Berlin

Steinhagel auf fünf Polizeiautos

Schwerer Übergriff im Schutz der Dunkelheit auf Beamte in der Köpenicker Straße. Polizeigewerkschaft verurteilt die Attacken

Unbekannte haben in Kreuzberg Fahrzeuge der Polizei mit Steinen beworfen. Dabei wurde in der Nacht zum Sonntag ein Uniformierter verletzt, außerdem entstand erheblicher Sachschaden. Die Täter konnten entkommen. Der Berliner Landesverband der Gewerkschaft der Polizei (GdP) verurteilte den Zwischenfall scharf. Nach Polizeiangaben war ein Fahrzeug des Zentralen Objektschutzes gegen 2 Uhr während der Fahrt durch die Köpenicker Straße von Steinen getroffen worden, als der Wagen in Höhe der Adalbertstraße fuhr.

Daraufhin wurden mehrere Funkstreifenwagen zur Einsatzstelle gerufen. Als die Unterstützungskräfte wenige Minuten später dort eintrafen, ging auch auf diese Fahrzeuge ein Hagel von Steinen nieder. Ein Angestellter des Objektschutzes erlitt durch splitterndes Glas leichte Verletzungen am Auge und im Gesicht, sagte ein Polizeisprecher am Sonntag. Der Mann wurde ambulant behandelt. Insgesamt fünf Dienstfahrzeuge wurde durch die Steinwürfe beschädigt. Zur Schadenshöhe machte die Polizei am Sonntag keine Angaben. Die Verursacher flohen unerkannt. Die Hintergründe des Übergriffs sind unklar. Der für politisch motivierte Straftaten zuständige Staatsschutz ermittelt. GdP-Sprecher Benjamin Jendro sagte der Berliner Morgenpost, er sei sehr froh, dass den Kollegen nichts Ernstes passiert sei. Niemand würde den Augenblick vergessen, in dem ihm ein Stein auf die Windschutzscheibe krache. "Ich hoffe sehr, dass der verletze Polizist keine bleibenden Schäden davonträgt. Wenn mehrere Funkwagen hinterhältig mit Steinen malträtiert werden, ist es Irrsinn, von Zufall zu sprechen. Kein demokratischer Politiker sollte versuchen, diesen Tötungsversuch kleinzureden. Hier wurden Menschenleben riskiert und unsere Demokratie angegriffen", so Jendro weiter.

Der Vorfall zeige auch, wie wichtig es sei, alle Berliner Funkwagen mit Splitterschutzfolien zu schützen, weil es offensichtlich Leute gebe, "für die ein Polizist kein Mensch" sei. Der SPD-Abgeordnete Tom Schreiber teilte am Sonntag über Twitter mit, die Angriffe seien zu verurteilen. "Die Linksautonomen treffen nicht nur Menschen, sondern auch den Rechtsstaat", so der innenpolitische Sprecher.

Polizei meldete sichüber Facebook zu Wort

Die Polizei selbst meldete sich ebenfalls ausführlich über Facebook zu Wort: "Unbekannte haben vergangene Nacht mehrfach Steine auf Polizeiautos geworfen. Das stellt einen Angriff dar, zu dem wir den Tätern, aber auch der Öffentlichkeit etwas zu sagen haben", hieß es unter anderem in dem Beitrag.

"Unsere Kolleginnen und Kollegen sind auf der Straße für jeden von Ihnen rund um die Uhr da. Sie helfen, trösten, trauern, (be-)schützen, passen auf und hören zu. Aber sie schlichten auch Streits, sorgen nachts für Ruhe, überprüfen, kontrollieren, finden klare Worte, wo diese angebracht sind und nehmen fest. Dabei machen sie sich bei dem einen oder anderen auch mal unbeliebt. Was jedoch gar nicht geht, sind feige Übergriffe, wie in der letzten Nacht."

Polizisten waren in der Vergangen heit wiederholt Ziel von Angriffen. So war es im Juni des vergangenen Jahres bei einem Aufzug von linksextremistischen Demonstranten in den Ortsteilen Kreuzberg und Friedrichshain zu massiven Angriffen auf Polizisten gekommen. Von den rund 1800 Einsatzkräften und den etwa 700 Unterstützungskräften wurden während des Einsatzes insgesamt 123 Polizeibeamte, davon 40 Unterstützungskräfte verletzt. Nach Aussagen des Polizeipräsidenten Klaus Kandt war es die aggressivste und gewalttätigste Demonstration der zurückliegenden fünf Jahre in Berlin.

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