Berlin-Rahnsdorf

Auto und Haus von AfD-Politiker Georg Pazderski angegriffen

Unbekannte Täter zerstachen Reifen und schlugen Autoscheiben ein. Auch das Haus des Politikers in Rahnsdorf wurde zum Ziel.

Der Fraktionschef der AfD, Georg Pazderski, bei einer Rede im Abgeordnetenhaus

Der Fraktionschef der AfD, Georg Pazderski, bei einer Rede im Abgeordnetenhaus

Foto: Wolfgang Kumm / dpa

Unbekannte Täter haben in der Nacht zu Freitag mit Farbe gefüllte Flaschen auf das Privathaus des AfD-Fraktionsvorsitzenden Georg Pazderski im Köpenicker Stadtteil Rahnsdorf geworfen und sein Auto beschädigt. Es wurden die Reifen zerstochen und Scheiben eingeworfen, sagte ein Sprecher des Politikers. Pazderski selbst hatte den Anschlag in der Sturmnacht nicht bemerkt und den Schaden erst am Morgen entdeckt.

Er lasse sich nicht einschüchtern, teilte Pazderski über Twitter mit. Am Umgang mit Regierungskritikern erkenne man den Zustand der Demokratie. Persönlich erreichbar war der Politiker am Freitag nicht, weil er den ganzen Tag die Sitzung der neu gewählten AfD-Bundestagsfraktion moderierte. Die Polizei bestätigte den Angriff auf das Wohnhaus Pazderskis in Köpenick. Es sei Strafanzeige gestellt worden. Seine Partei machte den Senat mitverantwortlich für die Farbattacke. Innensenator An­dreas Geisel (SPD) dürfe jetzt „die Früchte seiner jüngsten unsäglichen Äußerung ernten, die AfD müsse auch einstecken können“, sagte der innenpolitische Sprecher der AfD-Fraktion, Karsten Woldeit. Nun hätten „mutmaßlich linksextremistische Täter ihn beim Wort genommen“.

Nach Angaben des AfD-Fraktionssprechers ist es das erste Mal, dass Georg Pazderski persönlich angegriffen wurde. Zuletzt hatte er für Empörung im Abgeordnetenhaus gesorgt, als er dem Senat vorwarf, in der Debattte um den Flughafen Tegel mit seiner Kampagne den „Volkssturm der Argumente“ mobilisiert zu haben. Der Volkssturm war am Ende des Zweiten Weltkrieges das letzte Aufgebot, das die Nazis gegen die Alliierten mobilisierten.

Anders als bei früheren persönlichen Attacken gegen Politiker blieben Solidaritätsbekundungen anderer Parteien für den AfD-Mann am Freitag zunächst aus. Im Haus von Innensenator Andreas Geisel hieß es, man wolle dazu und zu den Vorwürfen der AfD „keine Stellungnahme“ abgeben. Geisel sei aber immer gegen Gewalt.

Am Nachmittag äußerte sich dann Parlamentspräsident Ralf Wieland: „Politische Gegnerschaft darf nicht in Gewalt umschlagen. Deshalb verurteile ich diese Attacke auf das Eigentum des AfD-Fraktionsvorsitzenden Georg Pazderski“, sagte der Sozialdemokrat. Wer frei gewählte Parlamentarierinnen oder Parlamentarier gewalttätig angreife, erweise „der Demokratie einen Bärendienst“.