Marzahn-Hellersdorf

Nach Großfeuer in Berlin: Feuerwehr löscht Glutnester

Am Sonntag ist ein Brand in einem Industriegebiet ausgebrochen. Die Feuerwehr war im Großeinsatz und löscht noch einzelne Glutnester.

Am Sonntag brach in einer Lagerhalle in Berlin ein Großbrand aus.

Am Sonntag brach in einer Lagerhalle in Berlin ein Großbrand aus.

Foto: Thomas Peise

Berlin. Nach dem Ausbruch eines Feuers auf dem Gelände einer Autoverwertungsanlage in Marzahn-Hellersdorf ist der Brand nach Angaben der Feuerwehr unter Kontrolle. „Es wird aber noch Stunden dauern, bis der Brand gelöscht ist“, sagte ein Feuerwehrsprecher am Sonntagabend.

Der Lagedienst der Berliner Feuerwehr sagte am Montagmorgen auf Anfrage der Berliner Morgenpost, die Nacht sei ruhig gewesen. Allerdings habe man am Morgen noch einige Glutnester entdeckt, so dass man jetzt wieder mit einigen Fahrzeugen zum Brandort unterwegs sei. Die Lage sei weiter unter Kontrolle, der Brand sei aber noch nicht vollständig und abschließend gelöscht.

Die Lagerhalle unweit des S-Bahnhofs Gehrenseestraße, die auf einer Fläche von 30 mal 40 Meter in Brand geraten war, sei zum Teil eingestürzt. Ein Übergreifen der Flammen auf andere Gebäude konnte die Feuerwehr aber verhindern. Rund 80 Kräfte waren im Einsatz.

Ein Augenzeuge vor Ort berichtete von einer Rauchsäule, die 100 Meter in den Himmel ragte. Der dichte, schwarze Qualm war weit über die Stadt hinweg zu sehen. In der Halle lagerten nach ersten Erkenntnissen Autoteile wie Getriebe, Lampen und Motorenbauteile. Es habe mehrere Explosionen gegeben, sagte der Feuerwehrsprecher. Vermutlich seien in der Halle auch Gasflaschen gelagert gewesen.

Menschenleben waren nicht in Gefahr, sagte der Feuerwehrsprecher. Zur Brandursache ist derzeit noch nichts bekannt, die Kriminalpolizei ermittelt. Eine Brücke zum Gelände im Nordosten der Stadt wurde nach kurzer Zeit gesperrt. Die Polizei bat Dutzende Schaulustigen, die Brücke zu verlassen.

Amtliche Gefahrenwarnung herausgegeben

Die Feuerwehr hatte am Abend eine amtliche Gefahrenmeldung herausgegeben, die die Anwohner in Hohenschönhausen vor einer möglichen Geruchsbelästigung warnte. Auch die Landkreise Oberhavel und Barnim könnten örtlich betroffen sein. Anlieger wurden aufgefordert, Fenster und Türen geschlossen zu halten und Klima- und Lüftungsanlagen abzuschalten. Messwagen der Feuerwehr hätten zwar in der Umgebung nur geringe Brandgase festgestellt, die nicht gesundheitsgefährdenden Bereich lagen, so der Feuerwehrsprecher. Die Warnung wurde aber sicherheitshalber aufrecht bis 22 Uhr aufrecht erhalten.

Schwellenbrand an den S-Bahngleisen

Wegen eines Schwellenbrandes an der Friedrichstraße in Mitte war es am Sonntagnachmittag zu Verspätungen und vereinzelten Zugausfällen bei der Berliner S-Bahn gekommen. Der Zugverkehr der S3, S5 und S7 konnte zeitweise nur über ein Gleis abgewickelt werden. Die Feuerwehr löschte den Brand schnell. Gegen 18.30 Uhr lief der Verkehr wieder auf beiden Gleisen, es kam noch zu vereinzelten Verspätungen.

Waldbrand bei Berlin noch nicht gelöscht

Für starken Brandgeruch in Berlin sorgte am Montagmorgen ein großer Waldbrand in Mecklenburg-Vorpommern.

Die Feuerwehren in Brandenburg mussten auch am Sonntag zu zahlreichen Waldbränden ausrücken. Ein Waldbrand bei Möglin (Mäkisch-Oderland), ca. 45 Kilometer nordöstlich von Berlin, war am späten Sonntagnachmittag noch immer nicht gelöscht, aber unter Kontrolle. Das Feuer war am Sonnabend ausgebrochen. Das Gebiet ist munitionsbelastet.

