Marzahn

Rabiater Mieter hört laut Musik und schlägt Polizisten

Nachbarn beschwerten sich über laute Musik und Gegröle. Als Polizisten die Party beenden wollten, eskalierte die Situation.

In Hellersdorf wurden in der Nacht zu Sonntag mehrere Polizisten bei einem Einsatz verletzt. Anwohner der Torgauer Straße hatten die Polizei verständigt und angegeben, dass aus einer Wohnung seit Stunden laute Musik gespielt werde, lautes Gegröle zu hören sei und Türen laut zugeschlagen werden würden. Bereits zuvor hatten Polizisten die Wohnung des betreffenden Mieters aufgesucht und ihn aufgefordert, die Musik leiser zu stellen.

Als die Beamten nun gegen 0.50 Uhr ein weiteres Mal an der Wohnung erschienen, wurden sie im Hausflur bereits von mehreren Mietern des Hauses erwartet, die sich alle über die laute Musik sowie lautes und aggressives Herumbrüllen vom Balkon der Wohnung beschwerten. Die Polizisten klingelten mehrfach an der Wohnungstür. Der Mieter öffnete aber erst, als die Einsatzkräfte zusätzlich laut an die Tür klopften. Sie forderten den Mann dazu auf, sofort die Musik auszustellen und seine Feier zu beenden. In der Wohnung befanden sich noch ein weiterer Mann und zwei Frauen.

Daraufhin versuchte der Mann den Polizisten zufolge, ihnen die Tür vor der Nase zuzuschlagen, was sie jedoch verhinderten. Dann eskalierte die Situation: Der 34 Jahre alte Bekannte des Mieters schlug laut Polizei unvermittelt einem der Polizisten mit der Faust ins Gesicht, so dass dessen Brille wegflog. Auch der 53 Jahre alte Mieter soll dann mit den Fäusten auf die beiden direkt vor der Tür stehenden Polizisten eingeschlagen haben, worauf die Beamten mit gewalttätiger Gegenwehr reagierten, wie die Polizei mitteilt.

Im Gerangel stürzten zwei Polizisten auf der Treppe

Bereits im Vorfeld zur Unterstützung angeforderte Polizisten setzten Pfefferspray ein. Es entstand ein Gerangel, bei dem zwei Beamte mehrere Treppenstufen hinunterstürzten und sich Verletzungen zuzogen. Die beiden alkoholisierten Männer, die die Polizeikräfte während des Einsatzes durchgängig beleidigten, wurden schließlich vorläufig festgenommen, wobei sie Widerstand leisteten. Der 34-Jährige klagte über Atemnot und Augenreizungen und wurde von Rettungskräften der Feuerwehr vor Ort behandelt.

Beiden Festgenommenen wurde in einer Gefangenensammelstelle Blut abgenommen. Zwei Polizisten beendeten aufgrund ihrer Verletzungen ihren Dienst, ein weiterer erlitt Verletzungen an der Hand, setzte seinen Dienst jedoch fort.

Gegen die beiden 53 und 34 Jahre alten Tatverdächtigen wird nun wegen Beleidigung, Körperverletzung und Widerstands ermittelt. Zudem wurden Anzeigen wegen Ruhestörung gefertigt. Der 53-Jährige erstattete seinerseits Anzeige gegen die Polizeibeamten.

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