Berlin-Buch

Baby an Bushaltestelle ausgesetzt - Zeugen gesucht

An der Bushaltestelle "Lindenberger Weg Süd“ in Berlin-Buch ist ein Baby ausgesetzt worden. Die Polizei sucht nun dringend Zeugen.

Der Strampler des ausgesetzten Babys

Der Strampler des ausgesetzten Babys

Foto: Polizei Berlin

Erneut ist Berlin ein Neugeborenes ausgesetzt worden: Passanten fanden das Neugeborene am Mittwochabend gegen 20.45 Uhr an der Bushaltestelle „Lindenberger Weg Süd“ im Pankower Ortsteil Buch. Der Säugling lag unter einem Dach neben einem Seiteneingang des Helios-Klinikums auf dem Boden. Das Kind war nach Angaben der Polizei auf ein unbezogenes Kopfkissen gebettet und mit einer Windel, einem Strampler sowie einem Babyjäckchen bekleidet. Die vorangegangene Geburt scheint ohne ärztliche oder andere fachkundige Hilfe stattgefunden zu haben. Trotz festgestellter leichter Unterkühlung ist der Gesundheitszustand des Mädchens zurzeit stabil.

Die Polizei bitte bei der Aufklärung um Mithilfe der Bevölkerung und fragt: Wer hat am Mittwoch, dem 2. September 2015, speziell in den Nachmittags- und Abendstunden, Beobachtungen gemacht, die im Zusammenhang mit der Aussetzung des Babys stehen könnten? Wer kennt die auf den Fotos abgebildeten Kleidungsstücke oder kann Angaben zu deren Herkunft machen? Wer kennt eine Frau, die kürzlich schwanger war oder bei der eine Schwangerschaft vermutet wurde, die nun kein Baby vorzuweisen hat? Hinweise nehmen das zuständige Fachkommissariat des Landeskriminalamtes (LKA 123) in der Keithstraße 30 in Tiergarten unter der Telefonnummer (030) 4664 - 912 555 oder alle anderen Polizeidienststellen entgegen.

Keine Babyklappe im Helios-Klinikum

Warum die Mutter das Kind nicht im Krankenhaus abgeben hat, ist derzeit noch offen. Das Helios-Klinikum in Buch verfügt über keine Babyklappe. Derzeit gibt es solche Einrichtungen in fünf Berliner Krankenhäusern: In Zehlendorf das Krankenhaus Waldfriede, in Tempelhof das St.Joseph-Krankenhaus, in Spandau das Evangelische Waldkrankenhaus, in Neukölln das Vivantes-Klinikum und in Hellersdorf ebenfalls das Vivantes-Klinikum.

Die erste sogenannte Babyklappe wurde in Berlin im Jahr 2001 eingerichtet. Seither wurden 67 Babys den Krankenhäusern anvertraut. Babyklappen an Krankenhäusern sind allerdings in einem Punkt umstritten: Kinder haben später keine Möglichkeit, ihre Identität zu erfahren. Um dieses Problem zu umgehen, gibt es seit dem 1. Mai für Schwangere auch die Möglichkeit, ihr Kind in einem Krankenhaus oder bei einer Hebamme zur Welt zu bringen und trotzdem vorerst anonym zu bleiben. Die Daten der Mutter werden zwar gespeichert, bleiben jedoch mindestens bis zum 16. Geburtstag des Kindes unter Verschluss.

Erst Anfang April war in Friedrichshain ein neugeborenes Mädchen ausgesetzt worden. Gegen 1.40 Uhr in der Noch zum 1. April hatte ein Passant das dunkle Bündel in der Scharnweberstraße auf dem Boden neben dem Eingang der Hausnummer 38 gesehen. Als er darin das Baby entdeckte, verständigte er die Polizei. Das Kind war offenbar kurz zuvor geboren worden und stark unterkühlt. In dieser Nacht war die Temperatur auf 1 Grad Celsius gefallen, zudem stürmte es.