In Märkisch Bucholz (Dahme-Spreewald) brannte ein etwa ein Hektar großes Waldstück. Etwa 80 Einsatzkräfte waren mit 21 Löschfahrzeugen vor Ort. Die Lage dort sei inzwischen unter Kontrolle, sagte ein Feuerwehrsprecher am Sonntagabend.

In der Nähe der Autobahnanschlussstelle Glindow (Potsdam-Mittelmark) in Brandenburg brach am Sonntag in einem Waldstück ein Feuer aus. Nach Angaben der Regionalleitstelle der Feuerwehr brannte es an der L90 auf einer Fläche so groß wie ein Fußballfeld. Etwa 50 bis 60 Einsatzkräfte waren mit 25 Fahrzeugen vor Ort, wie ein Feuerwehrsprecher auf Anfrage sagte. Eine Ausbreitung des Brandes verhinderten sie zunächst. Die Brandbekämpfung dauerte zur Stunde noch an.

Feuer in der Lieberoser Heide hat sich nicht ausgebreitet

Der Großbrand in der Lieberoser Heide (Dahme Spreewald) hat sich am Montag deutlich entspannt.Die Großschadenlage konnte aufgehoben werden, wie der Sprecher des Landkreises, Bernhard Schulz, der Deutschen Presse-Agentur sagte. Damit übergibt der Landkreis die Verantwortung für die Brandbekämpfung wieder an das Amt Lieberose/Oberspreewald.

Nach Angaben von Kreisbrandmeister Christian Liebe sind die Brände auf einer Fläche von 100 Hektar noch nicht vollständig gelöscht, es gehe von ihnen aber keine Gefahr der Ausbreitung mehr aus. Feuerwehrleute vor Ort kontrollierten regelmäßig Glutnester. Vor allem die Moore sind nach Angaben des Landkreises noch Brandherde. Durch die organische Dichte der Böden gingen die Brände nicht aus. Löschhubschrauber der Bundespolizei kamen am Wochenende nicht zum Einsatz. Sie hatten in den vergangenen Tagen die Feuerwehrleute aus der Luft bei der Bekämpfung des Großbrandes unterstützt. In der Lieberoser Heide brannte es seit etwa einer Woche. Erschwert wird die Bekämpfung des Großbrandes auch durch die unmittelbare Nähe zur munitionsbelasteten Roten Zone des früheren Truppenübungsplatzes.

Kleinere Waldbrände im Barnim und in Oberhavel

Kleine Waldgebiete und Wiesenabschnitte brannten auch bei Trampe (Barnim) und Dannenwalde (Oberhavel). 50 Einsatzkräfte waren vor Ort. Zwei Feuer gab es auch in Falkensee. Ein Waldstück brannte auf einer Fläche von 2000 Quadratmeter. Zudem brach ein kleiner Brand in der Höhe des Berliner Mauerweges aus. Insgesamt waren 35 Feuerwehrleute mit neun Fahrzeugen im Einsatz. Kleinere Feldbrände gab es auch in Schöneiche (Oder-Spree) und Müncheberg sowie östlich von Reichenow (beides Märkisch Oderland). Sie konnten nach Angaben der Feuerwehr gelöscht werden.

Im Landkreis Elbe-Elster meldeten Feuerwehrleute und Anwohner am Sonntag eine starke Rauchentwicklung. Die Leitstelle löste daraufhin Großalarm aus. Zahlreiche Feuerwehren rückten aus, wie ein Sprecher sagte. Wie sich herausstellte, brannte es im sächsischen Großenhain in einer Milchviehanlage. Der Rauch war bis in den Landkreis Elbe-Elster gezogen.

Für ganz Brandenburg gilt nach Angaben des Umweltministeriums derzeit die höchste Waldbrandgefahrenstufe fünf.

Update: In einer früheren Version des Artikels hatten wir berichtet, dass der Brand im Lichtenberger Ortsteil Neu-Hohenschönhausen ausgebrochen sei. Der Brandort liegt aber im Bezirk Marzahn-Hellersdorf, die Berliner Feuerwehr hat ihre Angaben entsprechend korrigiert.