Neukölln

Frau stirbt nach Kopfschuss - Haftbefehl gegen Ex-Freund

Im Fall der tödlich verletzten 25-Jährigen in Neukölln wurden zwei Verdächtige gefasst, darunter der Ex-Freund. Er hat gestanden.

Ermittler suchen am Tatort am Rande des Tempelhofer Feldes nach Spuren.

Ermittler suchen am Tatort am Rande des Tempelhofer Feldes nach Spuren.

Foto: Pudwell

Berlin. Einer 25-jährige Polin wurde am 27. Dezember 2018 in Neukölln in den Kopf geschossen. Sie wurde in äußerst kritischem Zustand ins Krankenhaus eingeliefert. In der Nacht ist die Frau dort verstorben. Eine Mordkommission der Polizei hat die Ermittlungen übernommen.

Am Donnerstag teilte die Generalstaatsanwaltschaft auf Twitter mit, dass zwei Tatverdächtige am Mittwoch und am Donnerstag vorläufig festgenommen worden sind. Nach Angaben der Polizei vom Freitag handelt es sich um einen 39-Jährigen sowie den 29 Jahre alten Ex-Freund des Opfers.

Bei ihm soll es sich um den mutmaßlichen Schützen handeln. Beide Festgenommenen zeigten sich geständig. Gegen beide Männer wurde Haftbefehl erlassen. Sie müssen sich wegen Totschlags verantworten. Im Rahmen der Durchsuchungen wurde auch die Tatwaffe sichergestellt. Die Ermittler prüfen nun, ob Mordmerkmale vorliegen. Die Tat sei nach bisherigem Ermittlungsstand aus „nichtigem Anlass“ erfolgt. Die Ermittler gehen Hinweisen zu Verbindungen ins Drogenmilieu nach.

Ein bislang unbekannter Anrufer hatte per Feuerwehr-Notruf 112 gemeldet, dass er am Rande des Tempelhofer Feldes einen Schuss gehört habe und eine verletzte Frau an der Oderstraße liegen würde. Als die Rettungskräfte kurz nach 23 Uhr dort eintrafen, sahen sie das Opfer, das mit einer Kopfverletzung in einer Hofeinfahrt lag. Bei der Untersuchung stellten die Ärzte neben anderen Verletzungen auch einen Kopfschuss fest. Die Frau war nicht mehr ansprechbar. Sie wurde mit schwersten Verletzungen und in sehr kritischem Zustand ins Krankenhaus gebracht. Die Mordkommission sperrte den Tatort weiträumig ab und sicherte Spuren.

Der Tatort liegt nur 500 Meter von der Stelle entfernt, an der Intensivtäter Nidal R. im September mit mehreren Kugeln niedergeschossen wurde. Auf den 36-Jährigen waren damals acht Schüsse abgefeuert worden, mehrere Männer sollen an der Tat beteiligt gewesen sein. Die Polizei konnte bislang keinen Verdächtigen fassen. Die Tat glich einer Hinrichtung.

Auch für Neuköllner Ämter ist die Straße ein Problemgebiet. Eine der bekanntesten Großfamilien Berlins kommt aus dem Kiez, ein Teil des Clans wohnt noch immer dort. Auch Kleingärten, ein Spielplatz und der Werner-Seelenbinder-Sportpark liegen an der Straße. Immer wieder rückt die Polizei auch zur Oderstraße aus, weil es hier eine größere Obdachlosen-Szene gibt.

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