Großeinsatz

Razzia in Wedding: Mann wegen Kindesmissbrauch verhaftet

Im Kampf gegen kriminelle Clans und Rockern ermittelten Sicherheitsbehörden am Freitagabend in Wedding. Dabei gab es einen "Beifang".

Ein schwer bewaffneter Polizist am Freitagabend bei einer Razzia in Wedding.

Ein schwer bewaffneter Polizist am Freitagabend bei einer Razzia in Wedding.

Foto: Thomas Peise

Berlin. Einen erfolgreichen „Beifang“ machte die Polizei am Freitagabend im Rahmen einer großangelegten Razzia in Wedding. Bei den Durchsuchungen und Kontrollen, die sich gegen die Organisierte Kriminalität richteten, konnte auch ein internationaler Haftbefehl vollstreckt werden.

Die Polizisten verhafteten gegen 21.45 Uhr einen Mann in einer Shisha-Bar an der Liebenwalder Straße. Der 29 Jahre alte Mann, der bereits mit einem internationalen Haftbefehl gesucht wurde, steht unter dem Verdacht, Kinder sexuell missbraucht zu haben. Das erfuhr die Berliner Morgenpost aus Sicherheitskreisen.

Razzia in Berlin-Wedding: 210 Beamte im Kampf gegen kriminelle Clans und Rocker

Neben der erfolgreichen Verhaftung des international gesuchten Mannes richtete sich das Hauptaugenmerk der etwa 210 Beamten auf Bars und ähnliche gastronomische Einrichtungen. Geführt wurde dieser Schwerpunkteinsatz im Kampf gegen kriminelle Clans und Rocker von der gemeinsamen Ermittlungsgruppe „Zigaretten“ von Zollfahndung und Landeskriminalamt (LKA).

Vor Ort waren neben der Zollfahndung und dem LKA auch das Bundeskriminalamt und Beamte eines Finanzamtes. Dabei handelte es sich um Mitarbeiter des Finanzamtes für Fahndung und Strafsachen Berlin und des Finanzamtes Wedding. Die Zollfahndung Berlin-Brandenburg wurde von Beamten des Hauptzollamtes unterstützt.

Hintergrund: Clans eröffnen Friseursalons zur Geldwäsche

Zwei Lokale geschlossen, in vier Bars der Shisha-Betrieb verboten

Insgesamt durchsuchten die Einsatzkräfte in der Zeit von 20.30 Uhr bis 1 Uhr nachts elf Lokale an der Liebenwalder Straße, der Müllerstraße, der Schulstraße, der Barfusstraße und der Hochstädter Straße. Im Rahmen der Durchsuchungen und Kontrollen in Shisha-Bars, Cocktailbars, Cafés und Wettbüros beschlagnahmten die Einsatzkräfte elf Glücksspielautomaten und 20 Kilogramm illegalen Wasserpfeifentabak. Auch ein Auto wurde beschlagnahmt.

Darüber hinaus wurden zahlreiche Gewerbeverstöße und auch Schwarzarbeit festgestellt. Das Finanzamt stellte zudem mehrmals unrichtige Kassenführungen fest. Zwei Lokale wurden noch während der Durchsuchungen von den Ermittlern geschlossen. Wie die Polizei mitteilte, war darunter ein Wettbüro an der Schulstraße, da dort kein Verantwortlicher angetroffen werden konnte. In vier Lokalen wurde der Shisha-Betrieb untersagt. Die Einsatzkräfte stellten dort unter anderem mehrere Verstöße gegen das Nichtraucherschutzgesetz und Gewerbedelikte fest.

„Federführend bei diesem Einsatz war die Polizei“, sagte Christian Lanninger, Sprecher des Zollfahndungsamtes. „Dabei haben wir die Kollegen gern unterstützt, denn für uns ergeben sich aus solchen Kontrollen oftmals auch neue Ermittlungsansätze um möglicherweise Verfahren wegen Steuerhinterziehung zu eröffnen beziehungsweise zu führen.“

Sicherheitskreise: Keine richtigen Kontrollen in Wedding in den vergangenen Jahren

In Sicherheitskreisen hieß es, dass man anhand der Anzahl der beschlagnahmten Glücksspielgeräte davon ausgehen könne, dass im Wedding in den vergangenen Jahren keiner richtig kontrolliert habe. In Neukölln würde man jetzt nicht mehr solche Zahlen produzieren. Dort gab es in den vergangenen Monaten regelmäßig solche Schwerpunkteinsätze gegen die Organisierte Kriminalität.

Während der Maßnahmen gerieten auch mehrere Autofahrer ins Visier der Polizei. In drei Fällen wurde gegen das Pflichtversicherungsgesetz verstoßen. In der Antonstraße beschlagnahmte die Polizei den Mercedes eines 53-Jährigen. Unter anderem waren die Reifen des Autos stark beschädigt, so dass für das Fahrzeug ein technisches Gutachten erstellt werden muss.

Bei diesen Großeinsätzen gehe es darum, Strukturen krimineller Clans zu erhellen und Straftaten aufzuklären, sagte ein Polizeisprecher. Per Twitter teilte die Polizei mit: „Stadtweit den Kontrolldruck auf kriminelle Strukturen zu erhöhen heißt auch, dass wir nach gestern (Steglitz/Zehlendorf und Schöneberg) heute nochmal in Berlin-Mitte unterwegs sind.“