Fall eingestellt

Soldat soll sich fremdenfeindlichen Attacke ausgedacht haben

In Neukölln sollen zwei Männer einen türkischstämmigen Soldaten angegriffen haben. Nun wurden die Ermittlungen eingstellt.

Es besteht der Verdacht, dass ein Soldat sich den Angriff in Neukölln auf ihn selbst ausgedacht hat (Symbolbild).

Es besteht der Verdacht, dass ein Soldat sich den Angriff in Neukölln auf ihn selbst ausgedacht hat (Symbolbild).

Foto: Sebastian Gollnow / dpa

Berlin. Im Fall eines türkischstämmigen Bundeswehrsoldaten, der angeblich in Neukölln angegriffen wurde, ist das Ermittlungsverfahren eingestellt worden. Stattdessen werde nun gegen den 25 Jahre alten Obergefreiten ermittelt, sagte der Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft Berlin, Martin Steltner, am Donnerstag.

Die Untersuchungen hatten Widersprüche in den Angaben des Mannes ergeben, die nicht zu klären waren, teilte die Generalstaatsanwaltschaft auf Twitter mit. Es bestehe der Verdacht, dass sich der Soldat den Angriff ausgedacht habe. Demnach spreche vieles dafür: „Es wurden Zeugen vernommen, Videoaufnahmen ausgewertet und die Verletzungen untersucht“, erklärte Steltner. Das Motiv für die Vortäuschung einer Straftat sei noch unklar.

Der 25-Jährige hatte behauptet, von zwei Männern ausländerfeindlich attackiert worden zu sein. Nach eigen Angaben sei der Obergefreite in Uniform am 2. September an der Saalestraße unterwegs gewesen. Dabei habe er angeblich zwei Männer bemerkt, die ihm folgten.

Diese hätten unvermittelt auf ihn eingeschlagen und getreten. Einer der Angreifer habe ihn beschimpft und gerufen, nur Deutsche dürften die Uniform eines Soldaten tragen.

Am Bein des Soldaten wurde eine Verletzung festgestellt, die er nach eigenen Angaben bei dem Angriff erlitten habe.

Alarmierte Polizisten konnten die Täter nicht finden. Der für politisch motivierte Taten zuständige Staatsschutz der Kriminalpolizei hatte daraufhin in dem Fall ermittelt.