Spandau

Junge mit Pistole vor Schule aufgetaucht - Waffe gefunden

Am Dienstagmorgen ist ein Junge mit einer Waffe vor einer Schule an der Hakenfelder Straße gesehen worden. Die Polizei fand die Waffe.

Die Berliner Polizei fand die Pistole des Jungen nach einem Hubschrauber-Einsatz.

Die Berliner Polizei fand die Pistole des Jungen nach einem Hubschrauber-Einsatz.

Foto: Carsten Rehder / dpa

Berlin. Die Mutter eines Schulkindes hat am Dienstagmorgen einen elf Jahre alten Jungen vor einer Schule in Spandau mit einer Pistole in der Hand gesehen und die Polizei alarmiert.

Nach Angaben der Polizei hatte sie den Jungen, der ebenfalls Schüler an der Schule ist, zuvor angesprochen. Dieser sei sofort weggerannt.

Der Vorfall ereignete sich gegen acht Uhr vor der Carl-Schurz-Grundschule an der Hakenfelder Straße im gleichnamigen Spandauer Ortsteil. Die Polizei schickte sofort einen Streifenwagen zu der Adresse des namentlich bekannten Jungen. Er kommt aus Syrien, lebt in einem Wohnheim für Flüchtlinge und besucht nach Informationen der Berliner Morgenpost eine Willkommensklasse an der Grundschule in Hakenfelde.

Der Elfjährige hatte sich in der Vergangenheit bereits mehrfach sehr auffällig verhalten und war offenbar auch schon vom Unterricht suspendiert worden.

Polizei findet Pistole bei Einsatz mit Hubschrauber

Die Beamten fanden das Kind an der genannten Adresse, von der Waffe aber fehlte jede Spur. Bei einer Befragung des Jungen durch die Polizisten gab dieser an, die Waffe im Wald versteckt zu haben, sagte eine Polizeisprecherin.

Bei einer großen Suchaktion, bei der auch der Polizeihubschrauber zum Einsatz kam, fanden die Einsatzkräfte schließlich die beschriebene Waffe. Es handelte sich um eine Schreckschusswaffe, die die Ermittler in dem durchsuchten Waldstück nahe des Wohnheims fanden. Die Waffe sei nicht geladen gewesen, so die Sprecherin.

Woher der Junge die Waffe hatte, ist derzeit noch unklar. Eine Bedrohungslage gegen andere Kinder, Eltern oder Lehrer gab es laut Polizei nicht.

Schulsenatorin erleichtert über glimpflichen Ausgang

„Ich bin sehr erleichtert, dass diese Situation so glimpflich ausgegangen ist“, sagte Schulsenatorin Sandra Scheeres (SPD) der Berliner Morgenpost. Die Senatorin lobte die gute Zusammenarbeit des Schulpsychologischen und Inklusionspädagogischen Beratungs- und Unterstützungszentrums in Spandau (SIBUZ), dem Krisenteam der Schule und der Polizei. Krisenteam und Schulpsychologen waren seit dem Morgen vor Ort.

Michaela Wegner teilte diese positive Einschätzung nicht: „Mein Enkel wurde nicht betreut, ihm wurden keine Fragen beantwortet“, sagte sie, als sie ihren acht Jahre alten Enkel von der Schule abholte. Eine Betreuung habe ihrer Meinung nach nicht stattgefunden. „Niemand hat den aufgeregten Kindern erklärt, warum der Hubschrauber auf dem Schulgrundstück gelandet ist.“ Gegen Mittag wurde der Unterricht laut Senatsverwaltung wieder aufgenommen.

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