City West

Blitz-Überfall am Kudamm: Täter rammen Juwelier mit Auto

Schüsse am Vormittag in der City West: Die Täter rammten mit einem Auto die Front eines Juweliers und feuerten mit einer Schreckschusspistole.

Polizisten am Tatort: Mit einem offenbar gestohlenen Golf durchbrachen die Täter das Sicherheitsglas der Hublot-Filiale am Kudamm

Polizisten am Tatort: Mit einem offenbar gestohlenen Golf durchbrachen die Täter das Sicherheitsglas der Hublot-Filiale am Kudamm

Foto: Frank Lehmann

Bei einem Raubüberfall auf ein Geschäft für Luxusuhren am Kurfürstendamm haben drei Unbekannte am Sonnabend hochwertige Uhren erbeutet. Die Täter brachen am Vormittag gewaltsam den Eingang der Hublot-Filiale auf, indem sie mit einem älteren VW Golf gegen die Tür fuhren. Dann stürmten die Räuber in den Laden und griffen sich zahlreiche Luxusuhren aus den Auslagen, bevor sie mit ihrer Beute flüchteten. Die Kriminellen benutzten zur Flucht einen vermutlich bereitgestellten Audi, teilte die Polizei mit. Über den Wert der Beute wurden keine Angaben gemacht. Den dunkelvioletten Golf CL ließen die Räuber am Tatort zurück. Das Fahrzeug war laut Polizei, wie auch der Fluchtwagen, zuvor gestohlen worden.

Blitz-Überfall auf Juwelier am Kudamm in Berlin
Video: BM Video

Die Tat ereignete sich nach Angaben der Polizei gegen 10 Uhr in Höhe der Kreuzung zur Wielandstraße in Charlottenburg. Während der Tat soll einer der Täter Schüsse abgegeben haben, offenbar um das Personal einzuschüchtern. Bei der Waffe soll es sich laut Polizei nach ersten Erkenntnissen um eine Schreckschusswaffe gehandelt haben. Körperlich verletzt wurde bei dem spektakulär ausgeführten Überfall niemand. Eine Angestellte hatte jedoch einen Schock erlitten und musste ärztlich versorgt werden.

Der Tatort war unmittelbar nach dem Überfall von der Polizei abgesperrt worden, unterstützt von Einsatzkräften der Bereitschaftpolizei. Mehrere Polizisten begannen sofort damit, Passanten und Zeugen nach ihren Beobachtungen zu befragen. Kriminaltechniker waren mit der Sicherung von Spuren beschäftigt, die bis in den Nachmittag andauerte.

Dabei stellte sich heraus, dass die Täter zum Aufbrechen der Tür einen massiven Holzbalken benutzt hatten, den sie vor den mit Kamera und Klingel gesicherten Eingang platziert hatten und dann mit dem Auto dagegen fuhren. Durch die Wucht wurde die massive Tür nach innen gedrückt, das Sicherheitsglas war bei dem Angriff zwar gesplittert, aber nicht zerborsten. Offenbar hatten die Räuber erwartet, dass der massiv gesicherte Eingang nicht direkt mit der deutlich breiteren Fahrzeugfront „aufgesprengt“ werden könne. Der mehr als einen Meter lange Holzbalken wurde, ebenso wie das Tatfahrzeug, für weitere Untersuchungen von den Beamten sichergestellt. Die intensiven Ermittlungen der Polizei nach den Tätern dauern an.

Der Überfall auf das Uhrengeschäft ist nur eine von zahlreichen aufsehen- erregenden Raubtaten in der Berliner City West in den vergangenen Jahren. Kurz vor Weihnachten 2013 waren Kriminelle mit einem Wagen in die Fassade des Apple Store am Kurfürstendamm gerast. Die Räuber entkamen damals mit zahlreichen Smartphones, Laptops und Tablet-Computern. Doch bereits Ende Januar 2014 wurden mehrere der Täter vom Kudamm bei einem ähnlichen Überfall auf ein Elektronikgeschäft in Dresden gefasst. Sie wurden inzwischen zu Freiheitsstrafen verurteilt.

Nicht aufgeklärt werden konnten bislang zwei Raubüberfälle auf Geldtransporter am Kurfürstendamm und an der nahe gelegenen Tauentzienstraße. Ende Oktober 2014 war ein vor dem Apple Store wartender Werttransporter von drei Maskierten überfallen worden. Ein Sicherheitsmitarbeiter war mit Schusswaffen bedroht worden, die Täter entkamen mit einem Geldkoffer in einem Citroën. Das Fluchtauto wurde kurz darauf an der Bundesallee in Brand gesetzt. Zehn Monate zuvor hatten maskierte Räuber in ähnlicher Weise vor dem Modegeschäft P&C am Tauentzien gehandelt. Einem Geldtransporter-Boten wurde ein Geldkoffer mit Einnahmen geraubt. Die Täter flüchteten mit einem Alfa Romeo, der in der Wexstraße angezündet wurde.