Antisemitismus

Antisemiten stören "Zoom"-Konferenz mit Hitler-Bildern

Antisemitische Störer wählten sich in eine "Zoom"-Konferenz mit einem Holocaust-Überlebenden. Die Veranstaltung wurde unterbrochen.

Berlin. Eine von der israelischen Botschaft in Berlin ausgerichtete öffentliche Veranstaltung über das Videokonferenz-System „Zoom“ am Montagabend mit dem Holocaust-Überlebenden Tswi Herschel ist von von Antisemiten gestört worden. Anti-israelische Aktivisten sollen sich eingewählt, judenfeindliche Parolen geschrien und Bilder von Adolf Hitler gepostet haben. Das schrieb die Botschaft am Dienstagmorgen auf Twitter. Demnach musste die Veranstaltung unterbrochen werden.

Nach einer kurzen Pause habe man sie dann ohne die Störer weiterführen können. „Die Respektlosigkeit gegenüber dem Gedenken an den Holocaust und der Würde des Überlebenden ist eine unbeschreibliche Schande und zeigt das offen antisemitische Wesen der Aktivisten“, schrieb Issacharoff. Anlass des Gesprächs mit dem Überlebenden war der am Montag und Dienstag stattfindende israelische Feiertag Yom HaShoa – der Gedenktag für die Opfer des Holocaust.

Event wurde vorher auf Facebook angekündigt

Die Veranstaltung unter dem Titel „Zikaron baSalon“ (Erinnerung im Wohnzimmer) findet bereits seit mehreren Jahren als Treffen statt – aufgrund der Corona-Epidemie in diesem Jahr allerdings virtuell. Dazu habe man extra Zoom gewählt, weil sich Nutzer dort auch einbringen und Fragen stellen können, sagte eine Botschaftssprecherin auf Nachfrage. „Das Format ist ein Dialog.“ Die Überlebenden sollen ihre Geschichten mit ihnen Unbekannten teilen können. Das öffentliche Event wurde im Vorfeld auf der Facebook-Seite der Botschaft angekündigt.

„Wenige Minuten bevor es startete, waren dort eine Gruppe anonymer Nutzer“, so die Sprecherin weiter. Sie hätten Herschel nicht zu Wort kommen lassen, Dinge wie „Palestine!“ geschrien und eben diese Bilder gezeigt. Am Vormittag war noch unklar, ob die Botschaft wegen des Vorfalls rechtliche Schritte einleiten wird.

( psi )