Familiendrama

Totes Mädchen (3) in Treptow gefunden - Vater in U-Haft

Ein drei Jahre altes Mädchen wurde tot in einer Wohnung entdeckt. Gegen den Vater wurde ein Haftbefehl wegen Mordes erlassen.

Totes Kind in Wohnung in Berlin entdeckt

In einem Mehrfamilienhaus in Treptow ist am Mittwoch ein totes Kind entdeckt worden. Es handelt sich um ein drei Jahre altes Mädchen. Die Mordkommission ermittelt. Ein Mann hat sich der Polizei gestellt.

Beschreibung anzeigen

Berlin. Familiendrama in Plänterwald: In einem Mehrfamilienhaus an der Köpenicker Landstraße in Treptow-Köpenick ist am Mittwoch gegen 16.45 Uhr ein totes Kind gefunden worden. Nachbarn hatten zuvor Schreie gehört und die Polizei verständigt. Den Beamten vor Ort bot sich ein grauenhaftes Bild. Das Kind wies starke Verletzungen am Hals auf. Reanimationsmaßnahmen des Notarztes blieben erfolglos. Das Kind verstarb noch vor Ort.

Totes Kind gefunden: Mann stellt sich der Bundespolizei

Wie die Polizei der Berliner Morgenpost bestätigte, handelt es sich bei dem Kind um ein drei Jahre altes Mädchen. Während die von den Nachbarn alarmierten Polizisten vor Ort anfingen, den mutmaßlichen Tatort zu sichern, hatte sich der Vater parallel auf einer Wache der Bundespolizei an der Schnellerstraße gemeldet. Der Mann, der die Wache der Bundespolizei aufsuchte, ist 31 Jahre alt und polnischer Staatsbürger.

Zunächst war aufgrund von Verständigungsproblemen unklar, was er wollte und um was es ging. Erst nach und nach kam er heraus, dass er etwas mit einem Tötungsdelikt an der Köpenicker Landstraße zu tun haben könnte. Der Mann stand unter Schock und noch sichtlich unter den Eindrücken des Geschehens. Die Bundespolizei hielt den Mann fest und informierte die Landespolizei, die sofort die Ermittlungen übernahm.

Zwischen der Mutter des Kindes und dem Vater soll es einen Streit gegeben haben

Aufgrund seiner Äußerungen auf der Wache ergab sich der dringende Tatverdacht eines Gewaltverbrechens, sodass er wenig später festgenommen wurde, meldete die Polizei am Donnerstagmittag. Unklar war am Donnerstag noch die Motivlage. Kurz vor der Tat soll es aber zwischen der Mutter des Kindes und dem Vater einen heftigen Streit gegeben haben, hieß es. Keine Erkenntnisse gab es darüber, was Auslöser des Streits gewesen sein soll.

Nach Informationen der Berliner Morgenpost soll der Mann mit dem Kind in der Wohnung allein gewesen sein, als die Tat passierte. Die Mutter der Dreijährigen war laut Polizei nicht zu Hause, erschien nach Informationen der Morgenpost aber nach der Tat vor Ort. Sie erlitt einen Schock und brach zusammen. Die Großmutter erschien ebenfalls nach der Tat und musste auch medizinisch versorgt und von einem Seelsorger betreut werden.

Kriminaltechniker sichern stundenlang Spuren am Tatort

Das Mädchen wies Schnitt- und Stichverletzungen am Hals auf. Die 8. Mordkommission nahm noch in der Nacht die Ermittlungen auf. Auch die Staatsanwaltschaft war vor Ort. Die Halsverletzungen des Mädchens sollen sehr heftig gewesen sein, hieß es. Der alarmierte Notarzt habe nichts mehr tun können. Kriminaltechniker dokumentierten stundenlang den Tatort. Vor allem im Hausflur wurden Spuren gesichert.

Eine Einsatzhundertschaft suchte das Gelände vor und hinter dem Haus nach der Tatwaffe ab. Videos aus der Nacht zeigen, wie die Beamten in einer engen Reihe mit Taschenlampen eine Wiese, Büsche und Laubhaufen vor dem Haus Zentimeter für Zentimeter absuchten. Kriminaltechniker in weißen Schutzanzügen und mit Überziehern über den Schuhen betraten das Haus. In dem Treppenhaus wurde ein Lichtstativ aufgebaut. Die Kriminaltechniker bauten auch eine Leiter auf und sichern akribisch Spuren. Erst gegen 1 Uhr wurde der Leichnam des dreijährigen Mädchens durch die Gerichtsmedizin abtransportiert.

Gegen den 31 Jahre alten Vater des Kindes wurde am Donnerstag ein Haftbefehl wegen Mordes aus niedrigen Beweggründen erlassen. Der Mann befindet sich in Untersuchungshaft.