Kreuzberg

Frauen beim Karneval der Kulturen sexuell belästigt

Beim Straßenfest zum Karneval der Kulturen in Kreuzberg wurden Frauen von einer Gruppe Männer umringt, begrapscht und bestohlen.

Sexuelle Belästigung (Symbolbild)

Sexuelle Belästigung (Symbolbild)

Foto: Jens Kalaene / dpa-tmn

Nach Angaben der Berliner Polizei von Sonntag soll es Sonnabend in Kreuzberg mehrere Fälle von sexueller Belästigung gegeben haben. Nach den bisherigen Erkenntnissen tanzte eine 17-Jährige gegen 18.45 Uhr gemeinsam mit ihrer 18 Jahre alten Freundin vor der Bühne, als sie von etwa zehn jungen Männern umringt, angetanzt, bedrängt und angefasst worden sein sollen.

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Die jungen Frauen versuchten, aus der Gruppe herauszukommen, doch sie wurden von den jungen Männern immer wieder zurückgezogen. Dabei soll einer auch das Handy aus der Jackentasche der 17-Jährigen gestohlen haben.

Ein 27-jähriger Besucher des Festes bemerkte die Vorkommnisse und sah, wie ein Tänzer eine der Frauen von hinten umarmte. Anschließend setzte sich die junge Frau nach Angaben des Zeugen verängstigt auf den Boden. Er sprach sie an, da ihm die Situation seltsam vorkam und machte von den tanzenden Männern Filmaufnahmen.

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Polizei nimmt drei Personen vorläufig fest

Einer der Männer bemerkte die Aufnahmen, ging auf den 27-Jährigen zu und forderte ihn mit aggressiven Ton auf weiterzugehen. Kurz darauf trafen Polizisten ein und nahmen drei junge Männer der Gruppe vorläufig fest. Nach Personalienfeststellungen wurden der 14-Jährige und seine beiden 17 Jahre alten Komplizen entlassen. Das gestohlene Handy wurde der Besitzerin wieder ausgehändigt.

Derzeit wird geprüft, ob es weitere Übergriffe auf Frauen gab. Die Ermittlungen dauern an. Nach ähnlichem Muster waren in der Silvesternacht am Kölner Hauptbahnhof Frauen begrapscht und bestohlen worden.

Am späten Sonntagnachmittag gab die Berliner Polizei via Twitter bekannt, dass die drei Tatverdächtigen polizeibekannt seien. Zwei von ihnen seien türkischer Herkunft, die Herkunft des dritten Verdächtigen sei unbekannt.

Frauen, die ebenfalls Opfer ähnlicher Übergriffe wurden und dies bisher nicht zur Anzeige gebracht haben, werden gebeten, sich bei der Polizei Berlin zu melden oder über die Internetwache eine Anzeige zu erstatten.

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Zivilfahnder fassen Antänzer am Kudamm

Zuletzt hatte die Polizei in der Nacht zu Sonnabend zwei mutmaßliche Antänzer am Kudamm in Charlottenburg gefasst. Zivilfahnder hatten beobachtet, wie die beiden Männer „High Five“ mit einen 27-jährigen Touristen machten, ihn dann aber am Handgelenk packten und am Arm zogen.

Die Verdächtigen versuchten nach Aussage des Opfers, ihm die Armbanduhr wegzunehmen, wie die Polizei mitteilte. Ein Fahnder verfolgte die 18 und 29 Jahre alten Tatverdächtigen bis zum Bahnhof Zoo und nahm sie fest. Sie wurden dem Fachkommissariat für Taschendiebstahl beim Landeskriminalamt übergeben.

Bereits am Donnerstag war die Polizei nach eigener Darstellung in einem ähnlichen Fall erfolgreich. Nachdem zwei Männer in der Friedrichstraße einen 34-jährigen Passanten nach einem Feuerzeug gefragt hätten und dieser es übergeben habe, sei er plötzlich am Arm gepackt worden, an dem er eine Uhr trug. Während einer der Männer um ihn herumgetanzt sei, habe ihm der andere die Uhr vom Handgelenk gerissen. Auf seiner Flucht - vom Opfer verfolgt - legte das Duo das Diebesgut auf einen Gehweg, wo der 34-Jährige es fand.

Karneval der Kulturen 2016

Karneval der Kulturen 2016

An der Verfolgung der beiden Männer beteiligten sich zwei Beamte des Bundeskriminalamtes, die die Flucht beobachtet hatten, sowie Polizisten einer Einsatzhundertschaft. Die beiden 25 und 34 Jahre alten mutmaßlichen Diebe wurden vorläufig festgenommen. Während der ältere wiedEr auf freien Fuß kam, wurde gegen den 25-Jährigen am Freitag Haftbefehl erlassen. Er hatte zuvor laut Polizei eine Krampfanfall erlitten und war in ein Krankenhaus gebracht worden, wo er sich zu strangulieren versuchte. Dies habe jedoch ein Wachposten geistesgegenwärtig verhindert.