Berlin-Kreuzberg

Kottbusser Tor: Zwei Anführer von Dealerbande gefasst

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Die Polizei ist derzeit mit einem Großaufgebot vor Ort.

Die Polizei ist derzeit mit einem Großaufgebot vor Ort.

Foto: Morris Pudwell

In Kreuzberg hat die Berliner Polizei eine Razzia durchgeführt. Es ging um den Handel mit Drogen am Kottbusser Tor.

Berlin. Die Berliner Polizei war am Dienstagnachmittag an der Reichenberger Straße in Kreuzberg im Einsatz, wo die Beamten mehrere Durchsuchungsbeschlüsse der Staatsanwaltschaft vollstrecken. Zwei mutmaßliche Anführer einer Dealerbande vom Kottbusser Tor wurden bei einer Durchsuchung gefasst.

Wie ein Sprecher der Polizei bestätigte, geht es um den Verdacht des Drogenhandels. Hintergrund sind demnach Encrochat-Daten. Auch Kräfte der Sonderkommission (SoKo) „Büchse“ waren demnach involviert. Die Beamten hätten an insgesamt elf Orten, überwiegend in Kreuzberg, Durchsuchungsbeschlüsse vollstreckt, teilte die Polizei am Mittwoch mit. Die Ermittlungen richten sich gegen mindestens sechs Männer im Alter von 24 bis 39 Jahren.

Insgesamt 110 Polizisten waren an den um 12 Uhr beginnenden Maßnahmen beteiligt, darunter neben Ermittlerinnen und Ermittlern des Referats Brennpunktorientierte Kriminalitätsbekämpfung unter anderem auch Einsatzhundertschaftskräfte und Beamte des Spezialeinsatzkommandos. Auch Rauschmittelspürhunde kamen zum Einsatz.

Polizei: Knapp 100.000 Euro sowie mehrere Kilogramm Drogen beschlagnahmt

Neben einer knapp sechsstelligen Summe Bargeld beschlagnahmten die Ermittler mehrere Kilogramm Drogen, hauptsächlich Marihuana, zudem Haschisch und Kokain sowie geringe Mengen Heroin und Ampullen mit Testosteron. Der Großteil der gefundenen Drogen befand sich in einer sogenannten Bunkerwohnung an der Ritterstraße in Kreuzberg. Die Betäubungsmittel waren mutmaßlich für den illegalen Drogenhandel im Bereich des Kottbusser Tors vorgesehen.

Bei den Durchsuchungsmaßnahmen versuchten zwei 22-Jährige, von denen einer als Intensivtäter bei der Polizei Berlin geführt wird, die Tatverdächtigen in der Ritterstraße vor dem Zugriff durch die Einsatzkräfte des Spezialeinsatzkommandos zu warnen, indem sie durch lautes Hupen auf sich aufmerksam machten. Bei der anschließenden Festnahme der beiden, leistete einer von ihnen erheblichen Widerstand und verletzte eine Beamtin leicht. Sie musste ambulant behandelt werden. Die Festgenommenen wurden im Anschluss an die polizeilichen Maßnahmen wieder entlassen.

In der sogenannten Bunkerwohnung an der Ritterstraße nahmen Polizeikräfte zwei Männer im Alter von 24 und 31 Jahren fest. Sie gelten als Mittäter und sollen neben einem sich auf der Flucht befindlichen 39-Jährigen maßgeblich für die Versorgung der Straßenhändler am Kottbusser Tor verantwortlich sein. Beide sollen noch am Mittwoch beim Bereitschaftsgericht zum Erlass von Haftbefehlen vorgeführt werden.

Das Kottbusser Tor ist bekannt für Straßenkriminalität. Neben Drogenhandel kommt es dort häufig zu Diebstählen und gewalttätigen Auseinandersetzungen. Berlins Innensenatorin Iris Spranger (SPD) hatte kürzlich betont, am Kottbusser Tor solle es bald eine feste Polizeiwache geben. Die Polizeipräsenz und Sichtbarkeit solle dort "deutlich erhöht" werden - durch eine rund um die Uhr besetzte Wache. Zusätzlich solle es eine Videoüberwachung geben.

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