas Glück sogar Wasserbüffeln. Maritimes Flair erleben sie an der Greenwichpromenade, die zwischen Borsigdamm und Tegeler Hafenbrücke ausgedehnte Spaziergänge möglich macht. Der Name übrigens erinnert an die nun wieder dort aufgestellte knallrote englische Telefonzelle aus der britischen Partnergemeinde London-Greenwich.

Architekturfans finden in Reinickendorf unter anderem Berlins ältestes Hochhaus. Der 65 Meter hohe Borsigturm ist heute ein Relikt aus einer vergangenen Industrieepoche. Auf dem Weg dorthin passieren Besucher außerdem das unter Denkmalschutz stehende Borsigtor, das den Eingang zum ehemaligen Betriebsgelände der Borsigwerke bildet. Weiteres Highlight im Bezirk: das Buddhistische Haus, die wichtigste Kulturstätte des Buddhismus in Westeuropa.

Die Großstadt beim Spaziergang durch Treptow-Köpenick vergessen

Treptow-Köpenick lockt Touristen mit dem höchsten Gewässer- und Waldanteil aller Berliner Bezirke. Beliebtes Ausflugsziel ist der Müggelsee, der sich gut mit dem Fahrrad erkunden lässt. Eine rund 28 Kilometer lange Route führt vorbei am Rathaus Köpenick, der Künstlersiedlung Neu-Venedig mit ihren zahlreichen Brücken und Kanälen und der Bölschestraße mit ihren Maulbeerbäumen, Geschäften, Boutiquen, Restaurants und Galerien. Wer dem Trubel und der Hektik des Zentrums entkommen will, findet hier Abwechslung. Architektonisch besticht die Straße durch ihre Gründerzeit- und Jugendstilvillen.

Ein zweites Highlight im Bezirk ist das Schloss Köpenick, ein barockes Wasserschloss auf einer kleinen Insel. Im Englischen Park wachsen Bäume, die zum Teil mehr als 350 Jahre alt sind. Heute ist das Schloss zudem ein Standort des Berliner Kunstgewerbemuseums.

Die ältesten Häuser von Alt-Köpenick sind im Fischerkiez zu sehen. Dieser wurde im Jahr 1355 zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Ursprünglich war der Kiez ein Siedlungsort der Schlossbediensteten, bevor er sich zum lange selbstständigen Fischerdorf entwickelte. Die Häuser sind zum Teil bis zu 400 Jahre alt und aufwendig restauriert. Schmale Gassen führen hinunter zur Dahme, von wo aus man auf die Schlossinsel blicken kann.

Um seine Attraktionen zu bewerben, setzt Treptow-Köpenick vor allem aufs Internet. Mit Kampagnen in den sozialen Netzwerken Facebook oder Instagram will der Bezirk etwa bei jüngeren Touristen bekannter werden und auf Veranstaltungen aufmerksam machen.

Lichtenberg lockt mit Künstlern, Erfindern und Islandpferden

Lichtenberg gilt als Wohngegend, die im Kommen ist, die Familien und Kreative anzieht. Für Besucher gibt es im Bezirk ebenfalls viel zu sehen – etwa die ehemalige Stasi-Zentrale. Der wohl bekannteste Ort Lichtenbergs zeigt an der Ruschestraße 103, wie der Überwachungsapparat der DDR funktionierte. Unter anderem sind dort die ehemaligen Büroräume des Ministers für Staatssicherheit zu sehen.

Mit dem Tierpark Friedrichsfelde liegt in Lichtenberg der größte Landschaftstiergarten Europas. Auf einer Fläche von 160 Hektar sind etwa 900 verschiedene Tierarten zu sehen. Zu den Höhepunkten des Tierparks zählen die Tropenhalle, die begehbare Känguru-Anlage und der Vari-Wald, in dem Besucher dann die Lemuren aus der Nähe beobachten können. Teil des Tierparks ist auch das Schloss Friedrichsfelde. Touristen finden dort eine zoologische Ausstellung und eine weitere über die Schlossgeschichte und die unterschiedlichen Bewohner des Baus. Der Kaskelkiez ist das passende Ziel für Kunstbegeisterte, die sich nicht auf Berlins Mitte beschränken wollen. In einer ehemaligen Fleischerei findet sich heute der Ausstellungsraum „After the butcher“, in einem früheren Bahnbetriebswerk liegen die „BLO Ateliers“, wo etwa 100 Künstler arbeiten.

Lichtenberg will bei seiner Vermarktung künftig einen Schwerpunkt auf die Erfinder legen, die im Bezirk gewirkt haben, etwa Georg Knorr und Willy Abel. Außerdem gibt es einen außergewöhnlichen Termin im August 2019, der Touristen und Tierfans anziehen soll. Dann findet im Pferdesportpark Karlshorst nämlich die Islandpferde-Weltmeisterschaft statt.

Alle Teile der Stadtnatur-Serie:

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