Nahverkehr

Probleme bei der S-Bahn: Pendler müssen mehr Zeit einplanen

Ein schwarzer Tag für S-Bahn-Nutzer. Polizeieinsätze sorgen am Dienstag gleich auf mehreren Linien für Ausfälle und Verspätungen.

Passagiere warten auf eine S-Bahn (Archivbild)

Passagiere warten auf eine S-Bahn (Archivbild)

Foto: FABRIZIO BENSCH / Reuters

Berlin.  Pendler im Berliner Norden müssen weiter mit erheblich mehr Fahrzeit rechnen. Denn egal, ob sie mit dem Auto oder den öffentlichen Verkehrsmitteln fahren, sie kommen im Bereich Blankenburg, Karow und Buch nur sehr mühsam voran. Nach einem Brand am Bahnhof Karow ist der S-Bahnverkehr auf dem nördlichen Streckenast der Linie S2 (Blankenfelde – Bernau) seit Montagmittag lahmgelegt.

Statt bis nach Bernau (Barnim) oder Buch fuhren die Züge nur bis Blankenburg. Von dort wurden Busse eingesetzt. Da aber viele Pendler aufs Auto umgestiegen sind, standen alle gemeinsam im Stau. Engpass war vor allem eine Dauer-Baustelle der Berliner Wasserbetriebe in Alt-Blankenburg. Betroffenen Fahrgästen empfahl die Bahn, den gesperrten Bereich mit den Regionalbahnen RE3 oder RB24 zu umfahren.

Am Dienstag meldete die S-Bahn, dass die Züge auf der Linie der S2 wieder zwischen Blankenburg und Karow durchgehend fahren würden.

Brandursache in Karow noch nicht ermittelt

Am Bahnhof Karow war, wie berichtet, am Montagvormittag ein Starkstromkabel auf einer Länge von etwa 25 Metern entlang des Bahnsteiges in Brand geraten. Es gab eine starke Rauchentwicklung. Ein S-Bahnzug musste evakuiert werden. 77 Fahrgäste saßen rund eineinhalb Stunden in den Wagen fest.

Die Ursache für das Feuer wird noch ermittelt, laut Bundespolizei gibt es nach ersten Erkenntnissen keinen Hinweis auf Brandstiftung. Der Brand zerstörte nach Bahnangaben nicht nur die Stromversorgung, sondern auch Signal- und Telekommunikationskabel. Dass die Leitungen frei auf einer Kabelbrücke liegen, hängt mit den seit Monaten laufenden Bauarbeiten im Bereich des Karower Kreuzes zusammen.

Stundenlanger Stillstand auf dem Ring

Auch anderenorts war der Dienstag für Zehntausende S-Bahn-Nutzer kein guter Tag. So sind bereits im morgendlichen Berufsverkehr auf der Ringbahn zahlreiche Fahrten ausgefallen. Grund war hier ein Polizei- und Notarzteinsatz nach einem Personenunfall. Der Zugverkehr musste deshalb zwischen 5.56 und 7.30 Uhr zwischen den Stationen Hermannstraße und Tempelhof komplett eingestellt werden.

Betroffen davon waren die Ringbahnlinien S41 und S42 sowie die S45, S46 und S47, deren Betrieb zeitweise komplett eingestellt wurde. Die Linien S41 und S42 fuhren nur im Zehnminutentakt statt alle fünf Minuten. Auch nach Ende der Sperrung vergingen Stunden, bis die Ringbahn wieder nach Plan fuhr.

Für weitere Einschränkungen im S-Bahnverkehr sorgte am Mittwochmittag zudem ein einsames Gepäckstück am S-Bahnhof Friedrichstraße. Dort fuhren die S-Bahnen ab 12.10 mehr als eine halbe Stunde lang aus Sicherheitsgründen ohne Halt durch. Um 12.43 Uhr gab die Bundespolizei Entwarnung.

Störungen führen zu vielen Verspätungen

Die Zwischenfälle dürfte die Bilanz der Berliner S-Bahn im Februar erneut eintrüben. Das Tochternehmen der Deutschen Bahn kämpft seit Langem mit Pünktlichkeitsproblemen. Im Vorjahr konnte die vertraglich den Ländern Berlin und Brandenburg (und damit auch den Fahrgästen) zugesicherte Quote von 96 Prozent lediglich im Juli und September erfüllt werden.

Im Januar fuhren sogar 96,8 Prozent aller Züge ohne Verspätung, wobei die S-Bahn eine Fahrt erst mit einer Abweichung von vier Minuten oder mehr als verspätet bewertet. Rund ein Drittel aller Verspätungen gehen auf Störungen zurück, die nicht von der S-Bahn selbst zu verantworten sind. Dazu gehören vor allem Zwischenfälle, die von Dritten verursacht werden und dann zu Einsätzen von Polizei und Feuerwehr zur Folge haben.

Im morgendlichen Berufsverkehr waren viele Züge komplett überfüllt. Die S41 und S42 fuhren nur im Zehnminutentakt, anderen Linien fielen komplett aus.

Bereits am Montag hatte es nach einem Kabelbrand in Karow erhebliche Behinderungen auf der Linie S2 gegeben.