Hermannstraße

Reichsbürger in Kampfmontur löst Einsatz in Bahnhof aus

Das martialische Outfit des Mannes versetzte Fahrgäste am Bahnhof Hermannstraße in Angst. Seine Waffe entpuppte sich als Imitat.

Der Mann war in Kampfmontur am S-Bahnhof Hermannstraße in Neukölln unterwegs. Besorgte Passanten alarmierten die Polizei.

Der Mann war in Kampfmontur am S-Bahnhof Hermannstraße in Neukölln unterwegs. Besorgte Passanten alarmierten die Polizei.

Foto: Privat

Berlin. Auf dem S- und U-Bahnhof Hermannstraße in Neukölln hat ein "Reichsbürger" in einem Kampfanzug am Donnerstag einen Polizeieinsatz ausgelöst. An den Ärmeln seiner dunklen Funktionskleidung waren die preußische Fahne sowie die bei Pegida-Anhängern beliebte rot-gelb-schwarze Wirmer-Fahne als Aufnäher befestigt.

Der Mann war gegen 15 Uhr mit Sonnenbrille auf einem Segway im Bahnhofsbereich unterwegs, auf dem Kopf trug er einen Helm samt Kamera, dazu einen Camouflage-Rucksack und Stiefel. Auf dem Helm befand sich ebenfalls ein Symbol mit Reichsadler und schwarz-weiß-roten Farben. Vermeintlich hatte der Mann eine Waffe bei sich, diese stellte sich allerdings als ein Imitat aus Holz heraus.

Besorgte Passanten verständigten die Polizei. Bundespolizisten und Sicherheitskräfte der Deutschen Bahn stellten den Mann, nahmen ihn fest.

Reichsbürger am Bahnhof Hermannstraße - Augenzeuge: „Der sieht aus wie der Attentäter von Halle“

„Hier ist gerade jemand festgenommen werden, der sieht aus wie der Attentäter von Halle“, sagte ein Augenzeuge der Berliner Morgenpost. Fahrgäste hätten Angst gehabt, der Mann sei renitent gewesen und habe sich geweigert, den Anweisungen der Polizei Folge zu leisten.

Ermittelt wird gegen den Mann wegen Hausfriedensbruchs, weil er sich weigerte, den Bahnhof zu verlassen. Er wurde auf das Polizeirevier am Südkreuz gebracht und am Nachmittag verhört.

Nach Informationen der Berliner Morgenpost handelt es sich bei dem Mann um einen 55 Jahre alten polizeibekannten sogenannten „Reichsbürger“.

Razzia bei Reichsbürgern Anfang September in Mitte und Spandau

„Reichsbürger“ erkennen den Staat Bundesrepublik Deutschland, seine Gesetze und Behörden nicht an und wehren sich teilweise gewaltsam gegen staatliche Maßnahmen. Bundesweit soll es nach Angaben des Verfassungsschutzes rund 19.000 Mitglieder dieser Szene geben.

In Mitte und Spandau erfolgte Anfang September eine Razzia gegen mutmaßliche Mitglieder der „Reichsbürger“-Gruppierung „Geeinte deutsche Völker und Stämme“.