Prozessbeginn

Berliner Polizist soll Prostituierte vergewaltigt haben

Der Beamte soll im Dezember eine Prostituierte auf dem Strich an der Kurfürstenstraße vergewaltigt haben. Nun startet der Prozess.

Der Berliner Polizist soll der 24-Jährigen auf dem Straßenstrich an der Kurfürstenstraße mehrere Faustschläge versetzt und sie anschließend vergewaltigt haben.

Der Berliner Polizist soll der 24-Jährigen auf dem Straßenstrich an der Kurfürstenstraße mehrere Faustschläge versetzt und sie anschließend vergewaltigt haben.

Foto: dpa

Berlin.  Ein Berliner Polizist, der eine Prostituierte schwer misshandelt und vergewaltigt haben soll, kommt ab Montag (9.30 Uhr) vor das Landgericht. Der 46-Jährige soll die Geschädigte im Dezember 2018 in seinem Auto festgehalten und sie zu nicht vereinbarten Sexualpraktiken gezwungen haben. Laut Anklage soll er der 24-Jährigen das zunächst gezahlte Entgelt für die ursprünglich vereinbarte Dienstleistung wieder weggenommen haben. Er habe mit den Misshandlungen erst aufgehört, als der Lebensgefährte der Frau die Scheibe des Autos eingeschlagen habe. Anschließend soll der Beamte noch angezeigt haben, er sei von einem Unbekannten überfallen worden.

Nach den bisherigen Ermittlungen durch die zuständige Fachdienststelle für Sexualdelikte im LKA soll der zur Tat 45-Jährige in der Nacht des 14. Dezember auf dem Straßenstrich an der Kurfürstenstraße die Dienste einer 24-jährigen Prosituierten in Anspruch genommen haben. Dabei kam es im Wagen des Mannes zunächst zu einvernehmlichen, zuvor vereinbarten und bezahlten sexuellen Handlungen. Anschließend soll der Beamte von der Frau weitere sexuelle Praktiken verlangt haben, die diese ablehnte. Daraufhin soll er der 24-Jährigen mehrere Faustschläge versetzt und sie anschließend vergewaltigt haben.

Berliner Polizist soll Prostituierte vergewaltigt haben: Kein dienstlicher Bezug

Für einen dienstlichen Bezug bei den Taten gibt es bislang keine Hinweise, der Beamte soll die Prostituierte während seiner Freizeit aufgesucht haben. Im Dezember veröffentlichte die Berliner Staatsanwaltschaft eine Pressemitteilung zum Haftbefehl gegen den Polizeibeamten:

In einer Stellungnahme im Dezember sagte Benjamin Jendro, Sprecher der Gewerkschaft der Polizei, die Vorwürfe wögen schwer, sollten sie sich bestätigen, gehöre der Beschuldigte nicht in die Polizei. „Man sollte aber auch nicht vergessen, dass sich gerade derartige Anschuldigungen schnell erheben lassen und ein Polizist in der Szene gern gewähltes Opfer von haltlosen Anschuldigungen sein kann“, gab Jendro zu bedenken.