Friedrichshain

Antänzer belästigen Frauen an Warschauer Straße sexuell

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S-Bahnzugang an der Warschauer Straße

S-Bahnzugang an der Warschauer Straße

Foto: Paul Zinken / dpa

Erneut gab es in Berlin einen Fall von sexueller Belästigung in der Öffentlichkeit. Die Polizei bittet die Opfer sich zu melden.

Nachdem erst am Freitag eine 17-Jährige am Alexanderplatz von einem Flüchtling aus dem Irak sexuell belästigt wurde, hat es am frühen Sonntagmorgen erneut sexuelle Übergriffe gegeben.

Tatort war diesmal die Gegend rund um den S-Bahnhof Warschauer Straße. Gegen 4 Uhr bemerkten Zivilpolizisten, wie drei junge Männer mehrere Frauen antanzten. Unter der Vortäuschung des Tanzens hielten die Männer die Frauen fest, griffen ihnen in den Genitalbereich, an die Brüste und küssten sie ins Gesicht. Das teilte die Bundespolizei mit.

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Die Bundespolizisten nahmen die drei Iraker im Alter von 20 und 26 Jahren fest und brachten sie zur Dienststelle zum Berliner Ostbahnhof. Nachdem dort ihre Identitäten geklärt und Anzeigen wegen Beleidigung auf sexueller Grundlage aufgenommen wurden, konnten sie die Dienststelle wieder verlassen. Die weiblichen Opfer blieben unbekannt. Sie hatten sich entfernt, bevor sie befragt werden konnten.

Die weitere Bearbeitung übernimmt die dafür zuständige Berliner Polizei. Die Opfer und weitere Zeugen, die sachdienliche Hinweise zur Tat geben können, werden gebeten, sich bei der Polizei zu melden.

Diebstahl und sexuelle Belästigung

Der Bereich Warschauer Brücke als Zugang der Party-Meile RAW-Gelände ist in der Vergangenheit mehrfach als Aktionsbereich von „Antänzern“ auffällig geworden. Auch das Kottbusser Tor, wo zunehmend Fälle von Raub und Diebstahl durch Nordafrikaner angezeigt werden, ist zuletzt für solche Taten in Verruf geraten. In erster Linie geht es den Kriminellen darum, durch Körperkontakt den ausgespähten Opfern Wertgegenstände wie Mobiltelefone oder Geldbörsen zu stehlen. So wird auch als Tarnung ein Handschlag ausgeführt, bei dem blitzschnell eine Armbanduhr verschwindet.

Für Schlagzeilen hatten „Antänzer“ zu Pfingsten beim Karneval der Kulturen gesorgt, als zahlreiche junge Frauen in Kreuzberg sexuell belästigt und attackiert wurden. 13 „Antänzer“ und Taschendiebe konnten seinerzeit im Bereich Blücherplatz gefasst werden. Innensenator Frank Henkel (CDU) hatte das Vorgehen der Täter als „erniedrigend, frauenverachtend und kriminell“ bezeichnet. Das Phänomen der sogenannten ‚Antänzer‘ nehme bundesweit seit einiger Zeit an Bedeutung zu.

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Die Berliner Polizei hatte bereits zum 1. April diese Jahres eine sechsköpfige Ermittlungsgruppe ‚Antänzer‘ gegründet. Ziel ist es vorrangig, vor allem Mehrfachtäter zu überführen. „Wichtig ist, dass diese Täter dann auch juristische Konsequenzen spüren“, betonte dabei Frank Henkel.

( BM/hhn )