Nahe S-Bahnhof Stresow

Bekennerschreiben nach Kabelbrand in Spandau aufgetaucht

Linksradikale rufen zu weiteren Sabotageakten auf. Die Tat am Montagmorgen hatte den Zug- und S-Bahnverkehr in Berlin massiv gestört.

Nach dem Brand in einem Kabelschacht in Spandau ist im Internet ein Bekennerschreiben aufgetaucht. Auf einer linksradikalen Internetseite schreibt eine selbsternannte "Vulkangruppe Festung Europa sabotieren", man habe "einen Brand an der Bahntrasse bei Spandau gelegt, um den Personen- und Güterzugverkehr empfindlich zu stören".

Unter anderem der reibungslose Transport von Gütern und Arbeitskraft garantiere die wirtschaftliche Funktionsfähigkeit dieses Landes, heißt es weiter. Und es wird zu weiteren Taten aufgerufen: "Sabotage relevanter Infrastruktur zum Nachteil der Wirtschaft und der Funktionsfähigkeit der Festung Europa ist das Gebot der Stunde."

Ob es sich bei den Verfassern wirklich um die Verursacher des Kabelbrandes oder schlicht um Trittbrettfahrer handelt, kann zunächst nicht überprüft werden.

Massive Probleme im Bahnverkehr

Die Bundespolizei schließt Brandstiftung allerdings nicht aus. Aufgrund vorliegender Anhaltspunkte für eine politisch motivierte Brandstiftung habe der Polizeiliche Staatsschutz die Ermittlungen übernommen, teilte die Berliner Polizei am Nachmittag mit.

Die Polizei leitete eine groß angelegte Fahndung nach den Tätern ein. Dabei kam auch ein Polizeihubschrauber zum Einsatz. Techniker der Bahn sowie Spezialisten der Polizei untersuchten den Tatort und sicherten Spuren. Dabei stellte sich schließlich heraus, dass kein technischer Defekt vorlag, sondern das Feuer absichtlich gelegt worden ist.

Der Kabelbrand hatte am Montag für Probleme Bahnverkehr gesorgt. Wie ein Sprecher der Bundespolizei sagte, hatte die Feuerwehr die Beamten morgens gegen 6 Uhr wegen des Feuers an einem Bahnübergang in der Pichelswerder Straße verständigt.

Wegen des Brandes kam es zu verschiedenen Einschränkungen im Regional- und Fernverkehr. Die Bahn rechnete bis zum Betriebsschuss mit Einschränkungen. Züge der Linie RE 6 zwischen Hennigsdorf und Berlin-Gesundbrunnen wurden umgeleitet. Die Haltestellen Falkensee, Berlin-Spandau und Berlin-Jungfernheide entfielen ganz. Im Abschnitt Hennigsdorf - Falkensee - Berlin-Spandau fuhren ersatzweise Busse. Züge der Linien RB 10 und RB 14 kamen verspätet.

Zudem wurden Fernzüge, die von Hamburg über Berlin fuhren, in dieser Richtung umgeleitet. Sie hielten nicht in Spandau.