Tierhandel in Berlin

„Hundehölle“: 30 Welpen aus illegalem Handel befreit

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In so kleinen Boxen waren die 30 Hunde auf einem Grundstück einer Wittenauer Kleingartenkolonie eingepfercht.

In so kleinen Boxen waren die 30 Hunde auf einem Grundstück einer Wittenauer Kleingartenkolonie eingepfercht.

Foto: Bezirksamt Reinickendorf

In einer Wittenauer Kleingartenkolonie entdeckte die Berliner Polizei verwahrloste Tiere, zwei von ihnen starben.

Berlin.  Einen besonders schlimmen Fall des illegalen Tierhandels hat die Polizei in Reinickendorf entdeckt: In einer Wittenauer Kleingartenkolonie wurden 30 Welpen unter schlimmsten Bedingungen gehalten. Sie waren auf engstem Raum eingepfercht und stark verkotet. Zwei von ihnen starben. Es sei eine „Hundehölle“ gewesen.

Ereignet hatte sich der Fall Ende vergangener Woche, wie das Reinickendorfer Bezirksamt am Montag mitteilte. Einem aufmerksamen Nachbarn sei es zu verdanken, dass die Tiere entdeckt wurden. Er verständigte die Polizei, weil von einem der Grundstücke dauerhaftes Hundegebell zu hören war.

Hunde aus illegalem Handel haben teils schwere Krankheiten

Den Beamten zeigte sich dann ein schreckliches Bild: „Über 30 verwahrloste Hunde verschiedener Rassen waren in zum Teil stark verkoteten und voll urinierten Transportboxen auf engstem Raum eingepfercht. Viele der Tiere zeigten Mangelerscheinungen, Entzündungen der Augen sowie aufgescheuerte Hautstellen. Sie litten offensichtlich auch an weiteren schweren Krankheiten“, berichtet die Bezirksstadträtin für Ordnungsangelegenheiten, Julia Schrod-Thiel (CDU), die selbst vor Ort war.

Alle Tiere seien vor Ort sichergestellt und die zuständige Veterinäraufsicht des Ordnungsamtes Reinickendorf informiert worden. Die durch die Behörden unverzüglich eingeleiteten Maßnahmen konnten allerdings nicht verhindern, dass zwei Tiere verstorben sind. Weitere schwer erkrankte Hunde, darunter auch wenige Tage alte Welpen, erhielten sofort eine ärztliche Behandlung.

Brandenburger Tierheim nimmt verwahrloste Hunde auf

„Es ist unbeschreiblich traurig, diese armen Tiere leiden zu sehen. Ich werde alles dafür tun, den Sachverhalt aufzuklären und die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen. Leider wird dies das bereits erlebte Leid der Tiere nicht mehr lindern können“, sagt Schrod-Thiel.

Bedingt durch die in der Ferienzeit angespannte Situation und Vollauslastung konnte das Berliner Tierheim keine Hunde aufnehmen. Wie das Reinickendorfer Bezirksamt berichtet, habe man nach unzähligen Telefonaten ein Tierheim in Brandenburg gefunden, das die Tiere abgeholt hat. Dort sollen die Hunde so lange bleiben, bis diese zur Vermittlung wieder genesen sind. Vor Ort wurden auch vier Hühner vorgefunden, die durch das Ordnungsamt direkt in fürsorgliche Privathände im Bezirk vermittelt werden konnten, heißt es.

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