Currywurst-Institution

Empörung bei Konnopke: Wer hat das ß gestohlen?

Unbekannte haben den Buchstaben aus dem Schriftzug der Currywurst-Institution geklaut. Jetzt bittet Konnopke um Hilfe.

Konnopke's Imbiß an der Schönhauser Allee in Prenzlauer Berg - hier noch mit ß

Konnopke's Imbiß an der Schönhauser Allee in Prenzlauer Berg - hier noch mit ß

Foto: picture-alliance/ ZB / picture-alliance/ ZB/dpa-Zentralbild

Berlin. Spätestens als der damalige Kanzler Gerhard Schröder (SPD) hier Currywurst aß, war „Konnopke´s Imbiß“ nicht mehr einfach nur die Snackbude von nebenan. Da galt das Essen aus der Pappschale unter dem Viadukt am U-Bahnhof Eberswalder Straße als Mahlzeit für Kenner.

Einen Teil seiner Besonderheit hat Konnopke in der Nacht zu Mittwoch aber eingebüßt: das scharfe S. Als die ersten Gäste Wurst verlangten, lautete der Schriftzug über dem Tresen „Konnopke‘s Imbi.“ Prompt beklagten die Betreiber bei Facebook den Verlust des Buchstabens und schrieben einen Appell: „Lieber Dieb, wir vermissen unser ‘ß’ an unserem Pavillon. So ein ‘ß’ bekommt man nicht alle Tage, also sei doch bitte so nett und bring es uns zurück“, hieß es.

Diesen Wunsch wollte der Dieb bislang nicht beherzigen. Dabei erwartet denjenigen, der den Buchstaben zurückbringt, ein Finderlohn. „Aber nur, wenn wir das Original zurückbekommen“, sagte Linda Konnopke, die Tochter der Inhaberin und Sprecherin des Betriebs auf Nachfrage. „Die Buchstaben sind schweineteuer und einzeln nicht leicht so leicht zu beschaffen.“

Deshalb hat Konnopke bei der Polizei Anzeige wegen Diebstahls erstattet. Die Beamten auf der Wache reagierten belustigt, starteten aber gleich eine Suchaktion in der Umgebung des U-Bahnhofs. „Dass Polizisten ein ß zurückzubringen versuchen, ist bestimmt nicht alltäglich“, äußerte sich Linda Konnopke zum Einsatz.

Schreibweise mit "ß" geht in die dreißiger Jahre zurück

Den aktuellen Rechtschreibregeln entsprach die Schreibweise „Imbiß“ zwar nicht mehr, doch die Bude war auf den Fehler stolz. „Es ist ein essenzieller Bestandteil unserer Firma und bedeutet einen großen Verlust“, heißt es in der Schadensmeldung bei Facebook. Denn die Schreibweise mit ß geht bis in die 30er Jahre zurück, als die Wurstbude eröffnet wurde. Laut Linda Konnopke nahm bislang fast keiner der Tischgäste vom Verlust des ß Notiz – sie würden es aber wohl beim Betrachten der Erinnerungsfotos bemerken.

„Ersetzt es doch einfach durch zwei S. Und dann am besten noch das überflüssige Apostroph wegnehmen – dann ist alles richtig“, schlug die Berlin-Touristin Daniela Giess vor. Eine Idee, die bei Facebook viele Unterstützer fand. Für Linda Konnopke kommt das aber nicht in Frage. An Alleinstellungsmerkmalen wolle man nicht rütteln. Wenn es schon kein scharfes S es mehr gebe, dann wenigstens scharfe Sauce.