Bröndby-Oberschule

Polizei-Einsatz an Lankwitzer Schule war Fehlalarm

An der Bröndby-Oberschule in Lankwitz ist es zu einem Polizeieinsatz gekommen. Jetzt ermittelt die Polizei zu dem Fehlalarm.

Berlin. An der Bröndby-Oberschule an der Dessauerstraße in Berlin-Lankwitz ist es am Mittwoch zu einem Polizeieinsatz gekommen. Wie ein Sprecher der Polizei der Berliner Morgenpost sagte, sei die Polizei durch die Schulleitung alarmiert worden. Ein Sprecher der Senatsbildungsverwaltung bestätigte, dass Amokalarm ausgerufen wurde. Dieser habe sich aber nicht bestätigt, twitterte die Polizei am Nachmittag.

Alarm an Bröndby-Oberschule: Schüler und Lehrer schließen sich in Klassenzimmern ein

Wie die Berliner Morgenpost erfuhr, sei der Notruf um 12.02 Uhr in der Sporthalle ausgelöst worden. Der Hausmeister habe die Schulleitung informiert. Die Schüler hätten sich daraufhin in die Klassenzimmer zurückgezogen und dort eingeschlossen. Alle 10. Klassen hätten sich in einem sicheren Raum versammelt.

Nach dem Eintreffen der Einsatzkräfte sei die Schule schrittweise überprüft worden. Der Bereich um die Schule wurde weiträumig abgesperrt. Videos, die vor der Bröndby-Schule aufgenommen wurden und in Elterngruppen kursierten, zeigten schwer bewaffnete SEK-Beamte, die über den Bürgersteig liefen

"Aktuell nehmen wir Verbindung zur Schulleitung auf und klären den Sachverhalt. Weitere Infos folgen hier", hatte es nach dem Alarm in einem Tweet der Polizei geheißen. Der Bereich um die Schule wurde weiträumig abgesperrt.

Nur wenig später meldete die Polizei, eine Gefahr habe sich bislang nicht bestätigt. Das Schulgebäude sei von den Einsatzkräften begangen worden. Rund 650 Schüler und 50 Lehrer wurden daraufhin nach und nach klassenweise von Polizisten aus dem Gebäude herausgeführt worden.

Was den Notruf ausgelöst hatte, ist bisher noch unklar. „Wir ermitteln nun, ob es sich um eine Fehlauslösung oder einen Missbrauch des Alarms handelte“, sagte ein Sprecher der Polizei.

Die Polizei bedankte sich über Durchsagen dafür, dass Ruhe bewahrt worden sei. Lehrer sollten aber selbsttätig keine Schüler entlassen. Die Schüler wurden gebeten, Kontakt zu ihren Eltern auzunehmen. Lehrer sollten mit Namenslisten bei der Polizei erscheinen.

Polizei bittet: "Verzichtet bitte auf das Verbreiten von Fotos"

An die Schülerinnen und Schüler gerichtet schrieb die Polizei bei Twitter: "Bitte habt etwas Geduld, bis unsere Kolleg. euch aus den Klassenräumen holen. Wichtig: Verzichtet bitte auf das Verbreiten von Fotos auf Insta, Snapchat, TikTok etc. aus eurer Schule. Danke!"

Auch die Feuerwehr war vor Ort, Rettungswagen und Notärzte wurden hinzugezogen. Nach Informationen der Berliner Morgenpost sollten Schüler mit Kreislaufproblemen versorgt werden, drei Menschen wurden ins Krankenhaus gebracht. Gegen 17 Uhr zogen sich dann auch die Rettungskräfte zurück.

Der Einsatz hatte auch Auswirkungen auf den Nahverkehr. Die Busse der Linie M82 mussten zeitweise umgeleitet werden.

Zweiter "falscher Alarm" an Berliner Schule innerhalb von vier Wochen

Es war schon der zweite „falsche“ Amokalarm innerhalb von vier Wochen: Ende August durchkämmte das SEK das Max-Taut-Oberstufenzentrum in Rummelsburg. Auch hier fand sich nach fast fünf Stunden nichts.

„Was in Lankwitz der genaue Auslöser war, wissen wir natürlich noch nicht“, sagte ein Sprecher der Senatsbildungsverwaltung zum aktuellen Fall. Grundsätzlich sei es aber so, dass eine Schule mindestens zwei Amok-Alarmknöpfe haben muss, Schulen auf unübersichtlichem Gelände auch mehr.

Diese gelben Knöpfe werden an „kontrollierten Orten“ aufgestell, sprich im Schulsekretariat, im Lehrerzimmer oder beim Hausmeister, so dass Schüler keinen freien Zugang dazu haben. Man müsse den Knopf lange drücken, um einen Amokalarm auszulösen. „Einmal ,dagegenrempeln’ reicht nicht“, hieß es aus der Behörde.

Anders als beim Notrufknopf, den beispielsweise ältere Menschen zu Hause haben, meldet sich danach aber keine Stimme aus einer Zentrale, um sich zu erkundigen, was los ist. Ist der Knopf lange gedrückt, wird der Amokalarm automatisch ausgelöst.