Kriminalität

Polizei-Großeinsatz an der Rigaer Straße

Die Polizei hat am Donnerstagmorgen mehrere Durchsuchungsbeschlüsse im Stadtgebiet vollstreckt. 560 Beamte rückten im Morgengrauen aus.

Polizeigroßeinsatz an der Rigaer Straße

Die Polizei hat gleich mehrere Durchsuchungsbeschlüsse im Stadtgebiet vollstreckt. 560 Beamte rückten im Morgengrauen aus.

Polizeigroßeinsatz an der Rigaer Straße

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Berlin. Die Berliner Polizei hat am frühen Donnerstagmorgen in Kreuzberg, Neukölln und Friedrichshain mehrere Durchsuchungsbeschlüsse vollstreckt. Insgesamt waren 560 Beamte an dem Großeinsatz beteiligt. Die Ermittler betraten ab 6 Uhr die Wohnungen in der Rigaer Straße, Reichenberger Straße, Grünberger Straße und am Maybachufer.

Nach Informationen der Berliner Morgenpost war der Grund für die Durchsuchung eine gefährliche Körperverletzung in Tateinheit mit Sachbeschädigung im Mai dieses Jahres. Mehrere Unbekannte hatten damals einen Spätkauf an der Reichenberger Straße in Kreuzberg überfallen. Das bestätigte ein Polizeisprecher am Donnerstagmorgen. Sieben Verdächtige seien im Visier der Ermittler. "Einige Verdächtige haben wir in den durchsuchten Objekten angetroffen", sagte der Sprecher weiter. Die Staatsanwaltschaft prüfe nun, ob Haftbefehle beantragt werden.

Auslöser des Konflikts soll damals ein Streit des Spätkauf-Betreibers mit einer Kundin gewesen sein. Die Frau wollte ein Paket abholen, konnte sich aber nicht ausweisen. Daraufhin soll der Betreiber die Herausgabe des Paketes verweigert haben. Nach dem Streit überfielen mehrere Personen den Spätkauf. Von dem Überfall gibt es Videoaufnahmen.

Am Donnerstagmorgen wurden vier Tatverdächtige, drei Männer im Alter von 23, 25 und 25 Jahren sowie eine 25-jährige Frau, angetroffen und überprüft. Der 23-Jährige wurde anschließend in einem Gewahrsam genommen. Aufgefundene Beweismittel - Kleidung, Schuhe, Handys und auch Laptops - wurden beschlagnahmt.

Besonders hohe Kriminalität an der Rigaer Straße

An der Rigaer Straße greifen gewalttätige Linksautonome immer wieder Polizisten an. Beamte werden mit Steinen attackiert, Autos beschädigt. Die Behörden zählen die Gegend zu den Bereichen mit besonders hoher Kriminalität.

Der Landeschef der Gewerkschaft der Polizei, Norbert Cioma, bedankte sich bei den Einsatzkräften. „Ich halte es für absolut notwendig, auch in diesem Bereich konsequent gegen Straftaten vorzugehen. Es ist scheinheilig, wenn man einen alternativen Lebensstil pflegt und dafür Verständnis sowie Toleranz erwartet, gleichzeitig aber keine alternativen Meinungen respektiert", sagte er. Berlins Innensenator Andreas Geisel (SPD) betonte im Inforadio, die Aktion habe keine politischen Gründe, es handele sich um Ermittlungen im kriminellen Milieu. "Regeln müssen durchgesetzt werden", so Geisel.

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