Polizeieinsatz

Razzia wegen Drogenhandel: Zwei Männer in U-Haft

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Michaela Menschner
Polizisten laufen bei einer Razzia  in Berlin wegen Handelns mit Betäubungsmitteln zurück zu ihren Einsatzfahrzeugen.

Polizisten laufen bei einer Razzia in Berlin wegen Handelns mit Betäubungsmitteln zurück zu ihren Einsatzfahrzeugen.

Foto: dpa

Eine Drogenbande soll mit flüssigem Schmerzmittel gehandelt haben. Auch ein Arzt ist wohl beteiligt. Zwei Männer sitzen nun in U-Haft.

Berlin. Am Mittwochmorgen hat die Polizei eine Razzia in Berlin und Brandenburg gegen den organisierten Drogenhandel durchgeführt. Im Zentrum des Einsatzes sollen dabei Mitglieder einer arabischen Großfamilie gestanden haben. Bei den Durchsuchungen wegen des Verdachts des bandenmäßigen Handels mit dem Schmerzmittel Tilidin, einem synthetischen Opioid, vollstreckte die Polizei vier Haftbefehle.

Ein 77 Jahre alter praktizierender Facharzt soll zu den Taten Hilfe geleistet haben, indem er die erforderlichen ärztlichen Verordnungen unter anderem für die vier Hauptverdächtigen im Alter zwischen 29 und 44 Jahren ausgestellt haben soll. Die mutmaßlichen Bandenmitglieder sollen die Rezepte in einer Apotheke in Neukölln vorgelegt und sich auf diesem Wege erhebliche Mengen flüssigen Tilidins verschafft haben.

Das Tilidin soll von den Tatverdächtigen anschließend für circa 80 Euro pro Flasche weiterverkauft worden sein. Mit dem Erlös sollen die mutmaßlichen Mitglieder der Bande ihren Lebensunterhalt finanziert und etwa 70.000 Euro auf kriminellem Weg erlangt haben haben. Ob sich der Verdacht weiterer Tatbeteiligungen ergibt, muss durch die weiteren Ermittlungen geklärt werden.

Wie die Generalstaatsanwaltschaft Berlin am Donnerstag mitteilte, befinden sich die 31 und 44-jährigen Hauptbeschuldigten in Untersuchungshaft. "Die hochschwangere 29-jährige Tatverdächtige sowie der 77-jährige Arzt und mutmaßliche Gehilfe sind gestern vom Vollzug der Untersuchungshaft verschont worden", hieß es weiter.

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Beamte einer Einsatzhundertschaft, des Landeskriminalamtes (LKA) sowie eines Spezialeinsatzkommandos (SEK) hatten insgesamt neun Objekte durchsucht, darunter auch eine Wohnung an der Borussiastraße in Tempelhof. Neben den Wohn- und Aufenthaltsanschriften der mutmaßlichen Bandenmitglieder wurden auch die Praxisräume des tatverdächtigen Arztes und die zur Einlösung der Verordnungen regelmäßig aufgesuchte Apotheke durchsucht.

Der Einsatz hatte den Zweck, Beweismittel zu sichern und mehrere Haftbefehle auszuführen. Auch ein hochwertiges Fahrzeug wurde beschlagnahmt. Insgesamt waren rund 100 Polizisten im Einsatz.

Bei den Durchsuchungen in den Bezirken Tempelhof-Schöneberg und Neukölln sowie in Brandenburg, in der Gemeinde Kleinmachnow und in der Stadt Teltow, wurden scharfe Munition, Tilidin und Bargeld gefunden.