Razzia

Poker-Betrug: Berliner Hells Angels unter Verdacht

Mehrere Tatverdächtige stammen aus Berlin. Sie sollen teils prominent besetzte Poker-Runden manipuliert haben.

Ein Mitglied der Hells Angels (Archivbild)

Ein Mitglied der Hells Angels (Archivbild)

Foto: Fredrik von Erichsen / dpa

Berlin. Das Landeskriminalamt Sachsen (LKA) hat illegale und manipulierte Pokerrunden ins Visier genommen. In sieben Bundesländern gab es am Dienstag Durchsuchungen wegen des Verdachts des banden- und gewerbsmäßigen Betruges, wie die Behörde in Dresden mitteilte. Im Fokus der Ermittler stehen Mitglieder der Hells Angels aus Berlin.

Rund 300 Beamte waren danach in insgesamt 23 Objekten in Dresden, Hamburg, Rostock, Berlin, Cottbus, Markkleeberg, Zwickau, Leimen und Wörth am Rhein im Einsatz. Dabei wurden sechs Haftbefehle vollstreckt und umfangreiches Beweismaterial sichergestellt. Zudem beschlagnahmten die Beamten eine Schusswaffe sowie Betäubungsmittel.

Seit Oktober 2017 liefen die Ermittlungen des LKA gegen 15 Beschuldigte. Bei mehreren Tatverdächtigen handele es sich um Mitglieder der Rocker-Gruppierung Hells Angels aus Berlin, hieß es. Diese sollen seit mindestens April 2014 regelmäßig Pokerrunden mit liquiden, teils auch prominenten Spielern organisiert haben. Dabei betrogen die Tatverdächtigen laut LKA die Spieler mithilfe manipulierter Technik. Die Ermittler gehen von einem Gesamtschaden in Höhe von mindestens 600.000 Euro aus.

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