Angriff

Sprengsatz in Invalidenstraße: Ermittlungen laufen noch

Sprengsatz könnte von Gegnern der Corona-Maßnahmen gezündet worden sein. Innensenator: "Aggressivität steigt".

Ermittler sollen am Tatort ein Bekennerschreiben gefunden haben, in dem die sofortige Einstellung aller Corona-Maßnahmen gefordert wird.

Ermittler sollen am Tatort ein Bekennerschreiben gefunden haben, in dem die sofortige Einstellung aller Corona-Maßnahmen gefordert wird.

Foto: Friso Gentsch / dpa

Berlin. Die Polizei hat noch keine konkreten Hinweise auf die Urheber des Angriffs auf das Robert-Koch-Institut und den Sprengsatz in der Invalidenstraße. „Es gibt zwar ein Bekennerschreiben, aber es ist noch keine eindeutige Zuordnung möglich“, sagte Innensenator Andreas Geisel (SPD) am Donnerstag im Abgeordnetenhaus. Insgesamt sei besorgniserregend, dass die Aggressivität in der politischen Auseinandersetzung ansteige.

Geisel warnte aber vor einem härteren Vorgehen, zum Beispiel gegen Teilnehmer von Anti-Corona-Demonstrationen. „Die Herausforderung für demokratische Parteien besteht darin, Menschen zu überzeugen, wir werden die wachsende Aggressivität nicht mit mehr Repression bekämpfen können.“ Wichtig sei es, im Dialog zu bleiben und Gesprächsangebote zu machen, um die aktuell noch breite Akzeptanz der Corona-Einschränkungen nicht zu gefährden.

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Sprengsatz in der Invalidenstraße: Gegner von Corona-Maßnahmen in Verdacht

Ein Sprengsatz, der am vergangenen Sonntag gegen 9.30 Uhr im Bogengang eines Hauses an der Invalidenstraße in Mitte explodierte, soll von Gegnern der Corona-Maßnahmen gezündet worden sein.

Wie der „Spiegel“ berichtet, sollen Ermittler am Tatort ein Bekennerschreiben gefunden haben, in dem die sofortige Einstellung aller Corona-Maßnahmen, der Rücktritt der Bundesregierung und Neuwahlen gefordert werden. Weitere Aktionen würden andernfalls folgen. Ein Sprecher der Berliner Polizei bestätigte der Berliner Morgenpost, dass ein Bekennerschreiben vorliege. Zu Inhalt oder Absender machte der Sprecher allerdings keine Angaben.

Der mit einem Brandbeschleuniger präparierte Sprengsatz soll einen Computer-Akku und mehrere Spraydosen enthalten haben, heißt es in dem Bericht weiter.

Explosion an der Invalidenstraße in Berlin-Mitte - Die Polizei fragt:

  • Wer hat am Sonntag, den 25. Oktober 2020 zwischen 9 und 10 Uhr im Umfeld der Kreuzung Invalidenstraße Ecke Chausseestraße verdächtige Beobachtungen gemacht?
  • Wer kann sachdienliche Hinweise zur Tat, etwaigen Tatverdächtigen oder Zeugen geben?

Sachdienliche Hinweise nimmt der Polizeiliche Staatsschutz des Landeskriminalamtes unter der Telefonnummer (030) 4664 - 953528, per E-Mail an lka535-hinweis@polizei.berlin.de oder jede andere Polizeidienststelle entgegen.

Laut „Spiegel“ prüfen die Ermittler auch einen möglichen Zusammenhang zu dem Brandanschlag auf das Robert-Koch-Institut, der sich ebenfalls in der Nacht zu Sonntag zwischen 2 und 3 Uhr ereignet hatte.

Der Berliner Grünen-Innenpolitiker Benedikt Lux schrieb am Donnerstag bei Twitter: "Ein Teil der Corona-Proteste wird gewalttätiger und kriminell. Es wird Zeit, dass der Staatsschutz des LKA eine spezialisierte Ermittlungsgruppe gründet, mit dem Verfassungsschutz Informationen austauscht und konsequent Gefahren abwehrt und Straftaten aufklärt."