Hasenheide

Neukölln: Mann aus dem Clanmilieu auf Volksfest erstochen

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Andreas Gandzior und Philipp Siebert

Auf dem Volksfest in der Neuköllner Hasenheide ist ein Mann niedergestochen worden, er starb später. DIe Polizei hat ein Hinweisportal eingerichtet.

Berlin. Am Columbiadamm in Neukölln wurde in der Nacht zu Sonntag in der Hasenheide ein 25-jähriger Mann niedergestochen. Er starb wenig später an den Folgen seiner Verletzungen im Klinikum Neukölln in Britz.

Nach Informationen der Berliner Morgenpost handelt es sich bei dem Toten um Mohammed R.. Der Tote soll ein Cousin von Nidal R. gewesen sein. Der polizeibekannte Intensivtäter wurde am 9. September 2018 am Rande des Tempelhofer Feldes mit acht Schüssen getötet. Nidal R. zählte als feste Größe zum Clanmilieu. Auch der Tote soll dem Vernehmen nach dem Clanmilieu angehören.

Mann in Neukölln erstochen: Täter ist auf der Flucht

Die Täter seien flüchtig, hieß es in der Nacht von der Polizei. Nach den bisherigen Ermittlungen und Aussagen gerieten gegen 23.15 Uhr mehrere Männer beim Volksfest „Neuköllner Maientage“ im Volkspark Hasenheide aus noch nicht bekannten Gründen in einen Streit, der schließlich handgreiflich wurde.

Der 25-Jährige soll eine Schusswaffe gezogen und seinen Kontrahenten bedroht haben. Daraufhin soll ihn ein Unbekannter mit einem Messer angegriffen haben. Nach den Messerangriffen flüchtete der Angreifer mit seinen Begleitern in eine unbekannte Richtung.

Alarmierte Notärzte haben noch auf dem Festplatz versucht, das Leben des 25-Jährigen zu retten. Er wurde in das Klinikum Neukölln transportiert. Dort starb er wenig später. Binnen kurzer Zeit hatten sich laut Augenzeugen zwischen 150 und 200 Personen vor der Klinik versammelt. Nach Angaben der Polizei blieb es aber friedlich, und die Polizei musste nicht eingreifen. Augenzeugen aber berichten von „tumultartigen Szenen.“

Berliner Polizei sucht nach Zeugen

Die weiteren Ermittlungen zu den Hintergründen der Tat und den Tatverdächtigen haben die 4. Mordkommission des Landeskriminalamtes und die Staatsanwaltschaft Berlin übernommen, die sich zur Unterstützung ihrer Ermittlungen mit folgenden Fragen an mögliche Zeuginnen und Zeugen, die die Auseinandersetzung auf dem Volksfest „Neuköllner Maientage“ beobachtet haben könnten, wenden:

  • Wer hat im Zusammenhang mit der Auseinandersetzung auf dem Fest im Volkspark Hasenheide am Abend und in der vergangenen Nacht Beobachtungen gemacht?
  • Wer hat Fotos oder Videos vom Streit und/oder dem Tatgeschehen gemacht?
  • Wer konnte den oder die Tatverdächtigen bei der Flucht beobachten?
  • Wer kann weitere sachdienliche Angaben machen? Zeuginnen und Zeugen werden gebeten, sich mit der 4. Mordkommission des Landeskriminalamtes in 10787 Berlin-Tiergarten, Keithstraße 30, unter der Telefonnummer 030/4664-911444 oder per E-Mail an lka114-hinweis@polizei.berlin.de in Verbindung zu setzen.
  • Die Polizei hat zudem ein Hinweisportal eingerichtet.

Das Aus der „Neuköllner Maientag“ in der Hasenheide

Die 55. Ausgabe des Volksfestes „Neuköllner Maientage“ sind die letzten in der Hasenheide. Vor etwa einem Monat teilte der Neuköllner Stadtrat für Stadtentwicklung, Jochen Biedermann (Grüne), das Aus des Volksfestes mit.

Die Hasenheide sei allgemein in einem schlechten Zustand, sagte er, und die Maientage würden erhebliche Schäden in dem Park verursachen. Der Berliner CDU-Vorsitzende Kai Wegner fordert vom Senat, zeitnah und in enger Abstimmung mit den Schaustellern einen angemessenen und attraktiven Ausweichstandort bereitzustellen.

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