Mordkommission

Totes Baby: Polizei prüft Verbindungen zu anderen Fällen

Im Fall des toten Mädchens in Lichtenrade sucht die Polizei nach Querverbindungen, insbesondere zum Berliner Findelbaby-Fall.

Polizisten suchen den Uferbereich ab.

Polizisten suchen den Uferbereich ab.

Foto: Morris Pudwell

Berlin. Beim Fall des in Lichtenrade gefundenen toten Säuglings sucht die Polizei auch nach Querverbindungen zu anderen, ähnlichen Fällen. Derzeit werde gerade ein DNA-Test angefertigt. Ergebnisse sollen Anfang der kommenden Woche vorliegen, sagte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft Berlin, Mona Lorenz, der Berliner Morgenpost am Mittwoch auf Nachfrage.

Ein DNA-Test soll auch Gewissheit darüber bringen, ob Ermittler eine Verbindung zum Berliner Findelbaby-Fall ausschließen können. Dort waren drei Jahre in Folge im Norden Berlins Babys ausgesetzt worden. Das passierte immer so, dass die Wahrscheinlichkeit hoch war, dass sie gefunden werden. Zuletzt hatten die Ermittler aber eine deutliche Eskalation ausgemacht. Das letzte Kind, das gefunden worden war, war stark unterkühlt. Auch in diesem Fall ermittelt eine Mordkommission.

Toter Säugling war ein Mädchen

Bei dem toten Säugling, der am Montag in Lichtenrade gefunden wurde, handelt es sich nach Angaben der Staatsanwaltschaft um ein Mädchen. „Der Säugling war schon mehrere Tage tot, bevor er gefunden wurde“, sagte Martin Steltner, Sprecher der Staatsanwaltschaft, nach der Obduktion. Die Todesursache kann nach Angaben der Staatsanwaltschaft nicht festgestellt werden. Wie eine Sprecherin der Berliner Generalstaatsanwaltschaft am Mittwoch sagte, wurde zwar eine Obduktion durchgeführt, jedoch habe das tote Mädchen schon zu lange am Ufer des Dorfteichs gelegen.

Wie berichtet, hatte ein Spaziergänger, der mit seinem Hund in Lichtenrade unterwegs war, am Montagvormittag den Leichnam des Säuglings am Ufer des Lichtenrader Dorfteiches entdeckt. Der schockierte Hundebesitzer alarmierte gegen 9.45 Uhr die Polizei. Die 5. Mordkommission rückte kurze Zeit später mit großem Aufgebot an der Fundstelle an der Straße Alt-Lichtenrade an. Die Leiche lag in eine Decke eingewickelt im Uferschlamm. Daher kamen auch Polizeitaucher zum Einsatz. Mit einer Drohne machten die Mitarbeiter der Kriminaltechnik Luftaufnahmen vom Fundort und der Umgebung. Zudem verschafften sich die Ermittler von einem Kran aus einen Überblick und suchten nach weiteren Hinweisen.

Tötungsdelikt kann nicht ausgeschlossen werden

Die Spurensuche dauerte bis zum späten Montagnachmittag am und im Wasser an. Da ein Tötungsdelikt nicht ausgeschlossen werden kann, hat die 5. Mordkommission die Ermittlungen übernommen. Es ist nicht auszuschließen, dass sich die Ermittler in den nächsten Tagen mit Fragen und Fotos an die Öffentlichkeit wenden werden. Wann das der Fall sein wird, konnte die Polizei noch nicht sagen.