Kreuzberg

Erneut Durchsuchungen bei arabischer Großfamilie

Am Morgen durchsuchen Polizisten eine Wohnung an der Kreuzberger Graefestraße. Dabei geht es um Falschgeld.

Einsatzkräfte der Berliner Polizei am Morgen bei der Durchsuchung in der Wohnung einer arabischen Großfamilie in Kreuzberg

Einsatzkräfte der Berliner Polizei am Morgen bei der Durchsuchung in der Wohnung einer arabischen Großfamilie in Kreuzberg

Foto: Morris Pudwell

Berlin. Rund 40 Einsatzkräfte der Berliner Polizei haben am Mittwochmorgen erneut eine Wohnung einer mutmaßlich kriminellen arabischen Großfamilie durchsucht. Der Einsatz fand im achten Stock eines Mehrfamilienhauses an der Graefestraße in Kreuzberg statt. Die Graefestraße war am Morgen gesperrt. Gegen 8.45 Uhr war der Einsatz laut Polizeiangaben abgeschlossen.

Wie die Berliner Morgenpost aus Ermittlerkreisen erfuhr, geht es bei den Ermittlungen um den Vorwurf, Falschgeld in Umlauf gebracht zu haben. Die Ermittlungen richten sich gegen einen 18 Jahre alten Hauptverdächtigen aus der Familie C. Der 18-Jährige befand sich während der Durchsuchung in der Wohnung, wie ein dpa-Fotograf beobachtete. Nähere Informationen waren noch nicht bekannt.

Im Gegensatz zu der Großrazzia vom Montagmorgen war am Mittwoch kein Spezialeinsatzkommando (SEK) im Einsatz. Diensthunde unterstützten die Beamten der 23. Einsatzhunderschaft bei den Durchsuchungen. "Diverse Beweismittel werden in diesem Moment beschlagnahmt", teilte die Berliner Polizei beim Kurznachrichtendienst Twitter mit.

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Die Berliner Polizei war bereits am Montag bei einer Großrazzia gegen Mitglieder einer weiteren arabischen Großfamilie vorgegangen. Zahlreiche Kriminalpolizisten durchsuchten Wohnungen der Familie R. in den Stadtteilen Tiergarten und Kreuzberg. Zwei Beschuldigte kamen in Untersuchungshaft.

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Bereits im Juli hatten die Staatsanwaltschaft und die Kriminalpolizei in einem der größten Aktionen gegen die organisierte Kriminalität 77 Wohnungen und Häuser im Wert von mehr als neun Millionen Euro vorläufig beschlagnahmt. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass die Objekte mit Geld aus Straftaten gekauft wurden.

Ermittelt wird in diesem Fall gegen 16 Verdächtige einer arabischstämmige Großfamilie sowie deren Umfeld, die vor allem in Neukölln aktiv ist. Dabei geht es um Geldwäsche. Mitglieder der Familie sollen auch hinter dem Münz-Raub im Bode-Museum stehen.

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