Hinweise gesucht

Mord an Arzt in Marienfelde: 10.000 Euro Belohnung ausgelobt

Als der Arzt nach Praxisschluss auf dem Weg zum Auto war, wurden Schüsse auf ihn abgegeben. Vom Mörder fehlt immer noch jede Spur.

Berlin. Ein rätselhafter Mord in Marienfelde beschäftigt immer noch das Landeskriminalamt (LKA). Am 12. Januar 2018 wurde gegen 19.30 Uhr im Hof eines Büro- und Praxisgebäudes an der Malteserstraße ein schwer verletzter Mann entdeckt. Der alarmierte Notarzt konnte nur noch den Tod des Mannes feststellen.

Die auf Anordnung der Staatsanwaltschaft durchgeführte Sofortobduktion ergab, dass das Opfer getötet wurde. Über ein Jahr später lobte die Staatsanwaltschaft Berlin für Hinweise, die zur Aufklärung der Straftat führen, eine Belohnung in Höhe von bis zu 10.000 Euro aus.

Hinweise nimmt die 8. Mordkommission in 10787 Berlin-Tiergarten, Keithstraße 30, unter der Rufnummer (030) 4664-911888, per Mail (LKA118@polizei.berlin.de) oder jede andere Polizeidienststelle entgegen.

Die 8. Mordkommission fragt:

  • Wer kannte Dr. DOLL persönlich und wurde vor dem 12. Januar 2018 von fremden oder bekannten Personen auf dessen Lebensumstände und Gewohnheiten angesprochen?
  • Wer kennt Personen aus dem Umfeld von Dr. Doll, die eine Schusswaffe besitzen oder besaßen?
  • Hat sich jemand aus diesem Kreis nach einer Schusswaffe erkundigt oder wollte eine erwerben?
  • Wer kann sonst sachdienliche Hinweise zur Tat oder dem Täter geben?

Auf den Arzt wurden mehrere Schüsse abgegeben. Wie die Staatsanwaltschaft berichtet, hatte der Täter genau Orstkenntnis. Er lauerte dem Opfer auf, als dieses lange nach der Praxisschließung zu seinem geparkten Pkw gehen wollte. Nach der Tat flüchtete der Mörder.

Frau entdeckt den schwerverletzten Arzt

Nach ersten Erkenntnissen verließ eine Frau am Abend der Tat das Gebäude über einen im Hof gelegenen Nebeneingang. Dabei stieß sie in einem Durchgang zur Straße auf den erkennbar schwer verletzten Mann und alarmierte trotz eines Schocks über die grausige Entdeckung umgehend Polizei und Rettungskräfte. Reanimierungsversuche des Notarztes blieben vergeblich, das Opfer erlag noch am Tatort seinen schweren Schussverletzungen.

Die Beamten der Mordkommission begannen am Abend mit ihren Ermittlungen. Zunächst wurden die Praxisräume des Getöteten durchsucht, in der Hoffnung, Hinweise zur Person und zu einem möglichen Mordmotiv zu finden. Zum Ergebnis der Durchsuchung äußerte sich die Polizei „aus ermittlungstaktischen Gründen“ nicht. Weiterhin wurden sämtliche Personen gehört, die sich zu dem Zeitpunkt noch in dem Gebäude befanden, ebenso wie Nachbarn aus der Malteserstraße. Befragungen gab es zudem am Freitagabend und am Sonnabend im privaten und beruflichen Umfeld des Arztes.

Insbesondere die Befragung von Nachbarn und Anwohnern eines Tatortes, die in keiner Beziehung zu Tat und Opfer stehen, stellt für die Ermittler immer wieder eine Herausforderung dar. Bei derartigen Befragungen gäbe es häufig sehr unterschiedliche, mitunter komplett gegensätzliche Angaben, hieß es am Sonnabend aus Ermittlerkreisen. Die müssten dann zunächst gesammelt werden, um dann zu entscheiden, welche Angaben für die weiteren Ermittlungen von Nutzen sind, das sind längst nicht alle, sagte ein Beamter.