Kriminalität

Rumänen ausgebeutet: Anklage wegen Zwangsarbeit

Eine Statue der Justitia steht unter freiem Himmel.

Eine Statue der Justitia steht unter freiem Himmel.

Foto: Arne Dedert/dpa/Symbolbild

Berlin (dpa/bb). Wegen Zwangsarbeit, Menschenhandels und Ausbeutung sind in Berlin vier Männer angeklagt worden. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft vom Freitag brachten sie Arbeiter aus Rumänien nach Berlin und ließen sie auf Baustellen arbeiten. Bis zu dreißig Menschen sollen die Verdächtigen pro Monat auf verschiedenen Baustellen in Berlin beschäftigt haben. Dabei sollen insgesamt 487.000 Euro Sozialversicherungsbeiträge zwischen 2018 und 2020 nicht gezahlt worden sein.

Angeklagt sind ein 50-jähriger Mann und sein 32-jähriger Sohn sowie wegen Beihilfe ein 61-jähriger Inhaber von Abriss- und Demontagefirmen und ein 35-Jähriger Kolonnenführer auf Baustellen. Die Männer sollen «bewusst ausgenutzt haben, dass die Arbeiter ohne Sprachkenntnisse in Deutschland quasi hilflos waren und auch durch die strenge Überwachung keine Gelegenheit hatten, Hilfe zu holen».

Die Rumänen, den Angaben zufolge häufig Analphabeten, sollen mit einem überladenen Kleinbus nach Berlin geholt worden sein. Große Teile des Lohnes wurden demnach für Transport, Verpflegung und Unterkunft einbehalten. In den Unterkünften sollen sich bis zu acht Personen zeitweise auf engstem Raum befunden haben, schon kleinste angebliche Regelverstöße sollen mit Drohungen und Schlägen oder wochenlangem Rausschmiss bestraft worden sein. «Erst als einer der betroffenen Arbeiter doch Anzeige erstattete, kam das Verfahren ins Rollen», teilte die Staatsanwaltschaft mit.