Fußball

Fans von TeBe angegriffen und antisemitisch beleidigt

Am Rande eines Spiels in Marienfelde wurden Anhänger des Charlottenburger Klubs TeBe angegriffen und antisemitisch beleidigt.

Wurden angegriffen: Fans von Tennis Borussia Berlin (Archivbild).

Wurden angegriffen: Fans von Tennis Borussia Berlin (Archivbild).

Foto: imago sportfotodienst / imago/Sebastian Wells

Berlin. Anhänger des Berliner Fußball-Landesligisten FC Stern Marienfelde sollen Fans des Oberligisten Tennis Borussia Berlin (TeBe) angegriffen und antisemitisch beleidigt haben. Bereits während der Achtelfinal-Partie um den Berliner Landespokal am Freitagabend auf dem Sportplatz „An der Dorfkirche“ in Marienfelde sollen die Heimfans judenfeindliche Beschimpfungen von sich gegeben haben, teilte die Polizei am Sonnabend mit.

Angreifer in Hertha-Kleidung

Nach Angaben von Fans wurde außerdem Pyrotechnik gezündet. Nach dem Spiel, das Marienfelde überraschend 3:1 (2:0) gegen den zwei Klassen höher spielenden Favoriten gewann, wurden die TeBe-Anhänger attackiert. Zeugenangaben zufolge wurde dabei auch ein Mann geschlagen. „Wir gehen aber nicht davon aus, dass die Angreifer zu Stern Marienfelde gehört haben“, sagt Tobias Schulze aus dem TeBe-Vorstand. Denn einige der Angreifer hätten Kleidung von Hertha BSC getragen.

Im Anschluss gab es an einer Bushaltestelle in der Nähe weitere Übergriffe. Dabei versuchten mehrere Angreifer, in einen Bus der Linie M11 zu gelangen, um TeBe-Fans anzugreifen. Beim Versuch, die Angreifer zu beruhigen, wurde ein 43-Jähriger mit einem Ast ins Gesicht geschlagen und verletzt.

Eine 36-Jährige, die mit im Bus saß, erlitt einen Schock und musste von einem Rettungssanitäter vor Ort behandelt werden. Die Angreifer waren vor Eintreffen der Polizei bereits verschwunden.

Polizeilicher Staatsschutz ermittelt

Der Polizeiliche Staatsschutz des Landeskriminalamts ermittelt wegen schweren Landfriedensbruchs. Die Fans des Charlottenburger Vereins Tennis Borussia gelten als ausgesprochen links. Der Verein hat traditionell viele jüdische Anhänger. Es sei nicht der erste Angriff auf TeBe-Anhänger, so Vorstand Schulze.

„Es ist natürlich unschön und tut uns für unsere Fans und Mitglieder leid.“ Die hätten einen gehörigen Schreck erlitten. „Aber wir sind erleichtert, dass niemand schwer verletzt wurde.“ Trotzdem müsse auch im Amateurbereich entspannt Fußball geschaut werden können.

Nicht der erste Angriff auf TeBe-Fans

Tennis Borussia setzt sich nach eigenen Angaben aktiv für Toleranz und Weltoffenheit ein. „Es kommt immer mal wieder auch zu homophoben und sexistischen Beschimpfungen gegen unsere Fans“, sagte der Vereinssprecher. Zuletzt sei bei einem Auswärtsspiel der zweiten Mannschaft bei Hansa Rostock versucht worden, Fan-Utensilien der Gäste zu stehlen. „Unsere Fans haben auf so etwas keine Lust“, sagte der Sprecher.