Neukölln

Hubschrauber geblendet: Polizei ermittelt Täter aus der Luft

Ein Junge hat mit einem Laserpointer auf einen Polizeihubschrauber gezielt. Die Beamten machten ein Foto und ermittelten die Wohnung.

Foto: Polizei Berlin/BM

Das war ein kurzer Spaß für einen 13-jährigen Neuköllner. Wie die Polizei auf Facebook berichtete, wurde die Besatzung eines Polizeihubschraubers am Sonntagmorgen mit einem grünen Laserpointer geblendet. Daraufhin zückten die Beamten die Kamera und machten ein Foto des Vorfalls. Damit konnten sie die Wohnung in Abstimmung mit Kollegen am Boden eindeutig identifizieren.

"Und da nichts über einen nächtlichen Kurzbesuch geht, stellten unsere Kollegen den 13 jährigen Tatverdächtigen kurze Zeit später in der Wohnung und beschlagnahmten dabei gleich den grünen Laserpointer", heißt es in dem Bericht.

Bis Ende Juli 2017 zählten Experten rund 65 Fälle

Immer wieder werden Polizeihubschrauber, aber auch Linienflugzeuge mit Laserpointern geblendet. Im Juli nahm die Polizei einen 22-Jährigen in Reinickendorf fest. Er soll einen Monat zuvor die Besatzung eines Polizeihubschraubers während Ausschreitungen in der Rigaer Straße geblendet haben. Ermittelt wurde gegen ihn unter anderem wegen gefährlichen Eingriffs in den Luftverkehr.

Bis Ende Juli dieses Jahres zählte das Luftfahrt-Bundesamt in Braunschweig rund 65 Fälle. Die meisten wurden von den Flughäfen Berlin-Tegel (10), Frankfurt/Main (9) und Hamburg (7) gemeldet. In weiteren 31 Fällen seien Piloten demnach im Ausland von Laserpointern geblendet worden.

Wer Piloten mit einem Laserpointer blendet, muss mit empfindlichen Strafen rechnen. In Paragraf 315 des Strafgesetzbuches ist geregelt, dass "gefährliche Eingriffe in den Bahn-, Schiffs- und Luftverkehr" mit Freiheitsstrafen von bis zu zehn Jahren Haft bestraft werden können.

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