Verkehr

Verkehrssicherheit - Polizei ahndet Tausende Verstöße

Fünf Tage lang kontrollierte die Polizei den Verkehr - und ahndete Tausende Verstöße von Autofahrern, Radlern und E-Scooter-Fahrern.

Die Polizei kontrollierte auch zahlreiche Fahrradfahrer.

Die Polizei kontrollierte auch zahlreiche Fahrradfahrer.

Foto: Maurizio Gambarini / FUNKE FotoServices

Die Polizei Berlin hat bei ihren Verkehrssicherheitstagen Tausende Verstöße geahndet. Vom 17. bis zum 21. Februar hatten laut Mitteilung der Behörde insgesamt rund 1990 Beamte an 478 Kontrollstellen insgesamt 5603 Verkehrsteilnehmer überprüft. Das Ergebnis: 3966 Verkehrsordnungswidrigkeiten und 107 Verkehrsstraftaten. Die Einsätze dienten insbesondere auch dem Schutz des Radverkehrs.

Allein in diesem Jahr sind bereits 15 Menschen auf Berlins Straßen ums Leben gekommen.

Die Bilanz der Polizei Berlin zu den Verkehrsverstößen im Einzelnen:

  • Abbiegeverstöße, besonders durch Kraftfahrer: 650
  • Alkohol- und Drogenverstöße: 35 Alkoholisierte, 43 unter Drogeneinfluss. Den Höchstwert hatte ein 33-Jahre alter E-Scooter-Fahrer mit 2,3 Promille.
  • Geschwindigkeitsverstöße: 531 bei 57 Einsätzen.
  • Rote Ampel missachtet: 425, davon 208 Radfahrer, 215 Kraftfahrzeugfahrer, zwei E-Scooter-Fahrer.
  • Autorennen: 2 plus vier Profilierungsfahrten. Ein Führerschein und ein Fahrzeug wurden beschlagnahmt.
  • Schulwegüberwachung: 19 Kinder waren nicht vorschriftsmäßig gesichert. 156 Verstöße gegen die Gurtpflicht.
  • Handy am Steuer: 285
  • Fahrradstraßen: 84 Fahrer von Kraftfahrzeugen fuhren verkehrswidrig durch Fahrradstraßen.
  • Radfahrer: 331 Verkehrsordnungswidrigkeiten, darunter: 208 Rotlichtverstöße, 62-mal Fahren auf Gehwegen
  • Halten und Parken: 1795, 65 Umsetzungen, darunter:
    Radverkehrsanlagen: 183 (14 Umsetzungen)
    Busspur: 80 (15 Umsetzungen)
    Zweite Reihe: 209 (8 Umsetzungen)
    Fünf-Meter-Bereich vor Kreuzungen: 192 (7 Umsetzungen)
    Lieferzonen: 133 (8 Umsetzungen)
    Sonstige: 998 (13 Umsetzungen)

Einen besonderen „Fang“ machten Beamte des Abschnitts 61 am Sonnabend gegen 2.30 Uhr in der Dorfstraße in Malchow. Dort hatte ein Lkw hochwertige Fahrräder geladen, die teilweise als gestohlen gemeldet waren. Der 19 Jahre alter Fahrer hatte keinen gültigen Führerschein und zeigt zunächst einen gestohlenen Ausweis vor. Er wurde in ein Polizeigewahrsam gebracht und anschließend wegen eines bestehenden Vorführbefehls über zwei Wochen Dauerarrest der Justiz übergeben.

ADFC nennt Kontrollen notwendig aber Tropfen auf den heißen Stein

Der Allgemeine Deutsche Fahrradclub (ADFC) Berlin begrüßte die Schwerpunktkontrollen als „notwendiges Zeichen“. Sprecher Nikolas Linck nannte die Tausenden festgestellten Verstöße aber „erschreckend“ und die selten stattfindenden Schwerpunktaktionen „Tropfen auf den heißen Stein“. „Seit Jahren versagt die Stadt darin, den Verkehr wirklich sicherer zu machen“, sagte Linck und forderte „unangekündigte, regelmäßige Kontrollen, die sich nach den Hauptunfallursachen richten“. Auf Abbiegeverstöße müsse auch außerhalb von Schwerpunktaktionen geachtet werden, so Linck weiter. „Die alltäglichen Geschwindigkeitsverstöße müssen durch mehr Radarkontrollen geahndet werden.“ Die Fahrradstaffel der Polizei müsse aufgestockt und auf die ganze Stadt ausgeweitet werden.