Anzeige
Wegen Gewaltvorfällen

Bundespolizei verhängt Waffenverbot auf S-Bahn-Strecke

Messer, Reizgas und andere gefährliche Gegenstände dürfen am Wochenende nicht mitgeführt werden. Bundespolizei kündigt Kontrollen an.

Bundespolizisten nach dem Messerangriff am S-Bahnhof Greifswalder Straße

Foto: Monika Skolimowska/dpa

Anzeige

Berlin. Wegen zunehmender Gewaltausbrüche in Berliner Bahnhöfen und Zügen hat die Bundespolizei am nächsten Wochenende ein komplettes Verbot für bestimmte Waffen verhängt. Das Verbot gilt Freitag- und Samstagnacht für alle S-Bahnen und andere Züge auf der Strecke zwischen Alexanderplatz und Lichtenberg sowie für alle entsprechenden Bahnhöfe. Fahrgäste dürfen dann weder Messer noch Reizgas oder Schlaggegenstände dabei haben. Ein Großaufgebot von Bundespolizisten soll die Fahrgäste an den Bahnhöfen kontrollieren.

Die Bundespolizei erklärte am Dienstag: „Dadurch sollen das Begehen von Straftaten verhindert sowie Mitreisende und Polizeibeamte geschützt werden.“ Das Verbot sei nötig, da es immer wieder zu Gewalttaten mit Waffen und anderen gefährlichen Gegenständen komme. Zuletzt habe es immer wieder Fälle gegeben, bei denen Streitereien in Messerstechereien eskaliert seien. „Es gibt eine Verlagerung zu zunehmender Anwendung von Waffen dieser Art“, sagte ein Sprecher. „Wir wollen deutlich machen, wir haben das Problem erkannt.“ In Berlin ist diese Art von Verbot bislang einmalig.

Ordnungsverfügung zeitlich und räumlich begrenzt

Besonders an den Bahnhöfen Alexanderplatz, Warschauer Straße, Ostkreuz und Lichtenberg kommt es am Wochenende immer wieder zu Streitereien und Schlägereien. Aus Berlin und Brandenburg kommen junge Menschen zum Feiern in die Innenstadt. Zudem sind Party-Touristen unterwegs, dazwischen mischen sich Taschendiebe. All das kann gerade in langen und warmen Sommernächten eine brisante Mischung ergeben.

Die sogenannte Ordnungsverfügung der Bundespolizei gilt nur zeitlich und räumlich begrenzt. Sie bietet der Polizei deutlich mehr Möglichkeiten, Menschen zu kontrollieren und zu durchsuchen, auch ohne dass es konkrete Verdachtsmomente gibt. Nach dem Wochenende soll es eine Auswertung geben.

Anzeige

Ein wichtiger Anlass für das Mitführverbot sei die Messerattacke auf zwei Mexikaner in einer S-Bahn am Bahnhof Greifswalder Straße gewesen, sagte ein Sprecher der Bundespolizei der Berliner Morgenpost.

Mehr zum Thema:

Kein fremdenfeindliches Motiv bei Messerattacke in S-Bahn

In S-Bahn niedergestochen - Touristen außer Lebensgefahr