Durchsuchungen

Razzien in Lokalen: Munition gefunden, Konzert aufgelöst

| Lesedauer: 3 Minuten
In der Nacht zu Sonnabend kam es zu Einsätzen in mehreren Kneipen und Cafés.

In der Nacht zu Sonnabend kam es zu Einsätzen in mehreren Kneipen und Cafés.

Foto: Morris Pudwell

Am Freitagabend und in der Nacht zu Sonnabend kam es zu Durchsuchungen in Neukölln, Kreuzberg und Treptow.

Berlin. Einsatzkräfte von Polizei, Zoll und Ordnungsamt haben am Freitagabend und in der Nacht zu Sonnabend bei einer Großrazzia mehrere Lokale in Neukölln, Kreuzberg und Treptow durchsucht. Die Bilanz: 40 Anzeigen, darunter wegen illegalen Glückspiels, Schwarzarbeit, Waffen- und Drogenbesitzes und Verstöße gegen das Infektionsschutzgesetz.

In einem Lokal am Maybachufer fanden die Beamten 100 Schuss scharfe Munition, vermutlich neun Millimeter. Das Umfeld des Lokals gilt als Drogenumschlagplatz. Daraufhin wurde ein Durchsuchungsbeschluss bei der Staatsanwaltschaft erwirkt. Die Beamten fanden zwar keine weitere Munition, dafür aber Marihuana. Der 28-jährige Mitarbeiter konnte keine Angaben zur Herkunft der Munition machen.

In einem weiteren Lokal an der Schönstedtstraße wurden bei Gästen kleinere Mengen Betäubungsmittel festgestellt. Eine Person hielt sich illegal in Deutschland auf und wurde zur Identitätsfeststellung in Gewahrsam genommen. Ferner wurden ein nicht zugelassenes Geldspielgerät beschlagnahmt und ein Strafverfahren wegen illegalen Glücksspiels eingeleitet. In einem Café in der Roseggerstraße versuchte ein Gast, beim Eintreffen der Polizei eine Tüte mit – vermutlich – Kokain wegzuwerfen. Auch dieses wurde sichergestellt und ein Strafverfahren eingeleitet.

In einem Lokal am Treptower Park wurden drei illegale Glücksspielgeräte in einem Hinterzimmer beschlagnahmt. In einem Lokal an der Reuterstraße wurden mehrere Personen aus dem Umfeld der Clankriminalität angetroffen und überprüft. In einer Kneipe an der Hermannstraße wurde außerdem ein Konzert abgebrochen, bei dem sich Besucher und Musiker nicht an die Einhaltung der Corona-Maßnahmen hielten.

Noch nicht alle Bezirke haben Kohlenmonoxid-Messgeräte

Doch nicht alle Bezirke sind bei ihren Kontrolleinsätzen gleich gut ausgestattet. Das geht aus einer Antwort auf eine parlamentarische Anfrage des SPD-Abgeordneten Tom Schreiber hervor, die der Berliner Morgenpost vorab vorliegt. Das betrifft vor allem Geräte zur Messung von Kohlenmonoxid, die gerade bei den Kontrollen der Shisha-Bars eine tragende Rolle spielen. Häufig werden dort Kohlenmonoxid-Werte überschritten, weil Abluftanlagen fehlen oder nicht korrekt installiert sind.

Während diese Geräte bei Polizei und Feuerwehr in großer Stückzahl vorhanden sind, fehlen sie oft in den Ordnungsämtern der Bezirke. Eine Umfrage der Senatsinnenverwaltung ergab, dass die Bezirke Lichtenberg, Treptow-Köpenick sowie Spandau gar keine Messgeräte besitzen. Auch Pankow und Marzahn-Hellersdorf teilten mit, dass man noch keines dieser etwa 200 Euro teuren Geräte besitze, die Anschaffung aber geplant sei. Neukölln hingegen besitzt zwei Geräte, Charlottenburg-Wilmersdorf neun, Friedrichshain-Kreuzberg und Tempelhof-Schöneberg eins. In Steglitz Zehlendorf teilte man mit, die Geräte würden nicht gebraucht, denn der Einsatz diene nicht der Bekämpfung organisierter Kriminalität. „Die Bezirke torpedieren mit ihren Alleingängen den ganzheitlichen Ansatz zur Bekämpfung der organisierten Kriminalität“, kommentierte der SPD-Abgeordnete Schreiber.

Aktuelle Meldungen von Polizei und Feuerwehr aus Berlin und Brandenburg lesen Sie hier.

( BM/ad )