Gewalt in Berlin

Farbbeutel, Eier und Böller gegen Polizisten geworfen

Mehrfach attackierten Aktivisten Polizisten in Berlin. In Friedrichshain zündete eine Gruppe von 30 Menschen Sperrmüll an und warf Steine. Nun wird wegen versuchter Körperverletzung ermittelt.

Gleich mehrfach kam es zu Beginn des Wochenendes zu Übergriffen auf Polizeibeamte. Der erste Vorfall ereignete sich am Freitagabend an der Schönhauser Allee in Prenzlauer Berg. Direkt vor einem Shoppingcenter hatten etwa 20 NPD Anhänger für die Zeit von 19 bis 21 Uhr eine Demonstration unter dem Motto „Gegen Gentrifizierung“ angekündigt. Etwa 500 Gegendemonstranten hatten sich gleichfalls dort eingefunden. Weitere 350 standen etwas weiter entfernt an den Schönhauser Allee Arkaden.

Da die Zugänge zum Einkaufszentrum sowie zu den S- und U-Bahnstationen offenbleiben sollten, konnte die Polizei die beiden Fronten nur durch ein spezielles Gitter voneinander trennen. Mit Beginn der Kundgebung gegen 19 Uhr warfen Teilnehmer der Gegenveranstaltung dann Eier, Farbbeutel und pyrotechnische Gegenstände in Richtung der Polizeibeamten und der Kundgebungsteilnehmer. Ein Polizist erlitt ein Knalltrauma. Erst gegen Ende der Veranstaltung beruhigte sich die Lage. Die Beamten leiteten vier Ermittlungsverfahren ein, unter anderem wegen des Verstoßes gegen das Sprengstoffgesetzes, Sachbeschädigung und Körperverletzung.

Bengalische Feuer auf Häusern entzündet

Wenige Stunden später wurde die Polizei in die Revaler Straße in Friedrichshain gerufen, weil Unbekannte dort Sperrmüll angezündet hatten. Während die Beamten einer Einsatzhundertschaft das Feuer löschten, wurden sie aus einer Gruppe von etwa 30 Personen heraus mit Steinen beworfen. Zeitweise wurden auch bengalische Feuer auf den Dächern der Häuser abgebrannt. Als Mitarbeiter der Stadtreinigung den gelöschten Sperrmüll beseitigt hatten, beruhigte sich die Lage und die Angreifer zogen sich zurück. Gegen 2.20 Uhr war der Polizeieinsatz beendet. Verletzt wurde niemand. Es wurden mehrere Verfahren wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung und Sachbeschädigung eingeleitet.