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23 Verletzte nach Reizgas-Attacke an Grundschule in Wedding

Rettungseinsatz in der Albert-Gutzmann-Grundschule in Gesundbrunnen: 23 Menschen erlitten Augenreizungen durch Reizgas.

Feuerwehreinsatz an der Albert-Gutzmann-Grundschule in Gesundbrunnen

Feuerwehreinsatz an der Albert-Gutzmann-Grundschule in Gesundbrunnen

Foto: Steffen Pletl

Zu einem Großeinsatz mit 30 Helfern ist die Feuerwehr am Montag in die Albert-Gutzmann-Schule in Gesundbrunnen ausgerückt. Dort sind 23 Menschen verletzt worden, weil offenbar ein 15 Jahre alter Schüler Pfefferspray versprüht hatte. Die Feuerwehr brachte nach Behandlungen von Augen- und Atemwegsreizungen auf dem Schulgelände 15 Jungen und Mädchen im Alter von zehn bis 13 Jahren in Krankenhäuser, wo sie weiter ambulant versorgt wurden. Drei andere Schüler seien behandelt worden, hätten aber einen Transport ins Krankenhaus abgelehnt, teilte ein Sprecher der Feuerwehr weiter mit. Auch vier Lehrerinnen klagten über brennende Augen und Reizungen der Atemwege. Sie wurden nur in der Schule behandelt. Auch eine Polizistin, die in die Wolke gelaufen war, musste versorgt werden.

Die Verletzungen traten auf, nachdem die Schüler einer fünften Klasse nach der Hofpause gegen 9.30 Uhr auf dem Weg in die Klassenzimmer waren. Nach den Ermittlungen der Polizei soll ein 15-Jähriger während der Pause aus noch unbekanntem Motiv Pfefferspray in einem Flur versprüht haben. Dies habe sich nicht gegen Menschen gerichtet, es sei niemand in der Nähe gewesen. Der Schüler ging daraufhin nach Hause, während Kinder und Lehrer in die durch Flur und Treppenhaus wabernde Wolke liefen. Die Spraydose wurde später bei dem 15-Jährigen sichergestellt.

Der Vorfall hat sich in dem Bereich der Schule abgespielt, in dem zwei Willkommensklassen und mehrere Grundschulklassen untergebracht sind. Beate Stoffers, Sprecherin von Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD), sagte der Berliner Morgenpost, dass die Schulleitung sofort die Eltern der betroffenen Schüler und dann auch alle anderen Eltern informiert hat. „Es wurde ein Elternbrief herausgegeben.“ In dem Gebäudeteil haben 80 Schüler ihre Klassenräume, die evakuiert wurden. Die Schüler wurden in Horträume geschickt. Dort konnte der Unterricht normal weiter gehen. „Die Polizei musste zunächst feststellen, um welche Art von Gas es sich handelt“, sagte Stoffers. Ob die Klassenräume am Dienstag wieder in Betrieb genommen werden können, war zunächst ungewiss.