Verkehr

Zwei Radfahrerinnen sterben bei Unfällen in Spandau

Gleich zwei Radfahrerinnen sind am Montag bei Verkehrsunfällen in Spandau ums Leben gekommen.

Ein Polizeibeamter an der Unfallstelle am Altstädter Ring in Spandau.

Ein Polizeibeamter an der Unfallstelle am Altstädter Ring in Spandau.

Foto: Morris Pudwell

Berlin. Zwei Radfahrerinnen sind am Montag in Spandau ums Leben gekommen. Wie die Polizei am Montag mitteilte, sei zunächst ein 25-Jähriger mit seinem Transporter auf der Brüderstraße Richtung Krowelstraße unterwegs gewesen. Als er gegen 11.15 Uhr die Pichelsdorfer Straße überquert habe, habe er die bislang unbekannte Radfahrerin in der Brüderstraße angefahren.

Die Nachforschungen hätten ergeben, dass die Frau die Brüderstraße überqueren wollte. Ob sie fuhr oder ihr Rad geschoben habe, sei derzeit noch unklar. Die Frau habe bei dem Aufprall lebensgefährliche Verletzungen erlitten und sei in ein Krankenhaus gebracht worden, wo sie später starb. Die Identität der Frau konnte am Dienstag geklärt werden. Der Polizei zufolge handelt es sich um eine 66-Jährige.

Der Transporterfahrer musste wegen eines Schocks vor Ort behandelt werden. Der Verkehrsermittlungsdienst der Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen.

Die Polizei sucht Zeugen zu dem Unfall und fragt:

  • Wer hat die Frau unmittelbar vor dem Unfallzeitpunkt beobachtet und kann Angaben dazu machen, wie sie vom Gehweg aus die Fahrbahn der Brüderstraße überqueren wollte?
  • Wer kann sonstige sachdienliche Angaben machen?

Hinweise nimmt der Verkehrsermittlungsdienst der Polizeidirektion 2 in Alt-Moabit 5a in Moabit unter der Telefonnummer (030) 4664-273800 oder jede andere Polizeidienststelle entgegen.

Tödliche Unfälle in Spandau: Seniorin auf Fahrrad angefahren und getötet

Zudem kam am Montag eine Radfahrerin am Altstädter Ring bei einem Unfall mit einem Auto ums Leben. Das bestätigte die Berliner Feuerwehr auf Anfrage. Sie wurde von einer Autofahrerin nahe dem S-Bahnhof Spandau angefahren. Die Seniorin erlitt schwerste innere Verletzungen und starb noch am Unfallort.

Die Polizei sucht auch zu diesem Unfall Zeugen: Tödlicher Radunfall in Spandau: Polizei sucht Zeugen

Die Sperrungen rund um die Unfallstelle am Altstädter Ring führten laut der Verkehrsinformationszentrale (VIZ) zu "chaotischen Verhältnissen". Spandau sei ein "einziger Parkplatz", so die VIZ auf Twitter weiter. Auch zahlreiche Busse der BVG waren von den Sperrungen betroffen.

Bei einem weiteren Unfall erlitt ein Radfahrer schwere Verletzungen. Dabei rammte ein Autofahrer beim Abbiegen in der Nacht zu Dienstag an der Baumschulenstraße Ecke Stormstraße einen Radfahrer. Der wurde von seinem Rennrad geschleudert. Er kam in ein Krankenhaus. Vermutlich hatte der Autofahrer den Radfahrer übersehen.

"Changing Cities" ruft zu Mahnwachen in Spandau auf

Der Verein „Changing Cities“ ruft nach den beiden tödlichen Unfällen zu Mahnwachen in Spandau auf. Geplant ist, zur ersten Mahnwache am Mittwoch um 17.30 Uhr am Unfallort an der Kreuzung Altstädter Ring/ Seegefelder Straße zusammenzukommen. Von dort aus soll dann gemeinsam zum zweiten Unfallort an der Brüderstraße Ecke Pichelsdorfer Straße gefahren werden. „Wir sind entsetzt: Gerade mal zwei Kilometer voneinander entfernt, wurden gestern zwei Menschen getötet“, schreibt Changing Cities am Dienstag auf Twitter.

Auch der Berliner ADFC will sich an der Mahnwache beteiligen. „Wir sind sprachlos“, erklärt der Verband auf Twitter. Der ADFC will, wie es weiter heißt „als VisionZero-Demo vom ADFC-Velokiez ab 15.15 Uhr zum ersten Unfallort Altstädter Ring/Seegefelder Straße“ fahren. „Die VisionZero darf kein leeres Versprechen bleiben“, fordert der Berliner Landesverband weiter. Ziel der Vision Zero ist, dass es keine Toten und Schwerverletzten mehr im Straßenverkehr gibt.

Bereits 38 Verkehrstote in Berlin in diesem Jahr

Obwohl es wegen der Corona-Pandemie weniger Straßenverkehr und weniger Unfälle gibt, ist die Zahl der Verkehrstoten in Berlin damit weiter deutlich gestiegen. 38 Menschen starben bislang auf Berliner Straßen. Davon waren 14 Fußgänger, 13 Radfahrer, 7 Motorrad- oder Rollerfahrer und zwei Autoinsassen. Dazu kamen zwei sonstige Verkehrsteilnehmer.

Die Gesamtzahl der Verkehrsunfälle in Berlin ging durch die Corona-Pandemie stark zurück. Es gab auch deutlich weniger verletzte Menschen. Zahlen liegen bisher beim Amt für Statistik nur bis Mai vor. Demnach ereigneten sich knapp 48.900 Unfälle, 18 Prozent weniger als im Vergleichszeitraum 2019 (knapp 60.000). Knapp 5200 Menschen wurden leicht oder schwer verletzt. Im Jahr davor waren es fast 6500.