Prozess

Messerattacken auf Frauen – Vorwürfe zurückgewiesen

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Er soll Frauen mit einem Messer angegriffen und verletzt haben. Vor dem Landgericht hat der Beschuldigte die Vorwürde zurückgewiesen.

Die 30-jährige Anne K. konnte nicht fassen, was ihr am 13. Februar dieses Jahres passiert war: Ein Mann lief auf der Adalbertstraße in Kreuzberg hinter ihr her, näherte sich und stach ihr unvermittelt mit einem Messer in den linken Oberschenkel. Anschließend lief er weiter, als sei nichts geschehen. Am Montag sah sie den Mann im Moabiter Kriminalgericht wieder. Dem 27-jährigen Tarik A. werden gleich vier Messerangriffe auf Frauen vorgeworfen.

Bei einem der Angriffe blieb es bei einem Versuch: Kurz vor der Attacke auf Anne K. soll Tarik A. auf einem Bürgersteig in der Oranienstraße versucht haben, eine 34 Jahre alte Frau, die einen zweieinhalb Monate alten Säugling auf dem Arm trug, mit seinem Messer zu verletzen. Die Frau hatte jedoch laut zu schreien begonnen, als sie das erhobene Messer sah, und den Mann weggeschubst. Wie Anne K. sprach auch sie später von einem „wirren Blick“ des Täters, der „schmuddelig“ gewirkt und eine fahle Hautfarbe gehabt habe. Zwei weitere Frauen wurden, wie schon Anne K., wahllos ausgesucht und mit dem Messer am Oberschenkel verletzt.

Anne K. sagte vor Gericht, dass sie noch immer an den Folgen der Messerattacke leide: „Mein Urvertrauen, dass ich eine Straße ohne Probleme entlanglaufen kann, ist weg.“ Sie erwäge, sich nach dem Prozess in psychologische Behandlung zu begeben.

Tarek A. selbst konnte sich nur noch an eine Tat erinnern. Er habe damals aus Notwehr zugestochen, erklärte er zu Prozessbeginn. Die anderen Vorwürfe bestritt er.

Es geht in diesem Verfahren nicht um eine Strafe für Tarik A. Den Ermittlungen zufolge litt er zum Zeitpunkt der Tat an einer akuten psychotischen Störung. Die Staatsanwaltschaft geht deswegen in ihrer „Antragsschrift im Sicherungsverfahren“ davon aus, dass er nicht schuldfähig war. Überprüft werden muss nun, ob es angezeigt ist, den Mann dauerhaft in den Maßregelvollzug, in die Gefängnispsychiatrie einzuweisen. Das Verfahren wird am 3. August fortgesetzt.

( mim )