Charlottenburg

Gestoppter Maserati war so laut wie Waldbühnen-Konzert

Wegen extremer Lautstärke hat die Polizei in Charlottenburg einen Maserati-Fahrer gestoppt. Eine Messung ergab Erstaunliches.

Die Berliner Polizei hat am Dienstagnachmittag einen Maserati in Charlottenburg gestoppt. Wie die Polizei am Mittwoch mitteilte, fiel den Beamten gegen 13.30 Uhr das Auto in der Pulsstraße Ecke Heubnerweg wegen extremer Geräuschentwicklung auf.

Mit einem Schalldruckmessgerät überprüften die Beamten die Lautstärke - und kamen dabei auf einen Wert von 110 Dezibel. Diese Lautstärke sei vergleichbar mit einem Rockkonzert in der Waldbühne, heißt es in der Mitteilung.

Der Sportwagen werde nun einem Gutachter vorgestellt, hieß es weiter. Auf den 29 Jahre alten Fahrer kommt ein hohes Bußgeld zu, unter anderem auch wegen diverser anderer technischer Mängel.

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Im Kampf gegen die lautstarke Angeberei mit hochgerüsteten und getunten Sportwagen ist die Polizei fast machtlos. Diese sogenannten Profilierungsfahrten, bei denen mit aufheulenden Motoren und lauter Musik über belebte Straßen mit vielen Passanten gefahren wird, ließen sich „kaum erfolgreich verhindern“, hieß es in einer Antwort des Innenausschusses auf die schriftliche Anfrage der Grünen Anfang März.

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Polizei beschlagnahmte 20 getunte Sportwagen

Die Polizei habe im vergangenen Sommer aber mehr als 20 teure Sportwagen beschlagnahmt. Die meisten Autos waren verbotenerweise umgebaut und getunt worden.

Nicht selten stehen diese hochgerüsteten Sportwagen im Zusammenhang mit illegalen Autorennen. Auf dem Kurfürstendamm registrierte die Polizei in den vergangenen beiden Jahren jeweils zehn verbotene Autorennen. Die Teilnahme wird mit mindestens 400 Euro Bußgeld, zwei Punkten und einem Monat Fahrverbot bestraft.

Am 1. Februar starb bei einem illegalen Autorennen nahe dem Kudamm ein unbeteiligter Autofahrer. Gegen den mutmaßlichen Todesfahrer wurde Haftbefehl wegen Totschlags erlassen.

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