Jannowitzbrücke

Verletzte bei Schlägerei im U-Bahnhof

Mehrere Personen gerieten in der Nacht zu Sonntag im U-Bahnhof Jannowitzbrücke aneinander. Zwei Menschen erlitten Verletzungen.

Die Polizei nahm mehrere der Beteiligten fest

Die Polizei nahm mehrere der Beteiligten fest

Foto: Thomas Peise

Berlin. Schlägereien, Messerstechereien, Pöbeln - die U8 gehört zu den gefährlichsten U-Bahnlinien Berlins. Eine Frau wird eine Treppe runtergetreten, ein Obdachloser wird angezündet und ein Mann wird verprügelt, weil er um etwas Ruhe gebeten hatte. Die gefährlichsten Bahnhöfe der Hauptstadt, Alexanderplatz, Kottbusser Tor und Hermannplatz liegen an dieser Strecke. Und es vergeht kaum noch ein Wochenende, an dem die U8 nicht zum Tatort von Verbrechen und Gewalt wird. So auch an diesem 3. Advent.

Eine Prügelei zwischen zwei Personengruppen unterschiedlicher Nationalitäten hat in der Nacht zu Sonntag einen Großeinsatz der Polizei auf einem U-Bahnhof in Mitte ausgelöst. Mehrere Personen, darunter auch unbeteiligte Fahrgäste, wurden bei der Auseinandersetzung verletzt. Die Beamten nahmen vier Personen vorläufig fest.

Schlägerei im U-Bahnhof Jannowitzbrücke

Die Polizei wurde gegen ein Uhr nachts zum U-Bahnhof Jannowitzbrücke gerufen. Dort habe den Angaben der Polizei zufolge eine Gruppe von vier Männern im Alter von 33, 36, 41 und 42 Jahren in einen Waggon der Linie U8 einsteigen wollen. In dem Zug hätten sich laut Zeugen mehrere Personen mit Migrationshintergrund und südländischem Aussehen befunden, teilte die Polizei auf Nachfrage mit. Diese Männer sollen die Gruppe der Deutschen am Einsteigen gehindert und sie aus dem Zug zurück auf den Bahnsteig gestoßen haben.

Daraufhin sei es zu einer Prügelei zwischen den beiden Gruppen gekommen, bei der einem Zeugen zufolge auch Flaschen flogen und Reizgas versprüht wurde. Im Anschluss flüchteten die Männer, die zuvor in der U-Bahn waren, in unbekannte Richtung. Die Polizisten nahmen noch auf dem Bahnsteig die anderen vier Männer vorläufig fest, die in die U8 Richtung Wittenau hatten einsteigen wollen. Drei von ihnen mussten aufgrund von Augenreizungen noch auf dem Bahnhof medizinisch versorgt werden.

Unbestätigten Angaben von Zeugen zufolge sollen die vier Festgenommenen sogenannte Skinheads gewesen und von der Gruppe im Zug als „Nazis“ beschimpft worden sein. Das habe den Streit ausgelöst. Sie seien dann widerstandslos vorläufig festgenommen und mit Handfesseln fixiert worden. Nach der Feststellung ihrer Personalien setzten die Einsatzkräfte die vier Männer aber wieder auf freien Fuß.

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Auch Unbeteiligte wurden verletzt

Wie die Polizei weiter mitteilte, wurden mehrere Anzeigen wegen Körperverletzungen sowie wegen fahrlässiger Körperverletzung aufgenommen. Bei der Auseinandersetzung seien laut Polizei auch fünf unbeteiligte Fahrgäste verletzt worden. Dabei habe es sich um eine Gruppe Eritreer und Äthiopier gehandelt. Ein Augenzeuge bestätigte den Einsatzkräften auf dem U-Bahnhof, dass die jungen Männer nichts mit der Schlägerei zu tun hatten. Zwei 18 Jahre alte Männer aus dieser Gruppe seien dann mit Augenreizungen in ein Krankenhaus gebracht worden.

Die Kriminalpolizei der Direktion 3 hat die Ermittlungen zum genauen Ablauf der Schlägerei aufgenommen. Dazu werden auch die Bilder aus den Videoüberwachungskameras der BVG ausgewertet. Insgesamt waren neun Funkwagen, zwei Zivilstreifen und fünf Gruppenstreifen von zwei Einsatzhundertschaften auf dem U-Bahnhof Jannowitzbrücke im Einsatz.

Mann bei Streit in Gaststätte in den Hals gestochen

Feuerwehr und Polizei kamen am Sonnabend auch in Friedrichshain zum Einsatz. Bei einem Streit in einer Bar an der Frankfurter Allee wurde ein Mann durch eine Stichverletzung am Hals schwer verletzt. Ersten Ermittlungen der Polizei zufolge sei ein 56-jähriger Mann gegen 20.20 Uhr mit einem Unbekannten in der Sportsbar in einen lauten Streit geraten.

Der 28 Jahre alte Wirt habe den Unbekannten daraufhin aufgefordert, die Bar zu verlassen und ihn ins Freie begleitet. Kurze Zeit später sei der Unbekannte jedoch zurückgekehrt. Unvermittelt habe er dem Gast, mit dem er zuvor gestritten hatte, dann einen spitzen Gegenstand in den Hals gestoßen. Anschließend sei er unerkannt geflüchtet. Der 56-Jährige wurde bei dem Angriff schwer verletzt und zur stationären Behandlung in ein Krankenhaus gebracht.