Friedrichstraße

Schreckschuss löst Polizeieinsatz am Checkpoint Charlie aus

Nach einem angeblichen Raubüberfall auf einen "Starbucks" hat es einen Polizeieinsatz gegeben. Nun wurde eine Patronenhülse entdeckt.

Polizeibeamte am "Starbucks" nahe dem Checkpoint Charlie

Polizeibeamte am "Starbucks" nahe dem Checkpoint Charlie

Foto: Morris Pudwell

Große Aufregung am Montagnachmittag am Checkpoint Charlie. Nach einem angeblichen Raubüberfall auf ein "Starbucks"-Café hat es am Montag einen großen Polizeieinsatz gegeben. Ein Zeuge hatte berichtet, er habe Schüsse an der Kreuzung Friedrichstraße und Kochstraße gehört. Menschen hätten geschrien und seien in das Café geflüchtet. Angestellte einer Bäckerei an der Kreuzung berichteten, sie hätten wegen des Tumults auf der Straße die Polizei alarmiert.

Ein Büromitarbeiter sagte, er habe sich gerade einen Kaffee holen wollen, als er mehrere Mal einen Knall gehört habe. Zunächst habe er an Böller gedacht, dann jedoch Schreie gehört und Menschen loslaufen gesehen.

Wie die Polizei zunächst getwittert hatte, sollte ein unbekannter Verdächtiger ersten Erkenntnissen zufolge "in einem Geschäft mehrere Schüsse abgegeben haben". Man gehe davon aus, dass der Schussabgabe ein versuchter Überfall auf ein Geschäft in der Friedrichstraße vorausgegangen sei, hieß es später, man habe die Situation unter Kontrolle.

Der Verdacht bestätigte sich allerdings nicht. Die Polizei twitterte später, nach Befragungen weiterer Zeugen und Begehung des gesamten Hauses in der Friedrichstraße hätten sich die gemeldeten Schüsse bisher nicht bestätigt. Es gebe auch keine weiteren Hinweise auf eine verdächtige Person. Man gehe der Sache aber weiter nach. Später teilte die Polizei bei Twitter mit, sie habe eine Patronenhülse einer Schreckschusswaffe gefunden. Offenbar war also aus einer solchen Waffe mindestens ein Schuss gefallen.

Ein Polizist vor Ort hatte zunächst sogar gesagt, dass es Verletzte gebe. Zudem war die Rede davon gewesen, dass sich der Täter noch in einem Gebäude aufhalten soll. Beides bestätigte sich ebenfalls nicht.

Eine Polizeisprecherin sagte der Berliner Morgenpost, dass man die Maßnahmen langsam herunterfahre. Eine Durchsuchung des Hauses ergab keine Hinweise auf eine Straftat, die Hinweise auf einen Raubüberfall hätten sich nicht verdichtet. Polizisten sind trotzdem weiter in dem Gebiet unterwegs. Man ermittele weiter wegen des Verdachts einer möglichen Straftat, und zwar wegen eines Verstoßes gegen das Waffengesetz.

Kochstraße / Rudi-Dutschke-Straße in beiden Richtungen gesperrt

Auch ein Krankenwagen der Feuerwehr war vor Ort. Die Polizei hatte den Bereich rund um die Kreuzung Friedrichstraße und Kochstraße abgesperrt. Ein Spezialeinsatzkommando rückte aus, um den angeblichen flüchtigen Täter zu fassen. Auch der Bus M29 wurde umgeleitet, die U-Bahn-Züge der U6 fuhren am U-Bahnhof Kochstraße ohne Halt durch.