Einsatz

Weltkriegsbombe in Kreuzberg erfolgreich entschärft

Während Bauarbeiten in Berlin wurde eine Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg entdeckt. Am Sonnabend wurde sie in Kreuzberg entschärft.

Nach der Entschärfung twitterte die Polizei Berlin ein Foto mit Einsatzkräften und der schadlos gemachten Weltkriegsbombe aus Kreuzberg.

Nach der Entschärfung twitterte die Polizei Berlin ein Foto mit Einsatzkräften und der schadlos gemachten Weltkriegsbombe aus Kreuzberg.

Foto: Polizei Berlin via Twitter

Die Weltkriegsbombe in Berlin-Kreuzberg ist erfolgreich entschärft worden. "Die Kriminaltechniker des #LKA haben die #Weltkriegsbombe erfolgreich entschärft. Sobald Sie zurück in Ihre Wohnungen können, geben wir Ihnen Bescheid. Bitte haben Sie noch ein wenig Geduld!", twitterte die Polizei Berlin um 17.22 Uhr. Eine Stunde später war es dann soweit: Um 18.22 teilte die Polizei über Twitter mit, dass die Anwohnerinnen und Anwohner zurück in ihre Wohnungen dürfen. Auf dem Foto war auch ein Foto der entschärften Bombe zu sehen.

Insgesamt 7500 Menschen hatten am Sonnabendmorgen ihre Häuser verlassen müssen, weil die Weltkriegsbombe an der Neuenburger Straße in Kreuzberg entschärft worden war. Erst nachdem alle Anwohner in einem Sperrkreis von 300 Metern evakuiert worden waren, konnte ab 16.15 Uhr mit der Entschärfung des Blindgängers auf dem Hof des Patentamts begonnen werden. Etwa eine Stunde später gelang es den Spezialisten des Landeskriminalamtes (LKA) schließlich, die Bombe unschädlich zu machen.

Die 250 Kilogramm schwere Bombe war am Freitag bei Bauarbeiten auf einem Hof des Patentamts gefunden worden. Am Abend informierte die Berliner Polizei auf Twitter über die bevorstehende Evakuierung.

Bombe in Kreuzberg erfolgreich entschärft: 350 Polizisten im Einsatz

Die Polizei war ab 8 Uhr mit 350 Polizisten im Einsatz. Erste Anwohner verließen zu diesem Zeitpunkt bereits ihre Häuser, ohne dass die Beamten dazu aufgefordert hatten. Etwa eine Stunde später begannen die Polizisten, an den Türen der Anwohner zu klingeln und diese hinaus zu bitten. Fahrzeuge der Polizei fuhren durch die Neuenburger Straße und die Alte Jakobstraße. Sie Informierten über ihr Megaphon auf Deutsch, Türkisch und Arabisch, dass Bewohner ihre Häuser räumen müssen und wo sie Unterbringungsmöglichkeiten finden. Auf elektronischen Anzeigetafeln an den Polizeiwagen stand „Blindgänger aufgefunden“ und „Evakuierung“. Auch auf Twitter veröffentlichte die Polizei Informationen auf Türkisch.

Einige Anwohner hatten nichts von der Evakuierung gewusst. „Frühmorgens hat es an der Tür geklingelt und dann habe ich gesehen: Das ist die Polizei“, sagte Shirin I., Bewohnerin der Alten Jakobstraße. Die Beamten hätten ihr erklärt, die Entschärfung einer Bombe beginne bald auf dem Grundstück schräg gegenüber ihres Wohnhauses.

Eine ältere Nachbarin fragte die Beamten, wo sie nun hingehen könne. Die Polizisten erklären ihr am späten Vormittag, dass die Entschärfung noch „bis zu sieben Stunden“ dauern könnte und boten ihr einen Krankentransport an. Die Frau lehnte ab. Sie machte sich auf den Weg zu einer der Unterkünfte, die das Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg für Anwohner organisiert hatte, die während der Entschärfung nicht bei Verwandten oder Bekannten unterkommen konnten. Zu ihnen zählten unter anderem die Passionskirche am Marheinekeplatz 1 und die Heiligkreuzkirche an der Zossener Straße 65. Für die Unterbringung von Corona-Infizierten, Verdachtsfällen und anderweitig Kranken hatte der Bezirk drei Hotels nahe dem Anhalter Bahnhof angemietet.

Luft-, Bahn- und Schifffahrtsverkehr im Sperrkreis stand still

Bei der Räumung der Häuser haben die Einsatzkräfte darauf vertrauen müssen, dass Bewohner korrekte Angaben über eine mögliche Corona-Erkrankung machen, erklärte Sara Lühmann, Pressesprecherin des Bezirksamts Friedrichshain-Kreuzberg. „Wie viele Infizierte wir abholen mussten, wussten wir vorher nicht, da die Quarantäne laut der neuen Verordnung nicht mehr auf behördliche Anweisung erfolgt“, sagte sie. Für den Transport kranker Menschen waren 100 Mitarbeiter von Hilfsdiensten im Einsatz.

Während das LKA die Bombe am Nachmittag entschärfte, stand der Luft-, Bahn- und Schifffahrtsverkehr im Sperrkreis still. Die U-Bahnlinien 1 und 3 fuhren nicht, die Buslinien M41 und 248 wurden umgeleitet. Autofahrer waren dazu angehalten, das Gebiet zu umfahren. Nach der Entschärfung der Bombe am Abend konnte der Verkehr wieder fließen. Und die Anwohner kehrten in ihre Häuser zurück.