Shisha-Bar

Razzia in Neukölln: Kiloweise Drogen in Café gefunden

Bei dem Fund soll es sich um die größte Menge sichergestellter Betäubungsmittel seit Beginn des erhöhten Kontrolldrucks handeln.

Bei einer Razzia in Neukölln wurden Drogen und Waffen sichergestellt.

Bei einer Razzia in Neukölln wurden Drogen und Waffen sichergestellt.

Foto: bm / BM

Berlin. Wieder eine Razzia in Neukölln: Rund 60 Polizisten haben in der Nacht zu Freitag gemeinsam mit Mitarbeitern des Neuköllner Bezirksamts und des Finanzamtes Wedding Shisha-Bars und Cafés kontrolliert.

In der Zeit zwischen 18 Uhr am Donnerstagabend und 2 Uhr in der Nacht wurden insgesamt sieben Lokale durchsucht, unter anderem in der Harzer Straße, der Karl-Marx-Straße, der Tellstraße und am Maybachufer, wie die Polizei am Freitagnachmittag mitteilte. Dabei wurden diverse Verstöße gegen das Nichtraucherschutz- und Gaststättengesetz festgestellt.

In einem Café am Maybachufer überprüften die Beamten gegen 23.30 Uhr einen 24 Jahre alten Gast. Bei ihm wurden zehn Reaktionsgefäße mit einer weißlichen Substanz und ein Butterflymesser gefunden. Die Gegenstände wurden beschlagnahmt. Er wurde vorläufig festgenommen, erkennungsdienstlich behandelt und konnte danach das Gewahrsam wieder verlassen.

Razzia in Neukölln: Polizisten finden in Tresor zwei Kilo Cannabis

Im hinteren Bereich stellten die Polizisten zwei Männer im Alter von 25 und 27 Jahren fest. Bei der Durchsuchung eines Geldschranks fanden die Ermittler einen vierstelligen Geldbetrag, fünf Kleinkaliberpatronen, über zwei Kilogramm Cannabis und Goldschmuck. Der Fund wurde beschlagnahmt, die beiden Männer festgenommen, erkennungsdienstlich behandelt und für ein Fachkommissariat eingeliefert.

Nach einem richterlichen Durchsuchungsbeschluss wurden mit Spürhunden drei Wohnungen erfolglos durchsucht. Das Café wurde geschlossen. Die Ermittlungen und Auswertungen dauern an. Nach ersten Informationen könnte es sich um die bislang größte Menge sichergestellter Betäubungsmittel seit Beginn des erhöhten Kontrolldrucks handeln.

Hintergrund: Wie die Berliner Polizei kriminelle Clans unter Druck setzt

Benjamin Jendro, Sprecher der Berliner Gewerkschaft der Polizei (GdP) kommentierte am Vormittag den Einsatz: „Wir sehen, dass sich Hartnäckigkeit auszahlt und wir nie mit leeren Taschen nach Hause gehen. Jedes von der Straße geholte Gramm illegaler Substanzen und jede einkassierte Waffe rechtfertigen diese Einsätze.“

Immer wieder neue Razzien gegen kriminelle Familienclans

Seit mehreren Monaten vergeht in Berlin kaum eine Woche, in der die Polizei nicht mindestens einmal allein oder in Zusammenarbeit mit dem Zoll und den Ordnungsämtern mit immer neuen Razzien vor allem gegen kriminelle Familienclans vorgeht.

Es ist eine Politik der kleinen Nadelstiche, die die Hauptstadtpolizei im Verbund mit Behörden praktiziert. Der Aufwand ist immens, der Erfolg scheint oberflächlich betrachtet oftmals gering. Aber die kriminelle Szene der Stadt ist in Bewegung. Ständige Durchsuchungen stören den reibungslosen Ablauf der Geschäfte, die häufige Präsenz der Polizei kratzt am Image der Clans als unantastbare Herren der Kieze und des kriminellen Milieus.

Man wolle den zumeist arabisch-stämmigen Großfamilien „so viel Ärger und Angst wie möglich bereiten“, hatte Berlins Innensenator Andreas Geisel (SPD) am Rande eines solchen Einsatzes vor einigen Wochen gesagt. Notfalls werde man 1000 Razzien durchführen, hieß es dazu aus Sicherheitskreisen.

Kommentar: Einsätze gegen Clans - Wer von Show spricht, hat keine Ahnung